Detroit People Mover

Hochbahnsystem From Wikipedia, the free encyclopedia

Detroit People Mover
DPM am Times Square
DPM am Times Square
Streckenlänge:4,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:seitliche Stromschiene 600 V =
Zweigleisigkeit:nein
U-Bahn-Strecke von linksU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle querU-Bahn-Strecke von rechts
Broadway
U-Bahn-BahnhofU-Bahn-Strecke geradeaus
Grand Circus Park Übergang
U-Bahn-Abzweig geradeaus und nach linksU-Bahn-Strecke von rechtsU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle
Cadillac Center
U-Bahn-Haltepunkt / HaltestelleU-Bahn-BlockstelleU-Bahn-Strecke geradeaus
Times Square Betriebshof
U-Bahn-Abzweig geradeaus und von linksU-Bahn-Strecke nach rechtsU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle
Greektown
U-Bahn-Haltepunkt / HaltestelleU-Bahn-Strecke geradeaus
Michigan Avenue
U-Bahn-StreckeU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle
Bricktown
U-Bahn-Haltepunkt / HaltestelleU-Bahn-Strecke geradeaus
Fort/Cass
U-Bahn-TunnelanfangU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle
Renaissance Center
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)U-Bahn-Strecke geradeaus
Huntington Place (TCF Center)
U-Bahn-TunnelendeU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle
Millender Center
U-Bahn-Haltepunkt / HaltestelleU-Bahn-Strecke geradeaus
West Riverfront (Joe Louis Arena)
U-Bahn-Strecke nach linksU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle querU-Bahn-Strecke nach rechts
Financial District

ORM-Karte

Der Detroit Peoplemover ist ein 4,7 Kilometer langes, automatisch betriebenes Hochbahnsystem, das die Innenstadt von Detroit umschließt.[1] Betrieben wird der Peoplemover von der Detroit Transportation Corporation der Stadt Detroit. Die Fahrgäste sind zumeist Geschäftsreisende, Touristen und Arbeitnehmer aus den Geschäften und Büros der Innenstadt.[2]

Geschichte

Der Detroit Peoplemover hat seine Ursprünge im Jahr 1966 mit Gründung der Urban Mass Transportation Administration (UMTA) durch den Kongress. Die UMTA hatte den Auftrag, neue Nahverkehrssysteme für die Großstädte der USA zu entwickeln. Im Jahr 1975, nachdem bis dahin keine großen Ergebnisse vorlagen und der Erfolgsdruck stieg, entwickelte die UMTA das Downtown-People-Mover-Programm (DPM) und schrieb einen bundesweiten Wettbewerb aus. Am Ende überstiegen die Kosten für Planung und Bau als auch die Kosten der Versicherung deutlich die zur Verfügung stehenden Bundesmittel. Nach einer Auswahl von Vorschlägen aus vier Städten empfahl die UMTA, dass Detroit, Miami und Baltimore solche Nahverkehrssysteme bauen sollten, aber nur, wenn sie dies unter Einhaltung der bestehenden Bundesförderung tun könnten. Obwohl sich zwei der vier ausgewählten Städte schließlich aus dem Programm zurückzogen, beschlossen Detroit und Miami, den Peoplemover zu bauen.[3]

Die Planung der 1980er Jahre sah den Peoplemover als Innenstadtverteiler für ein stadtweites Schnellbahnsystem. Die Finanzierung wurde jedoch zurückgezogen. Zu diesem Zeitpunkt war das System für eine tägliche Fahrgastzahl von 67.700 ausgelegt.[4]

Die Bahn wurde 1987 eröffnet. Sie nutzt die gleiche Technologie wie der SkyTrain in Vancouver oder die Scarborough-Linie in Toronto. Im ersten Jahr wurde der Peoplemover durchschnittlich von 11.000 Fahrgästen täglich genutzt.[5]

Der Peoplemover hält an 13 Stationen. Acht der Stationen wurden in bereits bestehende Gebäude integriert. Die Stationen sind individuell künstlerisch ausgestaltet worden.

Die Detroit Transportation Corporation kaufte 25 der 28 Fahrzeuge der 2023 stillgelegten Scarborough-Linie aus Toronto.[6] Eine 2025 in Auftrag gegebene Studie durch AECOM soll Möglichkeiten zur Erweiterung des Peoplemovers untersuchen.[7]

Betrieb

Detroit People Mover welcher Millender Center anfährt

Der Betrieb erfolgt automatisch, ohne Fahrzeugführer. Die Strecke ist eingleisig, ein Zweirichtungsbetrieb ist praktisch unmöglich, da nur eine einzige Ausweichstelle an der Haltestelle Times Square existiert. Diese ist gleichzeitig der Zugang zum dort befindlichen Betriebshof.

Bis August 2008 wurde die Strecke gegen den Uhrzeigersinn befahren. Der Wechsel zum Betrieb im Uhrzeigersinn bedeutete vor allem eine Beschleunigung der Betriebsgeschwindigkeit, da die im Uhrzeigersinn verlaufende Strecke einen kurzen, relativ steilen Anstieg aufweist und dann den größten Teil der Strecke bergab verläuft, sodass die Züge die Schwerkraft nutzen können, um zu beschleunigen.[5] Am 1. März 2019 wurde der Betrieb nach einer vorangegangenen Testphase, in der seit Dezember 2018 an Wochenenden die Fahrtrichtung gedreht wurde, wieder umgestellt auf Fahren entgegen dem Uhrzeigersinn.[8]

Die 4,73 Kilometer lange Strecke wird in 13 Minuten 35 Sekunden umfahren. Je nach Tageszeit werden bis zu 10 der 12 vorhandenen Triebwagen in Form von Zweiwagenzügen eingesetzt. Dabei ergibt sich ein minimaler Zugabstand von 2,5 Minuten.[9] Der Peoplemover könnte jährlich bis zu 15 Millionen Passagiere befördern, tatsächlich hat er laut der offiziellen Zahlen der APTA im ersten Halbjahr 2024 nur etwa 690.000 Passagiere transportiert.[10]

Zwischenfälle und Betriebsunterbrechungen

1987 wurde ein 6 Jahre alter Junge in der Tür eines abfahrenden Zuges eingeklemmt.

1990 entgleiste ein Zug bei der Station Cadillac Center auf Grund eines auf die Gleise geworfenen Gullydeckels.

Am 22. Januar 2015 entgleiste ein Zug bei der Station Rosa Parks.[11]

Am 16. Mai 2016 fiel ein Mann an der Station Times Square zwischen zwei Wagen und wurde zu Tode geschleift. Der Fahrbetrieb wurde zwei Tage später wieder aufgenommen.[12]

Vom 12. bis 26. Juni 2016 musste der Betrieb zur Durchführung von Gleisbauarbeiten komplett eingestellt werden.[13]

Tarif

People Mover token konnten an Automaten gekauft werden

Seit 2. Januar 2024 ist die Benutzung des Peoplemovers kostenlos,[14] was durch einen Sponsor auch 2025 galt[15] und beibehalten werden soll. Davor kostete eine Fahrt mit dem Peoplemover 0,75 US-Dollar.

Detroit Peoplemover in der Kunst

Der 1987 in der Detroit Free Press erschienene Bildband „Moving Picture – A Look At Detroit From High Atop The Peoplemover“ von dem Fotografen Manni Crisostomo beschäftigt sich mit Bildern, die aus dem Peoplemover heraus gemacht wurden. Der Bildband zeigt anschaulich die Wichtigkeit des Peoplemovers als Werkzeug zur Kreierung eines medialen stereotypen Bildes von Detroit. Crisostomo arbeitet hier detailliert die, wie er schreibt, „Wirkung dieser Bildregie oder Kamerafahrt“ heraus.[16]

Kritik

Hauptpunkt aller Kritik ist der niemals erfolgte Anschluss an verbindende Nahverkehrsstrukturen, die den Peoplemover als Innenstadtbediener mit den umliegenden oder im Außenbereich liegenden Stadtteilen von Detroit verbinden sollte. Dieser Punkt degradiert den Peoplemover in der öffentlichen Wahrnehmung zu einer touristischen Attraktion, die die Sehenswürdigkeiten Detroits ähnlich einer Sightseeing-Tour verbindet.

Literatur zu Detroit Peoplemover

Manni Crisostomo: Moving Pictures – A Look at Detroit from High Atop the People Mover. Free Press, Detroit 1986, ISBN 0-937247-02-2.

Commons: Detroit People Mover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • YouTube: Mitfahrt im Detroit People Mover (Juni 2012)

Einzelnachweise

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