Docupedia-Zeitgeschichte

Open-Access-Online-Nachschlagewerk (2010) From Wikipedia, the free encyclopedia

Docupedia-Zeitgeschichte vermittelt seit 2010 als Open-Access-Online-Nachschlagewerk zur Zeitgeschichte Grundlagen der zeithistorischen Forschung an eine breitere Öffentlichkeit.[1]

Projekt

Docupedia-Zeitgeschichte wurde vom ZZF 2009 als Wortmarke eingetragen.[2] und entstand 2008 bis 2012 im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtswissenschaften und dem Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin. Es wurde zudem von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Die Webseite mit einem Anfangsbestand von etwa 20 Artikeln ging am 11. Februar 2010 online,[2] wird vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) redaktionell und technisch betreut und ist Teil der Fachinformationsangebote des Vereins Clio-online – Historisches Fachinformationssystem e. V. Sie umfasste 2019 etwa 160 Artikel.[1]

Inhalte

Docupedia-Zeitgeschichte enthält Artikel zu zentralen Themen, Begriffen und Debatten, die in der zeithistorischen Forschung wichtig sind. Die Artikel sind in die Kategorien Grundlagen, Begriffe, Methoden, Forschungsfelder, Debatten, Länder und Klassiker eingeteilt[3] und erscheinen jeweils mit Hinweisen zu weiterführenden Materialien wie Literatur und Web-Ressourcen. Es gehört zum Konzept von Docupedia-Zeitgeschichte, aktuelle Fragen und Debatten aus Forschungspraxis und Selbstverständnis der Zeitgeschichte zu behandeln und dabei auch interdisziplinäre Verknüpfungen zu berücksichtigen. Der Projektleiter Jürgen Danyel betrachtet Docupedia-Zeitgeschichte als experimentelle Form:

„Was wir machen, ist ein Medienexperiment […].“[4]

Organisation

Wissenschaftler können durch die am ZZF tätige Redaktion und das Herausgebergremium als Autoren zugelassen werden. Die 2019  36 Herausgeber arbeiten an zeithistorischen Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum[2] und begutachten Artikel vor der Veröffentlichung in einem blind-peer-review-Verfahren.[5] Die Autoren können ihre Artikel aktualisieren. Mit diesem Konzept positioniert sich Docupedia-Zeitgeschichte auf einem „Mittelplatz zwischen traditionellen gedruckten Fachzeitschriften und der Wikipedia.[4] Die damit angestrebte fachliche Qualität führt zur zunehmenden Verwendung der Beiträge in universitärer Lehre und ergänzt damit das Ziel der innerfachlichen Kommunikation von Wissenschaftlern um zeitgeschichtliche Aspekte.

Docupedia-Zeitgeschichte verwendet die MediaWiki-Software, um seine Inhalte dynamisch und weiterverwendbar verarbeiten zu können.[2] Für Weiterverwendungen muss jedoch die Zustimmung der Rechteinhaber eingeholt und ein Copyright-Vermerk hinzugefügt werden, wenn die Beiträge nicht explizit unter einer Creative-Commons-Lizenz freigegeben wurden.[6]

Einzelnachweise

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