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Daïkaïna

Dorf in Tillabéri, Niger From Wikipedia, the free encyclopedia

Daïkaïna (auch: Daïkayna, Daykaïna, Daykeyna, Dey Keyna) ist ein Dorf in der Stadtgemeinde Tillabéri in Niger.

Lage von Daïkaïna in Niger

Geographie

Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf liegt am linken Ufer des Flusses Niger. Es befindet sich etwa einen Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Tillabéri, der Hauptstadt des gleichnamigen Departements Tillabéri und der gleichnamigen Region Tillabéri. Flussabwärts von Daïkaïna liegt das Schwesterdorf Daïbéri. Auf einer Flussinsel vorgelagert ist das Dorf Foulé.[1] Der traditionelle Ortsvorsteher von Daïkaïna untersteht dem Kantonschef (chef de canton) von Sakoïra.[2]

Daïkaïna ist Teil der Übergangszone zwischen Sahel und Sudan. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 400 und 500 mm.[3] Im Reisanbaugebiet bei Daïkaïna erstreckt sich ein Eukalyptenwäldchen, das unter der Bezeichnung Tillabéri roost als etwa acht Hektar große Important Bird Area ausgewiesen ist. Nennenswerte hier beobachtete Vogelarten sind der Braune Sichler (Plegadis falcinellus), die Riedscharbe (Phalacrocorax africanus), der Kuhreiher (Bubulcus ibis), der Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), der Heilige Ibis (Threskiornis aethiopicus) und die Zwergdommel (Ixobrychus minutus).[4]

Geschichte

Daïkaïna gilt neben Tillakaïna als älteste dauerhafte Siedlung im Gebiet der späteren Stadtgemeinde. Die Siedlung Tillabéri entstand zwischen beiden Dörfern.[5]

Bei Untersuchungen in den 1980er Jahren wurde bei vielen Menschen im Ort ein Befall mit der Saugwürmer-Art Schistosoma haematobium festgestellt: Die Prävalenz betrug 1986 78,4 Prozent bei der Gesamtbevölkerung und 100 Prozent bei den 5- bis 14-Jährigen sowie 1987 89 Prozent bei der Gesamtbevölkerung und 91 Prozent bei den 0- bis 15-Jährigen.[6]

Bevölkerung

Bei der Volkszählung 2012 hatte Daïkaïna 980 Einwohner, die in 138 Haushalten lebten.[1] Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 734 in 95 Haushalten[7] und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 1921 in 296 Haushalten.[8]

Im Dorf leben Angehörige der Tuareg-Untergruppen Ikassamadan und Irawelan.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur

Gebäude beim Gefängnis von Daïkaïna (2017)

Beim Dorf erstreckt sich eines der vier für die Bewässerungsfeldwirtschaft ausgewiesenen Areale im Gebiet der Stadtgemeinde Tillabéri. Die drei weiteren befinden sich bei den Siedlungen Daïbéri, Tillakaïna und Toula. Hier werden Reis und Gemüse angebaut. Die Areale spielen eine herausragende Rolle für die lokale Wirtschaft.[5] Mit einem Centre de Santé Intégré (CSI) ist ein Gesundheitszentrum vorhanden.[9] Die Niederschlagsmessstation von Daïkaïna liegt auf 210 m Höhe und wurde 1958 in Betrieb genommen.[10] Die Anti-Sklaverei-Organisation Timidria richtete ein lokales Büro im Dorf ein.[11]

Beim Dorf befindet sich ein Gefängnis, das Zentrum für berufliche Wiedereingliederung Daïkaïna.[12] Neben gefährlichen Kriminellen wurden hier immer wieder politische Gefangene untergebracht. Das Gefängnis für seine schlechten Haftbedingungen bekannt.[13] Es verfügt über eine eigene Freitagsmoschee, die unter dem von 1974 bis 1987 regierenden Staatschef Seyni Kountché errichtet wurde.[14]

Bei Daïkaïna verläuft die asphaltierte Nationalstraße 1, die mit 1601,7 Kilometern längste Fernstraße Nigers.[15] Um die Jahrtausendwende wurde im Rahmen eines staatlichen Projekts zur Sanierung der städtischen Infrastruktur eine neue Zufahrtsstraße nach Daïkaïna angelegt.[16]

Literatur

  • Aminou Amani Abarchi: Approvisionnement en eau potable des zones urbaines et périurbaines de la ville de Tillabéri (Zones Tillakaina, Daikaina et Tadrass). Mémoire. Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2019.
  • Youssoufa Moumouni Nouhou: Les territoires de la délinquance dans une petite ville nigérienne. Cas de Tillabéri. Mémoire. Département de Géographie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2018.

Einzelnachweise

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