N,N-Dimethylethanolamin

organische Verbindung, Aminoalkohol From Wikipedia, the free encyclopedia

N,N-Dimethylethanolamin ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der alkylierten Aminoalkohole. Es ist über das Cholin (das Trimethylethanolammonium-Kation) eng mit dem Neurotransmitter Acetylcholin verwandt. Die Verbindung ist ein Zwischenprodukt der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von DMAE
Allgemeines
Freiname Deanol
Andere Namen
  • 2-(Dimethylamino)ethan-1-ol (IUPAC)
  • Dimethylethanolamin
  • Norcholin
  • DMAE
  • DIMETHYL MEA (INCI)[1]
Summenformel C4H11NO
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit ammoniakartigem Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 108-01-0
EG-Nummer 203-542-8
ECHA-InfoCard 100.003.221
PubChem 7902
ChemSpider 13854944
DrugBank DB13352
Wikidata Q241049
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N06BX04

Wirkstoffklasse

Nootropika

Eigenschaften
Molare Masse 89,14 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

0,89 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

< −40 °C[2]

Siedepunkt

131 °C[2]

Dampfdruck

39,9 hPa (50 °C)[2]

Löslichkeit

mischbar mit Wasser und Ethanol[2]

Brechungsindex

1,4300 (20 °C)[3]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226302+312331314335
P: 210280301+312303+361+353304+340+310305+351+338[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Sardine (Sardina pilchardus)

Als Stoffwechselprodukt des Metabolismus des Cholins kommt Dimethylaminoethanol in vielen Lebewesen vor. Größere Mengen findet man in Fischen (Sardine, Lachs, Anchovis).

Gewinnung und Darstellung

N,N-Dimethylethanolamin wird technisch durch Umsetzung von Dimethylamin mit Ethylenoxid bei Temperaturen von 125–160 °C und Drücken von 15–30 bar in Gegenwart katalytischer Mengen an Wasser in flüssigkeitsgekühlten Doppelmantelrohrreaktoren hergestellt.[5]

Umsetzung von Ethylenoxid mit Dimethylamin zu N,N-Dimethylethanolamin in Gegenwart katalytischer Mengen an Wasser
Umsetzung von Ethylenoxid mit Dimethylamin zu N,N-Dimethylethanolamin in Gegenwart katalytischer Mengen an Wasser

Die Reinigung und Aufarbeitung des Produkts erfolgt durch mehrstufige Destillation in Rektifikationskolonnen.[5]

Des Weiteren kann Dimethylaminoethanol durch Methylierung von Monoethanolamin synthetisiert werden.

Eigenschaften

Der Flammpunkt liegt bei 31 °C, die Zündtemperatur bei 220 °C.[2]

Verwendung

Dimethylaminoethanol findet als Hilfsmittel zur Dispergierung von Farbpigmenten in Wasserlacken Verwendung. Des Weiteren wird es als Zwischenprodukt bzw. Ausgangsstoff für die Herstellung von Farbstoffen, Emulgatoren, Korrosionsschutzmitteln, Textilhilfsmitteln, Kosmetika und Pharmazeutika benötigt.

Dimethylaminoethanol werden eine Vielzahl positiver Wirkungen, so unter anderem nootropische Effekte, nachgesagt, für die jedoch eindeutige Belege fehlen. Bei Alzheimer-Patienten wurden keine einheitlichen Ergebnisse beobachtet.[6][7] Ein Autor berichtet von vermehrten Klarträumen nach der Anwendung von DMAE.[8]

Dimethylaminoethanol als topisches Gel soll die Faltenbildung reduzieren.[9][10]

Sicherheitshinweise

Als tertiäres Amin ist Dimethylaminoethanol eine starke Base, worauf auch die ätzende Wirkung beruht. Es ist von nur geringer akuter Toxizität (LD50 (Ratte, oral): 2,00 g/kg, LD50 (Kaninchen, dermal): 1,37 g/kg).

Literatur

Handelsnamen

Monopräparate

Risatarun (D, außer Handel, Zulassung wurde nicht erteilt wegen fehlender Langzeitstudien)

Kombinationspräparate

Pharmaton Vital Geriavit (CH), Vita Gerin (D)

Einzelnachweise

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