Desfontainia spinosa
Art der Gattung Desfontainia
From Wikipedia, the free encyclopedia
Desfontainia spinosa ist eine Art der Pflanzengattung Desfontainia in der artenarmen Familie der Columelliaceae innerhalb der Ordnung Bruniales. Sie ist eine neotropische Art.
| Desfontainia spinosa | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Desfontainia spinosa | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Desfontainia | ||||||||||||
| Ruiz & Pav. | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Desfontainia spinosa | ||||||||||||
| Ruiz & Pav. |
Beschreibung


Vegetative Merkmale
Desfontainia spinosa wächst als immergrüner Strauch, der Wuchshöhen von etwa 2 Metern erreicht. Nach Leeuwenberg erreicht sie auch 4 (bis 5) Meter Höhe.
Die gegenständigen und kurz gestielten Laubblätter sind einfach. Sie sind ledrig, kahl, oberseits glänzend, unterseits heller, elliptisch oder eiförmig bis verkehrt-eiförmig, ihre entfernt gezähnten Blattränder und -spitzen sind dornig, stachelspitzig und so ähneln ihre Blätter denen der Stechpalmen (Ilex).
Generative Merkmale
Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Die zwittrigen und kurz gestielten, oft hängenden Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die fünf scharlachroten bis innen gelben Kronblätter sind röhrig, trompetenförmig verwachsen mit kurzen, aufrechten Lappen und die Krone ist bis zu 5 Zentimeter lang. Es sind fünf fast sitzende Staubblätter oben in der Kronröhre am Schlund vorhanden. Der mehrkammerige Fruchtknoten ist oberständige mit einem langen schlanken Griffel.
Auf der fleischigen, bei Reife weißen bis gelben, vielsamigen, bis 1,5 Zentimeter großen, rundlichen Beere ist der Kelch noch deutlich erkennbar. Die kleinen Samen sind schwärzlich.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.
Verbreitung
Die Heimat von Desfontainia spinosa liegt nach POWO im Osten von Peru.[1] Bei einer weiteren Fassung der Art (wie bei Leeuwenberg 1969) reicht die Verbreitung von Costa Rica bis nach Peru, Chile und Argentinien in den Anden.
Taxonomie
Die Gattung Desfontainia wurde 1794 von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón in Florae Peruvianae, et Chilensis Prodromus, sive novorum generum plantrum peruvianum, et chilensium descriptiones et icones Seite 29 Tafel 5 erstbeschrieben.[2] Der Gattungsname Desfontainia ehrt den französischen Arzt und Botaniker René Louiche Desfontaines (1750–1833).[3] Die Art Desfontainia spinosa wurde 1799 von denselben Autoren in Flora Peruviana, et Chilensis Band 2 Seite 47 Tafel 186 beschrieben.[4] Synonyme sind Linkia peruviana Pers. 1805 und Linkia spinosa (Ruiz & Pav.) Poir. 1814.[1]
Geschichte der Einführung nach Europa
Der Pflanzensammler William Lobb, der im Auftrag von Veitch & Sons 1840 bis 1848 in verschiedenen Ländern Südamerikas auf der Jagd nach neu einzuführenden Pflanzenarten war, sammelte die Desfontainia spinosa gleichzeitig mit der Chilenischen Araukarie (Araucaria araucana) um 1843/44. Ein Bericht darüber erschien im Curtis’s Botanical Magazine 4781 (1854).
Später, etwa 1925, folgte ihm der Pflanzensammler Harold Frederick Comber nach, dessen Vater oberster Gärtner bei Nymans (West Sussex) war. Er führte eine Form mit zinnoberroten Blüten ein, die Desfontainia spinosa ‘Harold Comber’.
Systematik
Früher wurde die Gattung Desfontainia in die Familie der Brechnussgewächse (Loganiaceae) gestellt. Manche Autoren stellen diese Gattung in eine eigene Familie Desfontainiaceae Endl. mit einer einzigen Art. Untersuchungen von Bremer et al. 1994, Backlund & Bremer 1997, Bell et al. 2001 zeigen, dass die bisherige Einordnung ins System nicht gültig ist und so steht die Familie Columelliaceae heute in keiner Ordnung. Eine ausführliche Beschreibung der Art und ihrer Probleme mit genauer Verbreitung findet sich bei Leeuwenberg 1969.
Verwandte Arten
Nach POWO unterscheidet man in der Gattung Desfontainia heute 3 Arten.[1] Außer Desfontainia spinosa sind das:
Quellen
- A.J.M.Leeuwenberg: Notes on American Loganiaceae. IV. Revision of Desfontainia Ruiz et Pav. In: Acta Botanica Neerlandica Band 18, Teil 6, Seite 669–679, 1969.
- Anders Backlund, Birgitta Bremer: Phylogeny of the Asteridae s. str. based on rbcL sequences, with particular reference to the Dipsacales. In: Plant Systematics and Evolution Band 207, Nr. 3/4, 1997, ISSN 0378-2697, S. 225–254, doi:10.1007/BF00984390.
- The European Garden Flora. Volume VI, Part IV, Cambridge Univ. Press, 2000, ISBN 0-521-42097-0, S. 18.
- Die Familie der Columelliaceae auf der APWebsite - Angiosperm Phylogeny Website.
- Die Familie der Desfontainiaceae mit der einzigen Desfontainia bei DELTA. (Abschnitt Beschreibung)
- Bebilderte Beschreibung beim St. Andrews Botanic Garden im Webarchiv. ( vom 6. Februar 2008 im Internet Archive) (engl.)