Stern (Zeitschrift)
deutsches Wochenmagazin (seit 1948)
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Der Stern (Eigenschreibweise stern) ist ein 1948 von Henri Nannen gegründetes aktuelles Wochenmagazin von RTL Deutschland, bis 2021 Gruner + Jahr. Es erscheint donnerstags in einer verbreiteten Auflage von rund 275.000 Exemplaren.[2][3] Chefredakteur ist Gregor Peter Schmitz.[4][5]
| stern | |
|---|---|
| Beschreibung | aktuelles Wochenmagazin |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | RTL Deutschland (Deutschland) |
| Hauptsitz | Hamburg |
| Erstausgabe | 1. August 1948 |
| Gründer | Henri Nannen |
| Erscheinungsweise | wöchentlich (donnerstags) |
| Verkaufte Auflage | 263.522 Exemplare |
| (IVW 4/2025) | |
| Verbreitete Auflage | 265.458 Exemplare |
| (IVW 4/2025) | |
| Reichweite | 5,14 Mio. Leser |
| (MA 2020 I) | |
| Chefredakteur | Gregor Peter Schmitz[1] |
| Weblink | stern.de |
| ISSN (Print) | 0039-1239 |
Profil
Der Stern behandelt politische und gesellschaftliche Themen, er bietet Nutzwertjournalismus und klassische Reportagen, zeigt Fotostrecken und porträtiert Prominente.[6] Er wurde früher von Journalisten als eines der deutschsprachigen Leitmedien eingestuft.
Auflage
Der Stern hat wie seine direkten Wettbewerber Focus und Spiegel in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 76,1 Prozent gesunken.[7] Sie beträgt gegenwärtig 263.522 Exemplare.[8] Das entspricht einem Rückgang von 838.553 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 49,6 Prozent.
Die verkaufte Auflage überschritt im ersten Quartal 1958 erstmals die Millionengrenze und erreichte im ersten Quartal 1967 mit 1,931 Millionen Exemplaren ihren Höchststand.[9]
Neben der gedruckten Ausgabe (Heftpreis 6,50 Euro) baute der Stern seine digitale Präsenz in den vergangenen Jahren aus. Das Bezahlangebot Stern+ verzeichnete nach Angaben von Meedia rund 33.000 digitale Abonnenten (Stand 2025).[10] Laut der Ad Alliance erreicht der Stern mit seinen digitalen Angeboten, einschließlich Website, App und Videoformaten, ein Millionenpublikum pro Monat.[11]
| 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.102.075 | 1.080.379 | 1.081.613 | 1.085.698 | 1.041.917 | 1.065.966 | 1.090.755 | 1.017.187 | 1.007.345 | 1.004.170 | 960.834 | 895.962 | 877.181 | 816.961 | 788.621 | 772.955 | 725.959 | 721.178 | 643.650 | 542.944 | 480.739 | 440.284 | 369.547 | 350.159 | 325.426 | 309.117 | 274.624 | 263.522 |
| 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 261.885 | 278.598 | 300.765 | 294.948 | 312.026 | 321.584 | 336.686 | 343.446 | 331.538 | 327.925 | 319.249 | 308.947 | 291.976 | 263.013 | 242.700 | 219.119 | 210.278 | 212.036 | 206.259 | 181.101 | 168.143 | 157.067 | 154.592 | 156.183 | 146.973 | 130.920 | 129.524 | 130.709 |
Geschichte
Gründung
Die erste Ausgabe erschien am 1. August 1948 im neu gegründeten Stern-Verlag Henri Nannen, der seinen Sitz im Anzeiger-Hochhaus in Hannover hatte. Dies wurde möglich, nachdem Henri Nannen im Juli 1948 von der britischen Militärregierung die Genehmigung zur Umbenennung der ehemaligen Jugendzeitschrift Zick-Zack in Stern erhalten hatte, für die er einige Monate zuvor die Lizenz übernommen hatte.[14] Das Titelbild der ersten, 16-seitigen Ausgabe des neuen Stern 1948 zierte die junge Hildegard Knef im Heu.[15]
In den ersten 22 Ausgaben des Jahres 1948 zeigte die Zeitschrift großformatige Porträts bekannter Persönlichkeiten auf dem Titelblatt, wobei die Hefte Fotoreportagen mit politischen Essays, Interviews, Kommentaren und humoristischen Beiträgen enthielten.[16]
Nach Auffassung von Historikern, die zur Gründungsgeschichte des Stern publizieren, hatte die Zeitschrift in ihrer Aufmachung das von Kurt Zentner konzipierte Glanz- und Glamourblatt Der Stern zum Vorbild, das im September 1938 auf den Markt kam und sich mit einer Auflage bis zu 750.000 Exemplaren zu einem Verkaufsschlager entwickelte.[17][18] Nils Minkmar betonte, dass das berühmte Cover der ersten Nachkriegsausgabe mit Hildegard Knef wie ein Duplikat des alten Stern Nr. 25 vom Juni 1939 mit Brigitte Horney wirkt, und verweist darauf, dass Zentner zeitweise für Nannens Stern gearbeitet hat, im zweiten Halbjahr 1951 während Nannens längerem Amerikaaufenthalt sogar für 14 Ausgaben als kommissarischer Chefredakteur.[19] Der Stern thematisierte seine Entstehungsgeschichte 2018 im Rahmen von Veröffentlichungen zu 70 Jahren des Magazins.[20]
1950er bis 1970er Jahre
Im Jahr 1950 wurde die Zeitschrift von der englischen Administration nach einem Beitrag über die Verschwendung der Alliierten auf Kosten der Deutschen für eine Woche verboten. Nachdem Gerd Bucerius 1949 schon 50 % am Stern erworben hatte, verkaufte Henri Nannen im Jahr 1951 weitere 37,5 % der Anteile an Bucerius und 12,5 % an den Druckereibesitzer Richard Gruner, der sich 1965 mit den Verlegern John Jahr senior und Gerd Bucerius zur Gruner + Jahr GmbH & Co. KG zusammenschloss.[21][22] Ab dieser Zeit wurde der Stern auch dort verlegt.
Ab den 1960er Jahren machte Nannen das Blatt politischer und unterstützte mit seinem Heft die neue Ostpolitik Willy Brandts.[23]
In der Einschätzung des Historikers Hubertus Knabe betrieb das Magazin oftmals eine regelrechte Hofberichterstattung aus den sozialistischen Staaten. So wurden wiederholt Artikel veröffentlicht, die auf politische Kampagnen zurückgingen, die seitens der Stasi lanciert worden waren. Dazu zählen die gegen CDU-Politiker wie Heinrich Lübke und Eugen Gerstenmaier gerichteten Vorwürfe im Zusammenhang mit deren angeblichen, sich aber nach 1990 als unwahr erwiesenen Kooperationen mit dem NS-Regime.[24]
Der Herausgeber griff 1962 auch in einen der spektakulärsten Kunstdiebstähle der deutschen Nachkriegszeit ein. Über das Magazin wurde den Dieben der sogenannten Volkacher Madonna von Tilman Riemenschneider ein „Lösegeld“ von 100.000 DM versprochen, sollte das Kunstwerk unbeschadet zurückgebracht werden. Der Aufruf „Gebt die Madonna von Volkach zurück!“ führte zu einer deutschlandweiten Diskussion, in der Nannen mehrfach wegen Hehlerei angezeigt wurde. Die Intervention des Blattes führte schließlich zur Wiederbeschaffung des Diebesgutes aus dem „Madonnenraub“.[25]
Am 6. Juni 1971 erschien der Stern mit dem damals spektakulären Titel: „Wir haben abgetrieben!“ (Ausgabe 24/1971). Die Aktion war von Alice Schwarzer initiiert.[26] 374 Frauen bekannten sich öffentlich zu ihrem Schwangerschaftsabbruch.[27] Alice Schwarzer, die Schauspielerin Inge Meysel und die Schriftstellerin Luise Rinser verklagten 1978 erfolglos im Rahmen der sogenannten Sexismus-Klage wegen der „Darstellung der Frau als bloßes Sexualobjekt“ auf Stern-Titelbildern den Stern und Henri Nannen. Anlass war ein Titelbild, das das für schrille Outfits und ihre persönliche Nähe zum Sadomasochismus bekannte Model Grace Jones zeigte und von dem bekannten Fotografen Helmut Newton stammte.[28]
Am 1. Oktober 1976 erschien das erste Mal das Magazin GEO, entwickelt aus der Stern-Redaktion und von dem Fotografen Rolf Gillhausen, der mit Rolf Winter erster Chefredakteur des Magazins wurde.[29][30]
Im Jahr 1978 interviewten die beiden Journalisten Kai Hermann und Horst Rieck die damals 15-jährige Christiane Felscherinow für die Stern-Reportage „Babystrich“. Aus diesen Interviews entstand das Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, das vom Stern in Auszügen abgedruckt und später in viele andere Sprachen übersetzt sowie auch verfilmt wurde.[31]
Am 6. April 1979 wurden die Stern-Journalisten Hans Bollinger und Wolfgang Stiens zusammen mit zwei schwedischen Reportern von libyschen und ugandischen Soldaten beraubt und erschossen. Sie wollten über den Sturz des Diktators Idi Amin berichten. Am 24. Mai 1979 wurde Karl Robert Pfeffer vor seinem Wohnhaus in Beirut erschossen. Der ehemalige Stern-Korrespondent arbeitete damals als freier Journalist.[32]
1980er Jahre
Ein Jahr vor ihrem Tod gab die Schauspielerin Romy Schneider dem Stern ein ausführliches Interview. Das Gespräch führte der Journalist Michael Jürgs, die Fotografien stammten von Robert Lebeck. Das Interview erschien 1981 und fand wegen seiner offenen und emotionalen Tonlage große Beachtung. Die Regisseurin Emily Atef griff dieses Gespräch später in ihrem 2018 veröffentlichten Spielfilm 3 Tage in Quiberon auf, der die Entstehung des Interviews nachzeichnet. In einem Interview mit Die Zeit erklärte Atef, Romy Schneider habe sich damals bewusst auf das Gespräch eingelassen, um sich nach Jahren der Kritik durch die deutsche Presse erneut dem Publikum zu erklären. Das Interview sei jedoch für die Schauspielerin emotional belastend gewesen und habe „wieder alles aufgewühlt“.[33]
Im Jahr 1982 veröffentlichte der Stern unter dem Titel Annas Mutter eine mehrteilige Reportage über Marianne Bachmeier, die 1981 im Lübecker Landgericht den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter erschossen hatte. Die Artikelserie basierte auf Interviews, die Stern-Reporter Heiko Gebhardt während der Untersuchungshaft mit Bachmeier führte. Für die exklusiven Veröffentlichungsrechte erhielt sie nach Angaben des NDR ein Honorar von rund 250.000 DM, das sie zur Begleichung ihrer Anwaltskosten verwendete.[34] Die Serie erschien noch vor Beginn des Prozesses und löste eine Debatte über die mediale Vermarktung des Falls und die journalistische Verantwortung des Magazins aus. Der Spiegel-Journalist Gerhard Mauz kritisierte 1982, dass die Veröffentlichung den anstehenden Prozess beeinflussen könne und stellte ethische Fragen zum Zeitpunkt der Publikation.[35]
Auf dem Stern vom 28. April 1983 prangte die Schlagzeile „Hitlers Tagebücher entdeckt“.[36] Eigentlich sollte dies der Beginn einer monatelangen Serie sein. Doch die Tagebücher erwiesen sich als Fälschung. Die Veröffentlichung wurde 1983 zu einem der größten Presseskandale Deutschlands.[37] In einer nachfolgenden Ausgabe desselben Jahres präsentierte der Stern eine Aufarbeitung der Affäre. Die Redaktion legte alle recherchierten Einzelheiten auf den Tisch, darunter auch, wie der Verlag zusammen mit dem Reporter Gerd Heidemann die normalen redaktionellen Abläufe aushebelte, um die Veröffentlichung im Geheimen vorzubereiten. So wurde die Chefredaktion erst spät informiert, die Redaktion erst in der Woche der Veröffentlichung.[38] Im Jahr 2019 rollte der Stern den Fall mit dem zehnteiligen, wöchentlichen Podcast „Faking Hitler“ neu auf. Mit bisher unveröffentlichtem Material schildert er die Beziehung zwischen Konrad Kujau und dem ehemaligen Stern-Reporter Gerd Heidemann.[39][40]
1987 sorgte das Foto des tot in der Badewanne liegenden Politikers Uwe Barschel, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein 1982–1987, für Aufregung. Der Stern-Reporter Sebastian Knauer hatte den Politiker in seinem Hotelzimmer in Genf tot vorgefunden und fotografiert. Das Foto der Leiche wurde in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen veröffentlicht.[41] Vom Presserat wurde der Stern damals für die zweimalige Veröffentlichung des Bildes gerügt.[42]
1990er Jahre
Zu Beginn des Jahres 1991 berichtete der Stern vermehrt über den Ersten Golfkrieg und veröffentlichte dazu mehrere Titelgeschichten. Der damalige Korrespondent Gerhard Kromschröder dokumentierte in einer Fotoreportage die Zerstörungen in Bagdad und schilderte die Auswirkungen der alliierten Luftangriffe auf die Bevölkerung. Er erhielt damals als einziger deutscher Printjournalist ein Visum für Bagdad.[43][44]
Am 10. Januar 1995 wurde der Stern-Korrespondent Jochen Piest in Tschetschenien ermordet als ein tschetschenischer Partisan in den Bergen bei Grosny mit einer Maschinenpistole auf mehrere Journalisten feuerte.[32]
Zum 50-jährigen Jubiläum 1998 legte der Stern über 50 Wochen lang jeder Ausgabe eine Sonderbeilage bei, die jeweils ein Jahr seit der Gründung 1948 behandelte.[45]
Im selben Jahr löste ein Interview des Stern mit Ingeborg Schäuble, der Ehefrau von Wolfgang Schäuble, eine öffentliche Debatte über dessen mögliche Kanzlerkandidatur aus. Darin äußerte sie Zweifel, ob er das Amt anstreben solle, unter anderem wegen der hohen Belastung und seiner Behinderung. Die Aussagen wurden von anderen Medien aufgegriffen und kontrovers diskutiert.[46][47]
Hintergrund des Interviews war die langjährige journalistische Begleitung Schäubles durch den Berliner Stern-Politikchef Hans Peter Schütz, der am 12. Oktober 1990 bei dem Attentat auf Wolfgang Schäuble in Oppenau anwesend war. Schütz berichtete über die Tat, bei der ein psychisch erkrankter Mann den damaligen Bundesinnenminister durch Schüsse schwer verletzte.[48] In den folgenden Jahren blieb Schütz ein politischer Beobachter und Gesprächspartner Schäubles.[49][50][51]
Am ersten Tag des Waffenstillstands im Kosovo am 13. Juni 1999 wurden Stern-Reporter Gabriel Grüner, Stern-Fotograf Volker Krämer und Stern-Mitarbeiter und Dolmetscher Senol Alit am Dulje-Pass erschossen. Nach Recherchen war der Täter ein russischer Söldner, der das Auto des Stern-Teams stahl.[32][52][53]
Seit 2000
Am 11. November 2001 wurde der freie Reporter Volker Handloik im Norden Afghanistans erschossen, wo er im Auftrag des Sterns unterwegs war. Mit ihm starben bei einem Hinterhalt der Taliban zwei französische Journalisten.[54][55]
Der Brüsseler Stern-Korrespondent Hans-Martin Tillack gewann 2007 ein Verfahren gegen den Staat Belgien. Im März 2004 hatte die belgische Polizei dessen Büro- und Privaträume durchsucht und Aktenmaterial beschlagnahmt. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) warf Tillack vor, er habe möglicherweise einen seiner Mitarbeiter bestochen, um an Informationen zu kommen. Zuvor hatte dieser auf Basis von Olaf-Dokumenten mehrfach über Korruption in der EU berichtet. Anfang 2008 deckten die Reporter von Stern und Stern.de auf, dass beim Lebensmitteldiscounter Lidl die Mitarbeiter überwacht wurden. Der Stern berichtete über den sogenannten „Lidl-Skandal“ in der Ausgabe 14/2008.[56] Die Berichterstattung löste bundesweite Diskussionen über den Schutz von Angestellten aus. Im Januar 2009 machte der Stern einen Datenskandal bei der Deutschen Bahn publik.[57] Das Magazin berichtete, dass mehr als 1000 Mitarbeiter, u. a. aus dem oberen Management, im großen Stil „ausspioniert“ wurden. Durch eine Veröffentlichung im Januar 2013 von Stern Online über ein Schweizer Nummernkonto wurde die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß bekannt, der daraufhin 2014 zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde.[58][59] Die Veröffentlichung des Porträts Der Herrenwitz über Rainer Brüderle von Laura Himmelreich im Januar 2013 löste eine umfangreiche Debatte über sexistische Bemerkungen und Übergriffe, denen sich Frauen in ihrem alltäglichen Leben ausgesetzt sehen, aus.[60][61] Das Thema wurde in vielen Print-Medien und Fernsehsendungen wie den Talkshows Markus Lanz, Maybrit Illner und Günther Jauch sowie in der internationalen Presse aufgenommen.[62]
In der Ausgabe Nummer 11/2015 veröffentlichte der Stern Auszüge aus dem neuen Buch des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, in dem dieser zum ersten Mal gestand, seine Frau Loki betrogen zu haben.[63]
Im Jahr 2017 berichtete der Stern über die finanzielle Situation des ehemaligen Tennisspielers Boris Becker, der in Großbritannien für insolvent erklärt worden war. In dem Interview räumte Becker ein, er habe sich im Zusammenhang mit dem Verfahren „intensiver kümmern müssen“, und schilderte seine Sicht auf die Ursachen der Insolvenz. Das Magazin veröffentlichte zudem Angaben zu den Forderungen von Gläubigern und zu Beckers rechtlichen Schritten gegen einzelne Ansprüche.[64]
Im Januar 2019 schenkte der Verlag Gruner + Jahr das analoge Fotoarchiv des Stern der Bayerischen Staatsbibliothek in München, um es langfristig zu bewahren und für Öffentlichkeit und Forschung zugänglich zu machen.[65] Das Archiv umfasst mehr als 15 Millionen Abzüge, Negative und Dias aus den Jahren 1948 bis 1997.[66][67] Seit 2023 ist ein Teil des Archivs online zugänglich.[68][69]
Zum Weltklimatag 2020 wurde die gedruckte Ausgabe (Nummer 40, 24. September 2020) in einer umfassenden und einmaligen Kooperation mit Fridays for Future gemeinsam entwickelt und produziert. Neben der gedruckten Ausgabe wurden auch die digitalen Angebote für 2 Tage gemeinsam mit FFF fast ausschließlich der Klimakrise gewidmet.[70] Da zum ersten Mal in 72 Jahren Außenstehende Einfluss auf die Entstehung des Hefts nehmen konnten, wurde dies auch kontrovers diskutiert.[71][72]
Zum 1. März 2021 fusionierten die Hauptstadtredaktion des Stern und die Redaktionen der Zeitschriften Capital und Business Punk. Die Politik- und Wirtschafts-Redaktion des Stern in Hamburg wurde aufgelöst.[73]
Im Mai 2022 löste ein Beitrag des Rechercheformats STRG F des NDR mit Details zur Vergangenheit des Ex-Stern-Chefredakteurs und Magazininitiators Nannen im Zweiten Weltkrieg eine Debatte aus. Der Nannen Preis für herausragenden Journalismus wurde im Juni 2022 als STERN Preis verliehen. Bertelsmann hat das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) beauftragt, den Umgang des früheren Chefredakteurs Henri Nannen (1913–1996) mit dem Nationalsozialismus zu erforschen.[74][75]
Im selben Jahr führte der Stern ein Interview mit Altkanzler Gerhard Schröder, das bundesweit große Aufmerksamkeit erregte. Schröder äußerte sich darin unter anderem zu seiner umstrittenen Russland-Politik und zu seinem Verhältnis zu Wladimir Putin. Mehrere Medien griffen das Gespräch auf und ordneten seine Aussagen kritisch ein.[76] Auch 2022 veröffentlichte der Stern gemeinsam mit RTL ein Interview mit der früheren US-First-Lady Michelle Obama, in dem sie sich besorgt über ein mögliches politisches Comeback von Donald Trump äußerte. Sie sagte, „der Gedanke daran entsetzt mich zutiefst“.[77]
Seit 2022 verzeichnete der Stern einen Anstieg seiner medialen Sichtbarkeit und Zitierungen. Unter Chefredakteur Gregor Peter Schmitz, der im Mai 2022 die Leitung übernahm, wurden Inhalte verstärkt gemeinsam mit den Partnermedien RTL News, ntv und Capital produziert und veröffentlicht. Diese Kooperation führte laut Media-Tenor-Analysen zu einem deutlichen Zuwachs an Zitierungen in anderen Medien.[78][79]
Im Januar 2023 sprach Dieter Bohlen im Stern über seine Rückkehr als Juror in der 20. Staffel der RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar. Er erklärte, der Rauswurf bei RTL im Jahr 2021 habe ihm „sehr weh getan“ und verglich die Situation mit einer Trennung, die ihn völlig unvorbereitet getroffen habe. Zugleich betonte Bohlen, er sei nur zurückgekehrt, weil ihm niemand Vorgaben zu seinen Äußerungen mache, und kündigte an, sich selbst treu zu bleiben, auch wenn man „nicht mehr alles sagen“ könne.[80]
Im Mai 2023 veröffentlichte der Stern ein Interview mit Jan Böhmermann, das für breite Resonanz in der Medienberichterstattung sorgte. Nach Einschätzung des Fachmagazins Meedia stellte das Gespräch eine der aufsehenerregendsten Stern-Titelgeschichten jener Zeit dar, blieb inhaltlich aber hinter den Erwartungen zurück. Kritisiert wurde unter anderem, dass im Interview keine Fragen zu früheren umstrittenen Recherchen des ZDF Magazin Royale, etwa zu Fynn Kliemann oder dem CSU-Politiker Christian Schmidt, gestellt worden seien. Stattdessen habe das Gespräch überwiegend persönliche Themen behandelt, so Stefan Winterbauer.[81]
Im Oktober 2023 äußerte sich Til Schweiger im Stern erstmals ausführlich zu den Vorwürfen über ein belastendes Arbeitsklima bei den Dreharbeiten zum Film Manta Manta – Zwoter Teil. Er erklärte, niemand müsse Angst vor ihm haben, räumte aber ein, dass er durch seinen Alkoholkonsum die Kontrolle verloren habe und sich inzwischen in Therapie befinde. Schweiger sagte, er wolle „ein besserer Mensch werden“ und arbeite an sich. Zuvor hatte der Spiegel über ein „Klima der Angst“ am Set berichtet und eine externe Untersuchung durch Constantin Film ausgelöst.[82]
Im Januar 2024 sprach Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Stern über die Debatte um ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD. Er äußerte sich zurückhaltend zu den Erfolgsaussichten eines solchen Schritts und betonte die hohen verfassungsrechtlichen Anforderungen. Zugleich machte er deutlich, dass er die Partei als zunehmend nationalistisch und demokratiefeindlich einstuft.[83]
Im April 2024 veröffentlichte der Stern ein Interview mit dem Comedian Luke Mockridge, in dem dieser über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexualisierten Gewalt, über die Folgen für seine Karriere sowie über persönliche Krisen sprach. Mockridge äußerte, er habe in der Vergangenheit eine „fast sportliche Motivation, Frauen aufzureißen“ gehabt und bezeichnete dieses Verhalten im Rückblick als „spätpubertär“ und „uncool“. Die Veröffentlichung führte zu einer breiten Debatte in sozialen Medien und über 10.000 Kommentaren. Mehrere Kritiker warfen dem Stern vor, dem Comedian eine Bühne zu bieten, während andere den offenen Umgang des Magazins mit der eigenen Interviewstrategie lobten.[84]
2024 erregte das Magazin mit der dritten Folge seines crossmedialen Formats „Stern Investigativ“ (Kooperation mit RTL) mit einer Recherche zur Berliner Charité[85] bundesweit Aufmerksamkeit.[86] Die beiden vorherigen Folgen handelten von Missständen beim Autobauer Tesla in Brandenburg[87] und von der Reichsbürger-Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß.[88] Die Recherchen über die Missstände bei Kaufland hatten Konsequenzen bei der Supermarktkette. So tauschte Kaufland nach den Enthüllungen von Stern und RTL zwei Filial-Leitungen aus, eine Filiale wurde vorübergehend ganz geschlossen.[89]
Im Jahr 2024 bezeichnete das Fachmagazin Kress den Aufwärtstrend als „Comeback des Stern“ und ordnete das Magazin unter den meistzitierten deutschen Medien ein.[90] Im Jahr 2025 stieg die Mediengruppe RTL/ntv/Stern erstmals auf Platz fünf der Zitate-Rangliste und lag damit vor der ARD-Gruppe.[79]
Im Februar 2025 erschien im Stern ein Interview mit dem Model und Fernsehstar Heidi Klum, in dem sie über ihre Karriere, ihre Rolle als Produzentin von Germany’s Next Topmodel und über Entwicklungen in der Modebranche sprach. Sie thematisierte die Belastungen während der Dreharbeiten sowie den Umgang mit Kritik an der Sendung. Auch ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung in der Modebranche kamen zur Sprache.[91]
Im selben Jahr berichtete der Stern, dass die erste Regierungserklärung des neu gewählten Bundeskanzlers Friedrich Merz von dem bisherigen Chefredenschreiber seines Vorgängers Olaf Scholz verfasst worden sei. Nach Angaben des Magazins stammte der Entwurf von Christian Doktor, der bereits für Scholz die sogenannte „Zeitenwende“-Rede geschrieben hatte.[92]
Vorwürfe der Medienkonzentration
Nach der Fusion von Gruner + Jahr und RTL berichtete das Branchenportal Medieninsider über die zugenommene Medienkonzentration bei RTL unter Gregor Peter Schmitz als Chefredakteur.[93] So veröffentlichte der Stern zum Start des Musikangebots bei RTL+ „eine ausführliche Meldung inklusive der Preisstaffelungen“.[94] Wenig später „folgte eine News zur App-Erweiterung durch Podcasts“.[95] Unter der Marke Stern-Charts erschien zudem monatlich ein Podcast-Ranking im Print-Stern, das „im Auftrag von RTL+ Musik“ erstellt wurde und in dem oft RTL-Formate vertreten waren. Medieninsider bemängelte zudem, dass ein Artikel über „Spenden und außergewöhnliche Aktionen“ der UFA im Ahrtal ohne Kennzeichnung von einer Pressesprecherin der UFA geschrieben wurde.[96] Die UFA gehört wie der Stern zu Bertelsmann.
stern.de
Mit Stern.de ist das Magazin seit 1995 auch online vertreten. Das Online-Angebot wurde bis zum Übergang zur RTL News GmbH 2021[97] von der Stern.de GmbH betrieben, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Verlagshauses Gruner + Jahr.
1999 übernahm Holger Lück die Position des Projektleiters bei der damaligen Gruner + Jahr-Tochter Electronic Media Service.[98] Stern.de entwickelte sich damit zunächst redaktionell unabhängig von der Print-Redaktion, mit eigenen Ressorts und einer eigenen Leitung.[99] Die erste Chefredakteurin wurde ab dem 1. August 2002 Barbara Hamm, sie war auch neben Bernd Buchholz Geschäftsführerin.[100] 2006 folgte auf sie der Stern-Politik-Ressortleiter Frank Thomsen,[101] der 2013 von Anita Zielina abgelöst wurde.[102]
2014 übernahm Philipp Jessen die Chefredaktion von Stern.de.[103] 2017 kam Anna-Beeke Gretemeier hinzu,[104] die ab Anfang 2019 zusammen mit Florian Gless Stern und Stern.de in einer gemeinsamen Doppelspitze führte.[105] Im Jahr 2022 war kurzzeitig Wolf-Ulrich Schüler für Stern.de verantwortlich.[106]
Anfang 2023 übernahm Gregor Peter Schmitz die Chefredaktion des Stern sowohl für Print als auch Digital und verkündete einen Strategiewechsel mit einer Ausrichtung auf das Bezahlangebot.[107] Dazu wurde ein Relaunch vorbereitet, der auch die Magazin-Marken GEO und Capital im Bezahlangebot Stern+ integrierte. Im Oktober 2024 launchte die Redaktion einen völlig neuen Webauftritt sowie eine neue App.[108] Als Ziel hierfür wurden 100.000 Digitalabonnenten für Stern+ bis Ende 2026 erklärt.[109]
Redaktion
Chefredakteure
- 1948–1949: Gerd Klaass[110]
- 1949: Heinrich Hauser[111]
- 1949–1980: Henri Nannen[112]
- 1980–1983: Rolf Gillhausen,[113] Peter Koch[114] und Felix Schmidt[115]
- 1983–1984: Rolf Gillhausen und Peter Scholl-Latour[116]
- 1984–1986: Rolf Winter[117]
- 1986–1989: Heiner Bremer,[118] Michael Jürgs und Klaus Liedtke[119]
- 1989–1990: Michael Jürgs[120] und Herbert Riehl-Heyse[121]
- 1990–1994: Rolf Schmidt-Holtz[122]
- 1994–1998: Werner Funk[123]
- 1999: Michael Maier[124]
- 1999–2013: Thomas Osterkorn[125] und Andreas Petzold,[126] im Januar 2013 ergänzt um Dominik Wichmann
- 2013–2014: Dominik Wichmann[127]
- 2014–2018: Christian Krug[128]
- 2019–2022: Florian Gless und Anna-Beeke Gretemeier[129]
- 2022–2023: Gregor Peter Schmitz (Vorsitzender) und Anna-Beeke Gretemeier[5] (die im Juli 2023 bekanntgab, nach ihrer Elternzeit die Redaktion zu verlassen)
- seit 2023: Gregor Peter Schmitz (Vorsitzender), Cornelia Fuchs, Giuseppe di Grazia (Stv.) und Laura-Lena Förster (stellv. Chefredakteurin)[130]
Bekannte Mitarbeiter
- Hanns-Jörg Anders, Fotograf[131]
- Micky Beisenherz, Kolumnist[132]
- Manfred Bissinger, stellvertretender Chefredakteur, davor u. a. Redakteur (1967–1978)[133]
- Randy Braumann, Kriegsberichterstatter[134]
- Vicco von Bülow (Loriot)[135]
- Martin Debes, Politikjournalist[136]
- Michael Ebert, Redakteuer Neon[137]
- Jörg Andrees Elten, langjähriger Auslandskorrespondent (1963–1979)[138]
- Niklas Frank, Kulturchef[139]
- Nico Fried, politischer Chefkorrespondent[140]
- Anneliese Friedman, Kolumne Sibylle von 1960–1970[141]
- Nora Gantenbrink, Reporterin[142]
- Rolf Gillhausen, Fotograf[30]
- Gabriel Grüner, Auslandsreporter und Kriegsberichterstatter (1999 im Kosovo ermordet)[143]
- Sebastian Haffner, langjähriger Kolumnist[144]
- Gerd Heidemann, langjähriger Chef-Reporter, der 1983 die gefälschten Hitler-Tagebücher vermittelte und die Geldübergaben organisierte[145][146]
- Malte Herwig, Podcast Faking Hitler[147]
- Volker Hinz, Fotograf
- Miriam Hollstein, Chefreporterin[148]
- Thomas Höpker, Fotograf[149]
- Dieter Hünerkoch, geschäftsführender Redakteur (bis 2000)[150]
- Hans-Ulrich Jörges, von 2003 bis 2017 Mitglied der Chefredaktion, Kolumnist[151]
- Tina Kaiser, Investigativ-Reporterin[152]
- Ulrich Klever, langjähriger Kolumnist
- Ingrid Kolb, Journalistin[153]
- Volker Krämer, Fotograf[53]
- Perry Kretz, langjähriger Fotograf, berichtete über diverse Kriegsschauplätze in der Welt, insbesondere über den Vietnamkrieg[154]
- Erich Kuby, Publizist und Journalist, freie Mitarbeit[155]
- Ildikó von Kürthy, Redakteurin[156]
- Robert Lebeck, langjähriger Fotograf[157]
- Hans Mahr, ab 1986 Büroleiter in Wien[158]
- Golo Mann, Journalist[159]
- Jagoda Marinić, Kolumnistin[160]
- Veit Medick, Politikjournalist[161]
- Niklaus Meienberg, Schweizer Journalist und Schriftsteller, 1982–1983 Leiter des Pariser Büros[162]
- Birte Meier, Investigativ-Reporterin[163]
- Til Mette, Cartoonist
- Konrad R. Müller, Fotograf[164]
- Marc Neller, Investigativ-Reporter[165]
- Helmut Newton, Fotograf[166]
- Reimar Oltmanns, Autor und stellvertretender Leiter Sonderthemen[167]
- Jürgen Petschull, Reporter und Autor, 1970–1995 Autor von Sachbüchern und Romanen[168]
- Petra Reski, Journalistin[169]
- Michael Ruetz, 1969–1973 Fotograf der Redaktion in Hamburg[170]
- Kester Schlenz, Redakteur und Schriftsteller[171]
- Harald Schmitt, Fotograf (seit 1977)[172]
- Oliver Schröm, Investigativ-Reporter[173]
- Wolf Schneider, Journalist[174]
- Günther Schwarberg, langjähriger Redakteur (bis 1988)[175]
- Jay Ullal, drei Jahrzehnte lang Fotograf[176]
Ableger
Beilagen
Von Januar 1986 bis Juli 2025 lag jeder Ausgabe des Stern das TV Magazin bei. Zuvor war der Abdruck des wöchentlichen Fernsehprogramms Bestandteil des Hauptheftes.
Das Sternchen war die Kinderbeilage der Zeitschrift Stern. Mit Heft 24/1953 startete die Zeitschrift eine Kinderbeilage in Form eines beigelegten mehrseitigen Heftes, das den Titel Das Sternchen trug (Werbeslogan: „Kinder haben Sternchen gern – Sternchen ist das Kind vom Stern“). 1961 wurde Das Sternchen als separate Heftbeilage eingestellt und in eine Doppelseite im Stern verwandelt.
- Roland Kohlsaat (Jimmy das Gummipferd, 1953–1977)[177]
- Loriot (Reinhold das Nashorn, 1953–1970)[178]
- Hans Jürgen Press (Der kleine Herr Jakob), auch gemeinsam mit Fritz Raab (Die Abenteuer der »schwarzen Hand«)[179]
- F. W. Richter-Johnsen[180] und Fritz Raab (Taró)[181]
Sonderhefte
- Sonderheft Stern Extra – 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland (26. Februar 2009)[182]
- Sonderheft Stern Extra – Barack Obama (30. März 2009)[183]
- Sonderheft Stern Extra – Die Macht des Geldes (19. Juni 2009)
- Sonderheft Stern Extra – Vor 20 Jahren: So fiel die Mauer (18. September 2009)[184]
- Sonderheft Stern Extra – Die sechs Weltreligionen (13. November 2009)[185]
- Sonderheft Stern Extra – 60 Jahre Formel 1 (29. März 2010)[186]
- Sonderheft Stern Extra – Südafrika (7. Juni 2010)[187]
- Sonderheft Stern Extra – Die Geschichte der Deutschen (3/2010)
- Sonderheft Stern Extra – Die heiligen Schriften (2/2011)
- Sonderheft Stern Extra – Preußen (1/2012)
- Sonderheft Stern Extra – Helmut Schmidt: Ein Jahrhundertleben (2015)
- Sonderheft Stern Extra – Adieu, Karl (2019)
Zeitschriftenfamilie
Neben Stern gibt es die so genannten Line Extensions – eigenständige Zeitschriftenreihen, die auch unter dem Logo Stern erscheinen:
Ehemalige
- Stern Fotografie (1996–2014)
- Konr@d (1997–1999)
- Hirschhausens Stern Gesund leben (2003–2023; bis 2017 Stern Gesund leben)
- Neon (2003–2018)[188]
- View (2005–2023)
- Nido (2009–2019)[189]
- Yuno (2010–2012)[190]
- Viva (2012–2015)[191]
- JWD – Joko Winterscheidts Druckerzeugnis (2018–2019)[192]
Aktuelle
- Crime – Wahre Verbrechen (seit 2015)
Podcasts und Diskuthek
Die Redaktion publiziert seit 2015 den Stern Podcast. Darüber hinaus werden verschiedene thematische Podcasts wie „Survivors“, „Vater. Tochter. Weltgeschehen.“ und „Die Boss – Macht ist weiblich“ angeboten.[193][194][195]
Zum Podcast-Angebot zählen seit 2019 regelmäßige Formate wie „Stern Crime Spurensuche“,[196] „Stern Crime Wahre Verbrechen“ (gemeinsam mit Audible),[197] „Die Diagnose“[198] sowie seit 2025 der politische „Fünf-Minuten-Talk“.[199][200]
Darüber hinaus produziert die Redaktion seriell erzählte True-Crime-Podcasts, darunter im Jahr 2022 „Frauke Liebs – Die Suche nach dem Mörder“[201] und im Jahr 2025 „Luchterhandt“.[202]
2018 wurde mit „Faking Hitler“ ein Podcast erstellt, der die Affäre um die gefälschten Hitler-Tagebücher neu aufrollt.[203]
2019 startete der Stern bei YouTube das Debattenformat „Diskuthek“, in dem mindestens zwei Gäste aufeinander treffen, um über aktuelle Themen zu diskutieren.[204] Die erste Folge von Juni 2019 mit Philipp Amthor und Kevin Kühnert erzielte nach 8 Monaten mehr als 1 Mio. Aufrufe.[205]
Einige Podcasts werden seit 2019 von dem Unternehmen Audio Alliance in Berlin produziert, das zentral alle Podcasts und Audio-on-Demand-Angebote der sechs Bertelsmann-Content-Alliance-Partner Mediengruppe RTL Deutschland, RTL Radio Deutschland, UFA, Verlagsgruppe Random House, Gruner + Jahr und BMG betreut.[206][207][208]
Darüber hinaus veranstaltet die Redaktion unter dem Titel „Stern-Stunde“ Gesprächsrunden mit Gästen zu politischen und gesellschaftlichen Themen, die von ntv und Stern.de live übertragen werden. Die Interviews werden von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz geführt.[209]
Fernsehsendungen
Beim Fernsehsender RTL läuft seit 1990 das Magazin Stern TV.[210] Der Fernsehsender VOX sendete von 1998 bis 2010 das Magazin Stern TV Reportage. Produzent beider Sendungen ist i&u TV.[211] Seit 2024 läuft bei RTL die Sendung Stern Investigativ im Abendprogramm.[212]
Engagement
Bereits 1968 machte der Stern auf die hungernden Kinder in Biafra aufmerksam.[213] In den folgenden Jahrzehnten engagierte sich das Magazin unter anderem in der Spendenkampagne „Helft Russland“, die 1990 gemeinsam mit dem ZDF und der Hilfsorganisation Care Deutschland initiiert wurde. Anlass war die wirtschaftliche und medizinische Notlage in der Sowjetunion nach Beginn der Reformpolitik unter Michail Gorbatschow. Die Aktion rief bundesweit zu Spenden auf und erzielte rund 138 Millionen DM.[214][215]
Nach dem Tsunami von 2004 initiierte der Stern die Aktion „Schulen helfen Schulen“, bei der gemeinsam mit der Welthungerhilfe acht Schulen in Sri Lanka und der indonesischen Provinz Aceh wiederaufgebaut wurden.[216]
Im Jahr 2003 wurde die „Stiftung Stern – Hilfe für Menschen e. V.“ gegründet, die eingehende Spenden koordiniert und deren Verwendung dokumentiert.[217] Seit 2021 unterstützt die Stiftung in Kooperation mit der Welthungerhilfe ein Projekt im kenianischen Dorf Kinakoni, das Ansätze zur Bekämpfung von Hunger erprobt.[218][219]
Der Stern unterstützt die folgenden Initiativen (Stand 2025):
- Deutscher Gründerpreis[220]
- Jugend forscht[221]
- Stern-Aktion Mut gegen rechte Gewalt[222]
- Stiftung Stern – Hilfe für Menschen[223]
- Stern-Zeit-Blindenzeitschrift[224]
Seit 2012 vergibt die Redaktion jedes Jahr das Stipendium Stern Junge Fotografie an einen herausragenden Fotojournalisten.[225] Das Stipendium beinhaltet einen Jahresvertrag, innerhalb dessen der Stipendiat als festes Redaktionsmitglied in der Hamburger Redaktion arbeitet.[226] Daneben vergibt die Zeitschrift den mit 10.000 € dotierten Stern Grant für Fotografen. Der Grant ermöglicht Talenten die langfristige Beschäftigung mit einem journalistischen Thema.[227]
Mut gegen rechte Gewalt
Gemeinsam mit der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung gründete der Stern im Jahr 2000 die Kampagne „Mut gegen rechte Gewalt“. Mehr als zwei Millionen Euro Spenden wurden in 18 Jahren gesammelt und damit über 200 Projekte gefördert.[228][229] Im Rahmen dieser Kampagne entstand kurz danach auch die Initiative „Exit-Deutschland“, basierend auf der Idee von und unter Federführung des Berliner Kriminologen Bernd Wagner.[230][231] Nachdem der Stern eine Ausgabe mit Alice Weidel auf dem Cover veröffentlichte, warf die Amadeu-Antonio-Stiftung dem Magazin „Aufwertung, Verharmlosung und Normalisierung“ der AfD vor.[232]
Stern-Preis
Gemeinsam mit dem Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr zeichnet der Stern jedes Jahr die besten journalistischen Arbeiten in Print und Online des Vorjahres mit dem Stern-Preis (ehemals Nannen Preis und Henri-Nannen-Preis) aus.[233] Die Auszeichnung wird in mehreren Kategorien verliehen. Der Stern-Preis wird seit 2005 vergeben.[234]
Wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte des Stern
Im Juli 2022 beauftragte Bertelsmann das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München mit der Aufarbeitung der Geschichte des Magazins. Der Forschungsauftrag wurde vom Bertelsmann-Vorstand in Kooperation mit Tochterfirmen initiiert. Der Forschungszeitraum umfasst die Jahre ab Gründung des Stern bis zu Nannens Ausscheiden 1983. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach der Rolle Nannens im NS-Regime.[235]
Literatur
- Michael Schornstheimer: Bombenstimmung und Katzenjammer – Vergangenheitsbewältigung: Quick und Stern in den 50er Jahren. Pahl-Rugenstein, Köln 1989, ISBN 3-7609-1278-8.
- Michael Schornstheimer: Die leuchtenden Augen der Frontsoldaten – Nationalsozialismus und Krieg in den Illustriertenromanen der fünfziger Jahre. Metropol, Berlin 1995, ISBN 3-926893-05-2.
- Erich Kuby: Der Fall Stern und die Folgen. Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg 1983, ISBN 3-922144-33-0.
- Arnulf Siebeneicker: „Ich fixiere, was ist.“ Robert Lebecks Fotoreportagen für den stern. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 1 (2004), S. 111–121.
- Günther Schwarberg: Das vergess ich nie. Erinnerungen aus einem Reporterleben. Steidl, Göttingen 2007, ISBN 978-3-86521-560-4 [45].
- Michael Seufert: Der Skandal um die Hitler-Tagebücher. Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 3-502-15119-9.
- Tim Tolsdorff: Von der Stern-Schnuppe zum Fix-Stern. Zwei deutsche Illustrierte und ihre gemeinsame Geschichte vor und nach 1945. Herbert von Halem Verlag, Köln 2014, ISBN 978-3-86962-097-8.[236]
- Sebastian Barth: Umgeschriebene Geschichte? Die Hitler-Tagebücher und ihr Echo (Forum historische Forschung: moderne Welt). Kohlhammer, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-17-043760-9, 525 S.
Weblinks
- stern.de
- Wirtschaftswundermuseum: Die Zeitschrift Stern abgerufen am 19. Januar 2022.
- Stern Foto-Archiv BSB München
- Historische Magazine
- Geschichte des Sterns beim Institut für Zeitgeschichte