Wikiwand AI

Der besondere Tag: Fernfahrer Hans Hoffmann und seine Tochter

Film von Ernst Cantzler From Wikipedia, the free encyclopedia

Fernfahrer Hans Hoffmann und seine Tochter ist ein Dokumentarkurzfilm von Ernst Cantzler aus dem Jahr 1980. Er ist eine Folge aus der Kinderfernsehfilmreihe Der besondere Tag, wurde aber damals wahrscheinlich nicht gesendet. Die erste bekannte Aufführung gab es erst 2019.

TitelFernfahrer Hans Hoffmann und seine Tochter
ProduktionslandDDR
Länge19 Minuten
Produktions­unternehmenDEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Folge der Reihe Der besondere Tag
Titel Fernfahrer Hans Hoffmann und seine Tochter
Produktionsland DDR
Länge 19 Minuten
Produktions­unternehmen DEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR
Stab
Regie Ernst Cantzler
Drehbuch Ernst Cantzler, Holmar Attila Mück
Musik Reinhard Lakomy
Kamera Christian Lehmann
Schnitt Yvonne Loquens
Schließen

Inhalt

Der Film zeigt eine Fahrt des Fernfahrers Hans Hoffmann mit seiner etwa 15-jährigen Tochter Regina nach Polen, wo er Erdbeeren nach der Ernte abholen soll, und wieder zurück. Der Sattelzug Volvo F89 der Spedition VEB Deutrans biegt am Schönefelder Kreuz in Richtung Polen ab. Der Kraftfahrer erfüllt mit dieser Fahrt einen zehn Jahre alten Wunsch seiner Tochter. Der gelernte Tischler ist bereits über 25 Jahre Fernfahrer und fuhr schon in viele Länder, von Belgien bis in die Sowjetunion und von Bulgarien bis nach Skandinavien. Er hat auch schon fast alles transportiert, wie Milchtüten, Holz, Turnschuhe, Maschinenteile, Campingmöbel und sogar Schildkröten.

Während der Fahrt auf der Autobahn durch Polen sind Städte und Dörfer mit Kirchen, winkende Jugendliche mit Rucksäcken, Arbeiter und weiteres zu sehen. Regina meint, es sieht fast alles wie in der DDR aus, nur die Ortsschilder sind anders, denn wenn man die Namen liest, bekommt man fast einen Knoten in der Zunge.

Als sie in dem Dorf in der Nähe von Poznań angekommen sind, wird der Sattelauflieger per Hand mit den Erdbeerkörbchen bis in die Nacht beladen. Regina wird auf dem Hof sofort freudig von einem Hund begrüßt und lernt auch Janek kennen, der in den Ferien hier als Traktorist arbeitet. Sie können sich zwar nicht verstehen, tauschen aber am Ende ihre Adressen aus.

Während der Rückfahrt liegt sie im Bett der Fahrerkabine und lässt den vergangenen Tag noch einmal an sich vorüberziehen. Als Vater und Tochter wieder in der DDR eintreffen, ist es bereits wieder hell und Regina stellt fest, dass diese Fahrt für sie ein Abenteuer war, obwohl sie sich die Reise aufregender vorgestellt hat. Auf jeden Fall kommt sie zu dem Schluss, dass der Beruf eines Fernfahrers doch nichts für sie ist.

Entstehung

Fernfahrer Hans Hoffmann und seine Tochter war eine Folge der Dokumentarfilmreihe Der besondere Tag, die vom DEFA-Studio für Dokumentarfilme für die Gruppe Kinder- und Jugendfilm des DDR-Fernsehens hergestellt wurde. Sie entstand im Rahmen von Zusammenarbeiten mit dem polnischen Fernsehen Polska Telewizja, um das Nachbarland mehr darzustellen.[1]

Die Fahrt mit dem Lkw nach Polen fand Anfang Juli 1980 statt, Produktionsunterlagen über die Befreiung der Tochter Regina vom Unterricht aus der Klasse 9c der Otto-Grotewohl-Schule in der Rolandstraße in Berlin-Pankow mit der Genehmigung des Stadtbezirksschulrats sind erhalten.[2] Die gesprochenen Texte von ihr (und wahrscheinlich auch von ihrem Vater) wurden vorher allgemein mit ihr abgesprochen, ebenso ihr Erlebnisbericht danach. Ihre Stimme wurde wahrscheinlich danach von einem anderen Mädchen synchronisiert.[3]

Weitere Texte waren von Manfred Krysek (der im Abspann nicht erwähnt wurde, da er sich danach in die Bundesrepublik gezogen war), die Dramaturgie hatte Erwin Nippert. Die Musik war von dem bekannten Kinderliedkomponisten Reinhard Lakomy.

Verspätete Erstaufführung

Die Studioabnahme, die staatliche Abnahme und die Endfertigung fanden bis Ende August 1980 statt. Allerdings ist danach kein Sendetermin in den verschiedenen Programmverzeichnissen zu finden, die im Deutschen Rundfunkarchiv erhalten sind.[4] Wahrscheinlich kam es zu keiner Ausstrahlung im DDR-Fernsehen, da es am 31. August 1980 in Polen eine Vereinbarung der freien Gewerkschaft Solidarność mit staatlichen Vertretern gab und danach die DDR ihre Veröffentlichungen über das Nachbarland veränderte.

Die erste bekannte öffentliche Aufführung gab es erst am 15. Dezember 2019 im Berliner Zeughauskino.[5]

Literatur

  • Thomas Heimann: Freundschaft – Przyjaźń? Kamerablicke aus der DDR auf den polnischen Nachbarn. DEFA-Stiftung, Berlin 2020. S. 101–103, mit detaillierten Hintergrundangaben über den Produktionsverlauf

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks