Diethylentriaminpentakis(methylenphosphonsäure)

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Diethylentriaminpentakis(methylenphosphonsäure) (kurz DTPMP) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonsäuren.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Diethylentriaminpentakis(methylenphosphonsäure)
Allgemeines
Name Diethylentriaminpentakis(methylen­phosphonsäure)
Andere Namen
  • {[(Phosphonomethyl)imino]bis[ethan-2,1-diylnitrilobis(methylen)]}tetrakis­phosphonsäure
  • DTPMP
Summenformel C9H28N3O15P5
Kurzbeschreibung

bernsteinfarbige Flüssigkeit mit schwachem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 239-931-4
ECHA-InfoCard 100.036.287
PubChem 85128
ChemSpider 76777
Wikidata Q3011490
Eigenschaften
Molare Masse 573,20 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,37–1,47 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

ca. −14 °C[1]

Siedepunkt

> 100 °C[1]

Löslichkeit

vollständig mischbar mit Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290315318
P: 234264280302+352305+351+338+310390[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Diethylentriaminpentakis(methylenphosphonsäure) kann ausgehend von Diethylentriamin gewonnen werden.[2]

Eigenschaften

Diethylentriaminpentakis(methylenphosphonsäure) ist eine bernsteinfarbige Flüssigkeit mit schwachem Geruch, die vollständig mischbar mit Wasser ist.[1]

Verwendung

Diethylentriaminpentakis(methylenphosphonsäure) wird als mehrzähniger Chelatbildner und als Kristallisationsinhibitor (Antiscalant) verwendet.[3] Er wird auch als Korrosionsschutzmittel[4] und Bleichstabilisator[5] eingesetzt.

DTPMP als Quelle von Glyphosat

Mittels einer Metaanalyse und Modellrechnungen wurde 2024 gezeigt, dass sich die Konzentrationsverläufe von Glyphosat in europäischen Flüssen nicht alleine durch die herbizide Verwendung von Glyphosat erklären lassen.[6] Glyphosat könnte ein Abbauprodukt von DTPMP sein, das aus Waschmitteln (als Wasserenthärter), industriellen Reinigungsmitteln usw. über Kläranlagen in großen Mengen in die Gewässer gelangt.[7][8][9] So gelangen beispielsweise in Deutschland ca. 4500 Tonnen reines DTPMP jährlich in die Kläranlagen.[10] In einer im März 2025 veröffentlichten Studie wurde diese Vermutung bestätigt.[11]

Einzelnachweise

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