Diskussion:Forumszeitung

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Schweizbezogenheit und Klassifizierung

Ist der Begriff schweizbezogen? Wie sieht es in D/A aus? Vielleicht sollte der Artikel Zeitung ausgebaut werden, was die verschiedenen Zeitungsarten betrifft (Forumszeitung, Hybridzeitung, Tageszeitung, Verlautbarungsorgan...) --Panda17 (Diskussion) 11:15, 12. Jun. 2012 (CEST)

Berechtigte Frage: Das Lemma ist definitiv falsch gewichtet und eingeordnet. Der Begriff Forumszeitung stammt aus der Pressegeschichte. Er ist definitiv nicht länderbezogen. --rkendlbacher (Diskussion) 03:11, 12. Feb. 2026 (CET)

Fachlich falsche Zuordnung

Der Begriff "Forumszeitung" entstand mit dem Aufkommen der periodischen Presse im 18. Jahrhundert, als Redaktionen in Kaffeehäusern die sogenannten Relationen herausgaben. Frühe Vorläufer finden sich in Straßburg und Hildesheim bereits im 17. Jahrhundert. Hochburgen waren Städte wie Wien, Berlin, Budapest, Prag, Straßburg und Zürich. Bis zur Einstellung 2025 war die Wiener Zeitung die älteste regelmäßig erscheinende Zeitung der Welt, heute ist es die Neue Zuricher Zeitung. "Forumszeitung" ist ein feststehender Begriff der Pressegeschichtsforschung - sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland und Österreich. Prof. Studer ist ein wichtiger Name in der Forschung, geprägt wurde das Fach aber durch Rudolf Stöber, der auf dem Doyen der Zeitungswissenschaft Emil Dovifat (Berlin) aufbaute sowie Horst Pöttker, Dortmund. Vorarbeiten leistete schon Luwig Solomon 1906. Der Abschnitt Deutschland ist hier völlig unzureichend. Die Informationen zu den Begründern und prägenden Köpfen gehören dringend überarbeitet. Den Deutschlandbezug hatte ich schon 2025 eingefügt. Nach Durchsicht komme ich aber zu dem Schluss, dass dies nicht ausreichend ist und der Artikel im Ganzen überarbeitet werden muss.

Die Aussage "Mitgeprägt wurde der Begriff damals von Peter Studer, einem Schweizer Publizisten." ist schlicht falsch. Schon der Zürcher Kommunikationswissenschaftler Ulrich Saxer verwendete den Begriff - und zwar vor den 80er Jahren. Durch die Anordnung mit Schweiz zuerst entstehen Fehlannahmen. Der Begriff ist selbst in der Schweiz ein Nebenaspekt der Klassifizierung - aber nicht in der Kommunikationsforschung. Ich setze einen Qualitätsbaustein. --rkendlbacher (Diskussion) 03:32, 12. Feb. 2026 (CET)

@Rkendlbacher: Den Artikel hat wohl ein Schweizer angelegt und daher kommt das Ungleichgewicht; hierzulande (ich komme auch aus der Schweiz) ist es ja schon so, dass bis in die 1970er, teilweise 1990er klar zuzuordnende Parteiblätter dominierten und "Forumszeitungen" ein neueres Phänomen sind. Die typische Situation in Schweizer Städten war, dass es zwei bis drei Tageszeitungen mit unterschiedlicher parteipolitischer Ausrichtung gab. In Solothurn etwa war es noch in den frühen 1990ern so: Die Solothurner Zeitung war das Blatt der liberalen FDP, die Solothurner AZ jenes der sozialdemokratischen SP, und für die christlichdemokratische Leserschaft der CVP gab es die Solothurner Nachrichten. Mit der Einstellung der AZ (1993) und der Solothurner Nachrichten (1997) hat sich die Solothurner Zeitung als einzige verbliebene Tageszeitung (mit dem Intermezzo einer Konkurrenzzeitung Solothurner Tagblatt 2001-2009) der Stadt zunehmend zur Forumszeitung entwickelt, inzwischen ist sie Teil des Zeitungsverbunds Nordwestschweiz von CH Media - auch hier sind grosse Lücken im Artikelbestand erkennbar, Solothurner Zeitung etwa ist ja auch bloss eine Weiterleitung auf den Zeitungsverbund und man erfährt überhaupt nichts über die Geschichte dieser die längste Zeit unabhängigen, von einem örtlichen Verlagshaus publizierten Zeitung seit 1908. Mit dem Wartungsbaustein hast du sicher recht. Vielleicht bräuchte es sogar gesonderte Artikel für Deutschland und die Schweiz? --Gestumblindi 11:37, 12. Feb. 2026 (CET)
Servus @GestumblindiGestumblindi, das ist mir schon klar, dass der Artikel von einem Schweizer kommt. Ich kenne aber die Literatur der Schweizer Kommunikationswissenschaft aus den 90ern und 00er Jahren recht gut und weiß, in dem Bereich Pressegeschichte waren Schweizer Wissenschaftler neben den deutschen führend - wenn ich Themen von der DGPuK von damals noch richtig im Kopf habe.
Die an Parteien ausgerichtete Pressegeschichte der Schweizer Tageszeitungen ist ja hochinteressant. Da wüsste man gerne mehr. In Deutschland ging diese Phase in der Weimarer Zeit zuende. Nach dem 2. Wk überlebte noch der Vorwärts der SPD als relevante Zeitung. Gegründet wurden aber Neue Züricher Zeitung, Frankfurter Zeitung, Vossische Zeitung etc. als Forumszeitungen. Sie existierten neben parteinahen Zeitungen. Beide Typen standen in Konkurrenz. Die NZZ z.B. erschien vor dem 1. Wk bis zu 4x am Tag und versuchte sich so abzuheben.
Kurzum: der Schweizer Forumsbegriff ist neueren Datums und eine Besonderheit. Ich würde den Artikel auf seine breitere Bedeutung hin umstellen und aktualisieren. Könntest Du das dann für "Forumszeitung" nach Schweizer Begrifflichkeit machen? Wäre mein Vorschlag.
Der pressegeschichtliche Begriff Forumszeitung wird im Fischer Handbuch Publizistik Massenkommunikation im Kapitel Pressegeschichte von Winfried Schulz abgehandelt - immerhin das Standardwerk der Kommunikationswissenschaft in Deutschland und Österreich schlechthin, begründet von Elisabeth Noelle-Neumann. Meines Wissens findet er sich auch im ABC des Journalismus, eines weiteren Standardwerkes.
Ich denke, zwei Artikel für diesen doch speziellen Fachbegriff sind zu viel. Außerdem finde ich Ländervergleiche immer sympathisch. Viele Grüße. --rkendlbacher (Diskussion) 13:15, 12. Feb. 2026 (CET)
@Rkendlbacher: Ich weiss nicht, ob ich zu einer solchen Darstellung für die Schweiz in der Lage bin; Literatur zum Thema habe ich jedenfalls gerade nicht griffbereit, müsste ich mir besorgen (es soll ja auch alles ordentlich belegt werden) und es würde aufwendig; dies bei einem Thema, das mir nicht besonders am Herzen liegt. Deine Einordnung der NZZ als Forumszeitung wundert mich dabei etwas: Aus Schweizer Sicht war das doch seit dem 19. Jahrhundert klar ein FDP-Blatt, das deren Politik vertrat (man kann wohl für die Zeit, in der die FDP die Schweizer Bundespolitik dominierte, „staatstragend“ sagen), und sie wird auch heute noch so wahrgenommen. Im Artikel Neue Zürcher Zeitung kann man nachlesen: Zürcher Liberale gründeten deshalb 1868 eine Aktiengesellschaft, die die NZZ bis heute herausgibt. Deren Statuten schreiben vor, dass kein Aktionär mehr als 1 Prozent des Aktienkapitals halten darf und dass der Verwaltungsrat Bewerber ablehnen kann, die nicht der FDP (oder früher der LPS) angehören oder sonst ein «Bekenntnis zur freisinnig-demokratischen Grundhaltung» ablegen, ohne Mitglied einer anderen Partei zu sein. Inzwischen bewegt sie sich politisch sogar rechts zumindest von Teilen der heutigen FDP.Die Liberalen... --Gestumblindi 19:14, 12. Feb. 2026 (CET)

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