Accumulatio

rhetorische Figur: Worthäufung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Accumulatio (von lateinisch accumulare ‚anhäufen‘, auch Frequentatio, deutsch Akkumulation oder Worthäufung) ist eine rhetorische Wortfigur, bei der mehrere zueinander in Beziehung stehende Wörter oder Kola syndetisch oder asyndetisch (also mit oder ohne Konjunktion) aneinandergereiht werden.

Man unterscheidet:

  • Congeries: Aneinanderreihung von Synonymen
  • Distributio oder Dihärese: Zerlegung eines übergeordneten Begriffes in Teilaspekte. Der Begriff kann der Aufzählung nachgestellt sein oder fehlen.
  • Hendiadyoin: Zerlegung in zwei Teilaspekte, meist als feststehende Formel („Grund und Boden“, „Haus und Hof“)
  • Enumeratio: Aneinanderreihung, die im Wesentlichen eine vollständige Aufzählung von Teilen und Teilaspekten ist.
  • Klimax: sich steigernde Aufzählung
  • Antiklimax: sich abschwächende Aufzählung

Beispiele:

  • „Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!“ (Accumulatio mit klimaktischer Färbung aus Johann Wolfgang von Goethes Drama Faust I., V. 3454)
  • „Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder.“ (Accumulatio aus Paul Gerhardts Gedicht Nun ruhen alle Wälder)
  • „Ist Feuer / Pest / und Tod / der Hertz und Geist durchfähret“ (klimaktische Accumulatio [Feuer, Pest, Tod] sowie Hendiadyoin [Hertz und Geist] aus Andreas Gryphius’ Sonett Tränen des Vaterlandes, V. 8)
  • Urahne, Großmutter, Mutter und Kind“ (antiklimaktisch gefärbte Accumulatio aus Gustav Schwabs Gedicht Das Gewitter)
  • „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ (Accumulatio aus einem Kinderlied)
  • „Quadratisch, Praktisch, Gut“ (klimaktische Accumulatio aus einem Werbeslogan von Ritter Sport)

Literatur

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