Düsseldorfer Radirclub
Künstlerverein von Radierern in Düsseldorf
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Der Düsseldorfer Radirclub, auch Düsseldorfer Radir-Club, war ein Künstlerverein von Radierern in Düsseldorf. Am 25. November 1876 im Zuge des Etching Revival gegründet,[2][3] bestand er etwas mehr als zehn Jahre.

Geschichte
1879 wurde Ernst Forberg als Nachfolger Joseph von Kellers zum Professor für Kupferstichkunst an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Gemeinsam mit interessierten Künstlern der Düsseldorfer Malerschule etablierte er noch vor dieser Berufung[4] nach dem Vorbild der von ihm geleiteten Wiener Gesellschaft für vervielfältigende Kunst sowie britischer „Etching Clubs“[5] den Düsseldorfer Radirclub. Zu den Gründungsmitgliedern zählten enge Freunde, insbesondere die Landschaftsmaler Christian Kröner, Eugen Dücker und Ernest Preyer.[6] Der insgesamt bis zu 29 Mitglieder zählende Verein verlieh sich ein Statut, worin die Rechte und Pflichten aktiver und inaktiver Mitglieder unterschieden wurden. Nur die aktiven Mitglieder, die Original-Radierungen ausführten und sie dem Verein zur Publikation überließen, hatten Rechte am Vereinsvermögen und Stimmrechte in Versammlungen.[7] In unregelmäßigen Abständen und geringer Auflage gab der Verein fünf Radiermappen mit insgesamt 52 Blättern von 21 Künstlern heraus, die letzte Mappe erschien 1886. Wohl infolge mangelnder Nachfrage von Grafiksammlern kamen die Aktivitäten des Vereins danach zum Erliegen. Doch im Jahr 1891 fand sich in Düsseldorf eine Reihe junger Künstler zusammen, die sich Künstlerclub St. Lucas nannten. Sie betrachteten sich als direkte Nachfolger des Düsseldorfer Radirclubs und gaben bis 1900 mindestens vier Mappenwerke heraus. Außerdem veranstalteten sie Ausstellungen.[8]
Mitglieder
- Ernst Bosch (1834–1917)
- Hans Dahl (1849–1937)
- Carl Friedrich Deiker (1836–1892)
- Heinrich Deiters (1840–1916)
- Friedrich Dorn (1861–1901)
- Eugen Dücker (1841–1916)
- Themistokles von Eckenbrecher (1842–1921)
- Carl Ludwig Fahrbach (1835–1902)
- Carl Ernst Forberg (1844–1915)
- Philipp Grotjohann (1841–1892)
- Friedrich Hiddemann (1829–1892)
- Karl Hoff (1838–1890)
- Oskar Hoffmann (1851–1912)
- Carl Irmer (1834–1900)
- Carl Jutz (1838–1916)
- Arthur Kampf (1864–1950)
- Jacobus Leisten (1844–1918)
- Gustav Meissner (1830–1901)
- Ludvig Munthe (1841–1896)[9]
- Henrik Nordenberg (1857–1928)
- Hans von Petersen (1850–1914)
- Ernest Preyer (1842–1917)
- Franz Stegmann (1831–1892)
- Otto Strützel (1855–1930)
- Frederick Vezin (1859–1933)[10]
- Max Volkhart (1848–1924)
- Josef Willroider (1838–1915)
Literatur
- Oskar Berggruen: Die Publicationen des Düsseldorfer Radirclub’s. In: Oskar Berggruen (Redaktion): Die Graphischen Künste. Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, IV. Jahrgang (1882), S. 41 f. (Google Books).
- Paul Horn: Düsseldorfer Graphik in alter und neuer Zeit. Verlag des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1928, S. 149 ff. (hier als „Verein für Originalradierung“ bezeichnet).
- Henrike Junge: Wohlfeile Kunst. Die Verbreitung von Künstlergraphik seit 1870 und die „Griffelkunst-Vereinigung“ Hamburg-Langenhorn. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1989, S. 20.
- Düsseldorfer Radirclub. In: Anna Vössing: Düsseldorfer Künstlergraphik im ausgehenden 19. Jahrhundert. Eine Bestandsaufnahme. Dissertation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn 2021, S. 40–46.
- Der „Düsseldorfer Radirclub“. In: Andreas Schroyen: Arthur Kampf (1864–1950). Eine deutsche Künstlerkarriere zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus. Mit einem Werkkatalog. Dissertation Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf 2022, S. 170–172 (PDF).