Deutscher Rugby-Sportverband der DDR

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Der Deutsche Rugby-Sportverband (DRSV) war der Rugbyverband der DDR. Er war Mitglied des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB), organisierte den Vereinssport in der DDR, trug DDR-Meisterschaften aus und organisierte Länderspiele der Rugby-Union-Nationalmannschaft der DDR.

Geschichte

Im Jahr 1950 wurde der Fachausschuss Rugby im Deutschen Fußball-Verband, dem Fußballverband der DDR gegründet. Dieser Fachausschuss organisierte seit 1951 Länderspiele und veranstaltete seit 1951/52 eine jährliche Oberliga, in der die Meisterschaft der DDR ausgespielt wurde. Am 20. April 1958 erfolgte in Ostberlin die Gründung des Deutschen Rugby-Sportverbandes.[1] Dieser war unter anderem Mitglied der FIRA, des europäischen Rugbyverbandes. 1971 waren 800, 1984 1080 und[1] 1988 1213 Sportler im DRSV aktiv.[2] Diese wurden 1988 von 103 Übungsleitern betreut.[3] Hochburgen des Rugbysports in der DDR waren im heutigen Brandenburg vor allem um die Kleinstadt Hennigsdorf und in Sachsen Leipzig. Präsidenten des DRSV waren Heinz Hofmann (1958–1961 und 1965–1968), Walter Herz (1961–1965), Gerhard Glienke (1968–1972), Gert Scharn (1972–1990) und Dieter Schmidt (1990).[2] Der Deutsche Rugby-Sportverband löste sich zum 7. Dezember 1990 auf und die zu dieser Zeit existierenden 17 Vereine traten dem Deutschen Rugby-Verband bei.[1][4]

Nationalmannschaft

Das erste Länderspiel der DDR-Auswahl fand 1951 noch vor Gründung des DRSV in Bukarest gegen Rumänien statt. Die Mannschaft verlor 26:64. In den weiteren Jahren spielte die DDR vor allem gegen Mannschaften Rumäniens, Polens, der Tschechoslowakei und Bulgariens. Spiele gegen westliche Mannschaften waren die Ausnahme. Letztes Länderspiel der Nationalmannschaft war eine 9:17-Niederlage am 15. September 1990 gegen die Mannschaft Luxemburgs in Luxemburg.

Meisterschaft

1949/50 bis 1951/52 spielte die SG bzw. BSG Stahl Hennigsdorf in der Gesamtberliner Meisterschaft. Von März bis Juni 1952 fand dann die erste DDR-Meisterschaft mit 6 Mannschaften statt, ab 1953 in einer Oberliga. Rekord- und Serienmeister war die BSG Stahl Hennigsdorf, die bis 1990 insgesamt 27 mal die Goldmedaille gewann. Daneben waren vor allem Teams aus Leipzig, fünfmal die Mannschaft der HSG DHfK Leipzig und viermal die BSG Lokomotive Wahren-Leipzig, erfolgreich.[5] Weitere in der Oberliga etablierte Mannschaften kamen aus Berlin (beispielsweise BSG Post Berlin und ASK Vorwärts Berlin), Brandenburg an der Havel (BSG Stahl Brandenburg), Potsdam (SG Dynamo Potsdam), Velten (BSG Empor Velten), Birkenwerder (BSG Grün-Weiß Birkenwerder), Leegebruch (BSG Stahl Leegebruch), Oranienburg (BSG Lokomotive Oranienburg) und anderen Orten.

Weitere Informationen Jahr, Platz 1 ...
JahrPlatz 1Platz 2Platz 3
1952BSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Chemie Leipzig
1953BSG Stahl HennigsdorfBSG Chemie LeipzigHSG Wissenschaft DHfK Leipzig
1954HSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Stahl HennigsdorfBSG Chemie Leipzig
1955HSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Stahl HennigsdorfBSG Chemie Leipzig
1956ASK Vorwärts BerlinBSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK Leipzig
1957HSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Stahl HennigsdorfASK Vorwärts Berlin
1958ASK Vorwärts BerlinBSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK Leipzig
1959HSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Stahl Hennigsdorf
1960BSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK Leipzig
1961HSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren Leipzig
1962BSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Lokomotive Wahren Leipzig
1963BSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK Leipzig
1964BSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK LeipzigBSG Lokomotive Wahren Leipzig
1965BSG Stahl HennigsdorfHSG Wissenschaft DHfK Leipzig
1966BSG Stahl Hennigsdorf
1967BSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Lokomotive Berlin Mitte
1968BSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren I LeipzigBSG Lokomotive Wahren II Leipzig
1969BSG Stahl HennigsdorfBSG Stahl LeegebruchBSG Lokomotive Wahren Leipzig
1970BSG Stahl HennigsdorfBSG Stahl LeegebruchSG Dynamo Potsdam
1971BSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo PotsdamBSG Stahl Leegebruch
1972BSG Stahl LeegebruchBSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren Leipzig
1973BSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Stahl Leegebruch
1974BSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Stahl Leegebruch
1975BSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren LeipzigSG Dynamo Potsdam
1976BSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo PotsdamBSG Stahl Leegebruch
1977BSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Stahl Hennigsdorf IBSG Stahl Hennigsdorf II
1978BSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo Potsdam
1979BSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo Potsdam
1980BSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Stahl HennigsdorfASK Vorwärts Berlin
1981BSG Stahl HennigsdorfBSG Lokomotive Wahren LeipzigBSG Empor Velten
1982BSG Stahl HennigsdorfBSG Empor VeltenBSG Lokomotive Wahren Leipzig
1983BSG Stahl Hennigsdorf ISG Dynamo PotsdamBSG Stahl Hennigsdorf II
1984BSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo PotsdamBSG Post Berlin
1985BSG Stahl Hennigsdorf IBSG Stahl Hennigsdorf IIBSG Post Berlin
1986BSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo PotsdamBSG Post Berlin
1987BSG Stahl HennigsdorfSG Dynamo PotsdamBSG Post Berlin
1988BSG Stahl HennigsdorfBSG Stahl BrandenburgBSG Post Berlin
1989BSG Stahl HennigsdorfBSG Post BerlinBSG Lokomotive Oranienburg
1990BSG Stahl Hennigsdorf IBSG Post BerlinBSG Stahl Hennigsdorf II
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  • BSG Stahl Hennigsdorf 27 Meisterschaften
  • HSG DHfK Leipzig 5 Meisterschaften
  • BSG Lokomotive Wahren Leipzig 4 Meisterschaften
  • ASK Vorwärts Berlin 2 Meisterschaften
  • BSG Stahl Leegebruch 1 Meisterschaft

Pokal des DRSV

Ab 1953 wurde der Pokal des DRSV ausgespielt. Mit großem Abstand Rekordsieger wurde auch in diesem Wettbewerb die BSG Stahl Hennigsdorf mit mindestens 13 Erfolgen. Neben Hennigsdorf gewann die HSG DHfK Leipzig den Pokal mindestens zweimal (1954 und 1955) und die SG Dynamo Potsdam (1975) und die BSG Lokomotive Leipzig-Wahren (1980) einmal.[5]

Weitere Informationen FDGB-Pokal (1952) / Pokal des Deutschen Rugbysport Verbandes (DRSV-Pokal, ab 1953), Jahr ...
FDGB-Pokal (1952) / Pokal des Deutschen Rugbysport Verbandes (DRSV-Pokal, ab 1953)
JahrEndspielErgebnis
1952SG Stahl Hennigsdorf, 2.: HSG Wissenschaft DHfK Leipzigjeder gegen jeden
1953BSG Stahl Hennigsdorf – ZSK KVP Vorwärts Rostock6:3
1954HSG Wissenschaft DHfK Leipzig – BSG Stahl Hennigsdorf?:0
1955HSG Wissenschaft DHfK Leipzig – SC Lokomotive Leipzig31:3
1956–1964nicht ausgetragen?
1965BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Lokomotive Wahren Leipzig8:3
1966–1972nicht ausgetragen
1973?
1974nicht ausgetragen?
1975SG Dynamo Potsdam – BSG Stahl Leegebruch23:11
1976–1977nicht ausgetragen?
1978BSG Stahl Hennigsdorf – ?
1979BSG Stahl Hennigsdorf – SG Dynamo Potsdam17:4
1980BSG Lokomotive Wahren Leipzig – BSG Post Berlin12:6
1981BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Lokomotive Wahren Leipzig
1982BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Post Berlin32:3
1983BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Empor Velten24:7
1984BSG Stahl Hennigsdorf – ?
1985BSG Stahl Hennigsdorf – ?
1986BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Post Berlin36:6
1987BSG Stahl Hennigsdorf – SG Dynamo Potsdam35:0
1988BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Post Berlin22:0
1989?
1990BSG Stahl Hennigsdorf – BSG Lokomotive Wahren Leipzig36:0
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  • BSG Stahl Hennigsdorf mindestens 13 Pokalsiege
  • HSG DHfK Leipzig mindestens 2 Pokalsiege
  • SG Dynamo Potsdam mindestens 1 Pokalsieg
  • BSG Lokomotive Wahren Leipzig mindestens 1 Pokalsieg

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

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