Diskussion:Kötitz
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Kötitz 1203?
Dato lese ich im Artikel:
- "Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1203 als „villa Chottenwiz“ im Rahmen einer Schenkung Dietrichs des Bedrängten an das Kloster Altzella."
Laut HOV lauten die ON-Formen: "1350: Kothenewicz, Koterwicz; 1496: Cotewitz ...".
Im HONB steht " Kötitz Dorf sö. Meißen, Stadt Coswig; Meißen (AKr. Meißen) 1350 Kothenewicz, Koterwicz [verschrieben] LBFS 37, 49 u. Cop. 25, 45; 1496 Cotewitz U 9157 ..." (I, 522).
Die Ersterwähnung lautet:
LBFS, 37
"Districtus Dresdensis
7. Item Andree de Meideburg allodium in Makruz; allodium in Rosenticz; in villa Stresen 8 1/2 marcas reddituum; in Sachsendorf 9 1/2 marcas et 22 modios frumenti et avene; item 2 curias in Dresden; item in Hermansdorf [Anm. 4] 4 talenta minus 4 solidis; item piscinam et ortum ante opidum Dresden; item 1 lacum situm inter Koswik et Kothenewicz.
[Anm. 4] Nieder-Hermsdorf bei Wilsdruff W. Dresden, weil mit Sachsdorf N. Wilsdruff zusammen genannt.
[Anm. 5] Die Güter des Andreas von Meideburg werden 93 nochmals aufgeführt. Die Ortschaften sind dieselben geblieben, die Besitzungen darin erscheinen aber mehrfach erweitert. 93 besitzt Andreas von Meideburg statt der 9 1/2 marce et 22 modii frumenti et avene in Sachsendorf die villa Sachsindorf selbst, statt der 4 talenta minus 4 solidis in Hermansdorf die Hälfte von Hermsdorf, statt bloss eines lacus bei Kothenewicz auch villam Koterwicz totam, endlich statt 1 Gartens vor Dresden deren 3. Einen Teil dieser Besitzungen verschrieb er seiner Gemahlin als Leibgedinge, Cop. 25 f. 45b: Item dominus contulit honeste Katherine, uxori Andree de Meideburg, bona, videlicet villam Kotenewicz cum 6 talentis reddituum, in villa Stresen 8 talenta, in Hermansdorf 4 talenta denariorum Fribergensium, lacum prope Kotenewicz situm districtus Dresdensis et curiam libertatam (vgl. II 25 Anm. f) in civitate ibidem quondam per dictum Stammen inhabitatani, iusto dotalicii titulo tenenda paeifice et habenda. Datum anno LI feria IV post Erhardi (12. Jan. 1351)."
"Zu S.37, V 7 Anm. 5: Die beiden Einträge V 7 über die Lehen des Andreas de Meideburg und V 93 über die des Andricus de Meideburg weisen trotz zahlreicher Übereinstimmungen, die den Gedanken blosser Wiederholung desselben Regests aufkommen lassen könnten, doch beträchtliche Abweichungen auf, welche die Identität ausschlössen. In der That handelt es sich auch um zwei Belehnungen verschiedener Personen: Andricus ist ein Sohn des Andreas, und zwar, da er an erster Stelle unter seinen Brüdern genannt wird, wahrscheinlich der älteste Sohn; deshalb erscheint er auch V 93 als Lehnsträger. Die Belehnung des Andreas V7 fällt nach dem zugehörigen Leibgedingsbrief seiner Gattin (s. Anm. 5) wohl in den Januar 1351; noch in einer Urkunde vom 18. März 1352 (s. UB. Dresden S. 41 Nr. 53) wird er als Zeuge erwähnt, am 25. Januar 1355 aber schon als verstorben bezeichnet, vgl. Cop. 26 fol. 14 b: Wir Fridrich und Balthazar etc. bekennen etc., daz wir dem bescheiden Andricus, Franczen und Jacof gebrudern von Meideburg, burgern zcu(e) Dresden, unsern lieben getruwen, Nykel von Peschen und Henschel Mumsmeister(!), iren swegirn, fumfczen hundert schog breiter groschen, die wir in von gewinnes wegin, den uns ir vatir, dem got gnade, in unsirn hof getan hat, schuldig bliben sin, bewiset haben ... an unser lantbete zcu(e) Dresden, zcu(e) Myszen und zcu(e) dem Hayne . . . Datum Gotha in die conversionis apostoli Pauli (unter den Einträgen des Jahres 1355). Da die Regelung der Schuldverhältnisse wohl bald nach dem Tode des Vaters erfolgt sein dürfte, werden wir auch die in V 93 registrierte Belehnung ungefähr in dieselbe Zeit zu setzen haben.". LBFS, 321.
Keine Erwähnung von 1203. Zudem finde ich es unwahrscheinlich, daß das Kloster Altzella den geschenkten Ort bis 1350 aus den Fingern gelassen hat. Die haben damals eher noch Zustiftungen erhalten und dazugekauft "wie das Böse" -siehe zB Zellescher Weg in Dresden, über den sie den Elbtalkessel zur Eigenversorgung plünderten.
Ohne einen Beleg muß ich den oberwähnten Satz ausklammern (sicher zum Leidwesen der Heimatfreunde). Grüße --Methodios (Diskussion) 18:02, 9. Jan. 2026 (CET)
- 7 Tage ;-). --Methodios (Diskussion) 11:35, 10. Jan. 2026 (CET)
- Nein, immer klammer aus. Ich halte deine Belege für zuverlässiger. Gesundes neues Jahr noch und viele Grüße, DynaMoToR (Diskussion) 12:08, 11. Jan. 2026 (CET)
- Vielen lieben Dank für den Rückenhalt. Das wird sicher bitter:
- "2003: Kötitz feiert den 800. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung. https://www.coswig.de/de/geschichte.html
- Mit Plakat:
- Die Kötitzer feiern gerne: dieses Jahr sind die Festtage um den 1. Mai herum. Die können ja demnächst 680 Jahre feiern ;-). Die Stadt Coswig geht aber auch von 1203 aus:
- "Kötitz fand 1203 erstmals urkundliche Erwähnung. Weit über die Stadtgrenzen bekannt ist das Kammermusikzentrum Villa Teresa, welche Ende des 19. Jh dem Komponisten Eugen d’Albert und der Pianistin Teresa Carreño als Domizil diente."
- Nur: es geht um die Urkunde CDS I A 3 Nr. 56 vom 23. April 1203, ausgestellt in Eger. In der Originalausgabe des CDS steht: das Dorf Kottwitz und die Kottwizmühle an der Triebisch. Und das HOV zählt das Dorf zu: Ketzergasse (Kottenewitz) | ehemalige Wüstung | heute zu Nossen, Stadt, s Lommatzsch , Lkr. Meißen. Vgl. Leuben (Nossen) vom Kollegen @Aagnverglaser. Und das HONB führt ausführlich aus:
- "Ketzergasse OT von Leuben s. Lommatzsch, jüngerer Name von Kotten(e)witz, ehem. Weiler oder Einzelgut an der Stelle des heutigen Ortes, Gem. Leuben-Schleinitz; Meißen (AKr. Meißen) 1. (†) Kotten(e)witz): [vor 1190] Hermannus de Chotanewiz CDS I 2, 552 [Zuweisung unsicher]; 1203 Chottenwiz, Dors. De predio in Chotennewiz ebd. I 3, 67; 1216 Hugo de Kotenewiz ebd. 217 [Zuweisung unsicher]; [um 1220] Cotenewiz contigua Vliz VAZ; 1224 Cotenewiz CDS II 1, 98; 1368 Kotenewicz ebd. II 4, 51; 1466 Gottenwicz, Kottenicz ZV Supan. 8. – Mda. †. 2. Ketzergasse: 1413 in der Ketzerige, in der Keczergasse; Dorsual: jnn der Nyderketzerryge U 5609, Märcker Bgft. Mei. 131, Beyer AZ 585; 1552 Ketzergasse LStR 385; 1585 die Ketzerei GerB Mei. 1585; 1791 Eulitz mit Ketzergasse, Kezergasse OV 132, 252; 1908 Ketzergasse, Vorwerk OV 90. – Da zwischen dem älteren, slaw. benannten Weiler Kotten(e)witz und dem jüngeren Ort Ketzergasse siedlungsmäßige Kontinuität, wenn auch nach kurzer Wüstungszeit, nicht zu bezweifeln ist, wird sich der jüngere ON aus dem älteren unter Anlehnung und Angleichung an mhd. ketzer ‘haereticus’ entwickelt haben, etwa über *Köttewitzer Gasse > *Kötzergasse > Ketzergasse."
- Die sprachwissenschaftliche Begründung lasse ich mal weg. Interessant sind die Quellen:
- "Eichler/Walther ON Daleminze (DS 20) 144, 132 – Blaschke HOV 77; Beschorner WgV; Postlex. 5, 631 u. 17, 844 (Leuben)"
- Wenn das schon seit Beschorners Wüstungen in Sachsen (1948-53) bekannt war, dann verstehe ich die Feier 2003 gar nicht. Und ich weiß auch nicht, wer wann Kötitz mit der Urkunde von 1203 in Verbindung brachte. Grüße und ebenfalls ein Gesundes Neues Jahr 2026 --Methodios (Diskussion) 18:30, 12. Jan. 2026 (CET)
- Vielen lieben Dank für den Rückenhalt. Das wird sicher bitter:
So, ich hab das dann mal umgesetzt. Zum Glück brauchte ich nichts auszuklammern, weil ich durch Zufall die Urkunde von 1203 fand. Damit man nicht nochmal suchen muß, habe ich die doppelte Ersterwähnung im LBFS gleich zitiert. Grüße --Methodios (Diskussion) 12:48, 24. Jan. 2026 (CET)