Der Orlow (Operette)
Operette mit der Musik von Bruno Granichstaedten nach einem Libretto von Ernst Marischka und Granichstaedten
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Der Orlow ist eine Operette in drei Akten mit der Musik von Bruno Granichstaedten nach einem Libretto von Ernst Marischka und Granichstaedten selbst. Die Uraufführung erfolgte am 3. April 1925 im Theater an der Wien, Wien, Österreich. Bereits 1927 (Regie: Jakob Fleck und Luise Fleck) und 1932 (Regie: Max Neufeld) wurde die Operette verfilmt.
Rollen

- Nadja Nadjakowska
- John Walsh
- Jolly Jefferson
- Harry
- Fred
- Charles Escabonier
- Redbrock, Reporter
- Brown, Detektiv
- Stepanoff, Polizeidolmetsch
- John, Diener bei Walsh
- Jessie, Zofe von Nadja
- Ein Billetteur
- Ein Abbé
- Hunter, Werkmeister
- Dolly Marbanks, Kontoristin
- Alex Doroschinsky, Maschinist
Schauplätze
Der erste Akt spielt in der Automobilfabrik von Walsh & Jefferson, der zweite Akt im Parke des Landhauses von Walsh, der dritte im Logengang des Varieté-Theaters „Alhambra“.
Handlung

Der russische Großfürst Alexander Alexandrowitsch verlor nach der russischen Revolution sein gesamtes Vermögen und floh daraufhin nach Amerika, wo er unter dem Namen Alex Doroschinsky als Maschinist arbeitet und sich in die gleichfalls nach Amerika ausgewanderte russische Tänzerin Nadja verliebt hat. Diese wiederum wird von dem amerikanischen Autofabrikanten John Walsh umworben, dem Chef des angeblichen Maschinisten, der immerhin den berühmten Diamanten „Orlow“ mitnehmen konnte. Der Fabrikant Walsh wird nun von Alex Doroschinsky gebeten, den Diamanten zu veräußern, weil Alex Geld braucht, um die Tänzerin Nadja heiraten zu können. Alex macht ihr einen Heiratsantrag, sie aber unterstellt ihm, er hätte den Edelstein unrechtmäßig an sich genommen. Erst als er sich als ehemaliger Großfürst zu erkennen gibt, leistet sie Abbitte. Alexander Alexandrowitsch lehnt zunächst eine Versöhnung ab, doch schließlich werden die beiden dann doch ein Paar.
Wirkungsgeschichte
Nach Auskunft verschiedener Zeitungsblätter wurde die Operette begeistert aufgenommen, so etwa Der Humorist am 10. April 1925:
„Dazu hat Granichstaedten eine Fülle wohlklingender, charakteristischer Melodien komponiert, welche die Bühnengeschehnisse illustrieren und dem eigenartigen Stücke ein eigenartiges Gepräge geben. Da als Ort der Handlung New York bestimmt ist, läßt er sich vom genius loci gerne inspirieren und bringt Shimmys, Blues und Jazzband in überreichlichem Maße zu Gehör: hie und da erinnert der Komponist mit einigen sehr hübschen Walzertakten und innig empfundenen Liedern an seine Vaterstadt Wien. Granichstaedtens Musik ist sauber instrumentiert und bietet den Sängern, wie den Orchesterleuten dankbare Aufgaben. Mit der Darstellung der beiden Hauptpartien, des Ex-Großfürsten Alexandrowitsch, und der Tänzerin Nadja, steht und fällt die Operette. In Hubert Marischka und Betty Fischer fand das Werk die denkbar besten Protagonisten, die es zum glänzenden Siege führten. Marischka erwies sich wieder als der zurzeit beste und künstlerisch gediegenste Operettenheld der deutschen Bühne, der die von ihm darzustellenden Bühnenfiguren vermenschlicht und mit seinem Singen und Sagen, Tun und Lassen auf das Auditorium faszinierend wirkt. Betty Fischer marschiert heute mit Recht an der Tete der wiener Operettensängerinnen, denn ihre bildschöne Bühnenerscheinung, ihre wohl- und vollklingende Stimme und ihr distinguiertes Spiel und Auftreten prädestinieren sie zur Primadonna des Theaters a. d. Wien. In Herrn Fritz Steiner a. G. (Jefferson) lernte man einen sympathischen, liebenswürdig humorvollen, nicht aufdringlichen jugendlichen Gesangskomiker kennen, und schätzen, dessen Tanzbravour einfach fabelhaft ist. Die reizende Elsie Altmann, ein allerliebstes Soubrettchen, mit einem netten Stimmchen und entzückenden Tanzbeinchen, die Herren Waldemar, charakteristisch und sehr drollig als Mr. Walsh, und Hans Moser, grotesk-komisch als Billeteur, unterstützten mit ihren vortrefflichen Leistungen die beiden Hauptdarsteller auf das Wirksamste. Die Inszene des Direktors Marischka, die Spielleitung Otto Langers, die musikalische Leitung des Gastdirigenten Kapellm. Josef Hölzer, vom Carltheater, und die prunkvolle, sehenswerte Ausstattung, um deren Toiletten-Arrangement sich der bekannte „Propaganda"-Fischer sehr verdient machte, müssen rückhaltlos gelobt werden. „Der Orlow" ist kein Versatzstück; er wird sich durch längere Zeit im Theater a. d. W. halten.“
Musiknummern
- Einmal kommt die Zeit
- Zottelbär, ach Zottelbär
- Fräulein, wie kann man nur so treu sein
- Die Balalaika hat mich singend oft gewarnt
- Iwan, sei kein Traumichnicht
- Hörst Du denn nicht die Geigen
- Schatz, mir gefällt Deine Nase nicht
- Das ist ja nicht möglich, das kann ja nicht sein
- Da nehm’ ich meine kleine Zigarette
- Für dich, mein Schatz, hab’ ich mich schön gemacht
- Bim, Bam, Bum, so läuten die Glocken von Nowgorod