Gescheckte Wüstenspitzmaus
Art der Gattung Diplomesodon
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Die Gescheckte Wüstenspitzmaus (Diplomesodon pulchellum) ist eine Spitzmausart, die in Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan) und im südrussischen Oblast Astrachan vorkommt.
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Gescheckte Wüstenspitzmaus, Moskauer Zoo | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Diplomesodon | ||||||||||||
| Brandt, 1852 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Diplomesodon pulchellum | ||||||||||||
| (Lichtenstein, 1823) |
Merkmale
Gescheckte Wüstenspitzmäuse tragen ihren Namen von der auffälligen Fellzeichnung. Ihre Oberseite ist mit dunkelgrauen Haaren bedeckt, am hinteren Teil des Rückens findet sich ein großer ovaler, weißer Fleck. Ebenfalls weiß sind die Unterseite, die Füße und der Schwanz. Wie alle Spitzmäuse haben sie eine verlängerte Schnauze und kleine Augen. Elastische Haare an den Füßen (die ähnlich gebaut sind wie die der Wasserspitzmäuse) verhindern ein Einsinken der Tiere im losen Sand. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von fünf bis acht Zentimetern und ein Gewicht von sieben bis dreizehn Gramm.
Lebensraum und Lebensweise

Im Gegensatz zu den meisten anderen Spitzmausarten bewohnen Gescheckte Wüstenspitzmäuse keine feuchten Lebensräume, sondern trockene Steppen und Halbwüsten. Sie bewegen sich schnell und suchen oft in Höhlen, Felsspalten oder im Gebüsch Schutz. Diese Tiere sind in erster Linie nachtaktiv und außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger. Einmal oder mehrmals im Jahr bringt das Weibchen durchschnittlich fünf Jungtiere zur Welt.
Ihre Nahrung besteht neben den bei Spitzmäusen üblichen Insekten auch aus Echsen. Diese werden mit einem Biss in den Kopf oder Nacken gefangen und trotz heftiger Gegenwehr solange festgehalten, bis sie ermattet sind. Anschließend werden sie hastig verzehrt.
Systematik

Die Gescheckte Wüstenspitzmaus wurde 1823 durch den deutschen Zoologen Martin Lichtenstein als Sorex pulchellus erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Gattung Diplomesodon wurde 1852 durch den deutschen Naturforscher Johann Friedrich von Brandt eingeführt. Zur Gattung gehört möglicherweise noch eine weitere rezente Art. Im Jahr 2012 beschrieb der britische Biologe Anthony S. Cheke eine Spitzmausart aus Südindien als Diplomesodon sonnerati.[1] Grundlage der Beschreibung waren etwa 200 Jahre alte Aufzeichnungen und eine Zeichnung des französischen Naturwissenschaftlers Pierre Sonnerat, die er während seines Aufenthalts in Indien anfertigte. Da kein Holotyp vorlag, wurde die Beschreibung nicht allgemein anerkannt. 2018 erfolgte eine Neubeschreibung[2] und 2025 beschrieb eine Gruppe indischer Wissenschaftler den Fund eines toten Exemplars aus den Nilgiri-Bergen in Südindien.[3] Da der Fund aber nur fotografisch dokumentiert und nicht geborgen wurde, ist eine DNA-Untersuchung, die die Verwandtschaft mit Diplomesodon pulchellum nachweist, nicht möglich.