White Spotting (Pferd)

Pferd ohne farbgebende Zellen From Wikipedia, the free encyclopedia

White Spotting, früher als „Dominant White“ bekannt, ist ein umfassender Begriff für verschiedene Scheckmuster bei Pferden, die durch Mutationen im KIT-Gen verursacht werden. Es gibt über 30 verschiedene bekannte Mutationen, die zu einer breiten Palette von Mustern führen, von kleinen weißen Flecken und Stichelhaaren bis hin zu nahezu komplett weißen Körpern. Diese Muster variieren stark und einige sind spezifisch für bestimmte Familien oder Pferderassen.[1] Die weiße Farbe wird durch Leuzismus verursacht, das heißt, die Melanozyten, die die Farbstoffe produzieren, sind aufgrund einer Mutation nicht in der Haut angekommen.

Englisches Vollblut mit White Spotting W14
Clydesdale, Sabino SB1
Freiberger-Stute, W1, mit einigen farbigen Haaren
Camarillo White Horse, W4
Vollblut-Hengst, W5
Links, Pferd mit W14; rechts, Schimmel (kein White Spotting)
W20 erhöht den Weißanteil nur in Kombination mit anderen Scheckmustern. Dieser Hengst ist homozygot auf W20 getestet.

Aussehen

Ein Pferd mit White Spotting hat bereits von Geburt an weiße Scheckung bis komplett weißes Fell und rosa Haut. Verschiedene W-Varianten haben eine unterschiedliche Ausprägung. Die Augen des Pferdes sind braun, selten auch blau.[2][3][4]

Genetik

Es wurde angenommen, dass es ein einzelnes White-Gen gibt, das einen dominanten Erbgang besitzt, inzwischen wurde jedoch festgestellt, dass mehrere verschiedene Mutationen des KIT-Gens zu weißer Farbe führen. Deshalb wurde „Dominant White“ schließlich zu „White Spotting“ umbenannt.[5] Bisher bekannte Varianten sind Sabino (Sb1) und White Spotting (W1-W34).

Dasselbe Gen (KIT) ist beim Tobiano und bei stichelhaarigen Pferden mutiert. Es ist in der Regel nicht möglich, dass ein Pferd mehr als zwei Mutationen im KIT-Gen aufweist.[1] Nahebei auf demselben Chromosom liegt der Extension-Locus des Pferdes, so dass die Fuchsfarbe oft über mehrere Generationen gemeinsam mit einem dieser Gene vererbt wird.

Einige dieser W-Gene sind in ihrer homozygoten Ausprägung in der frühen Embryonalentwicklung tödlich. Das heißt, sie führen zu einer Fehlgeburt in dieser Zeit. Bei anderen W-Genen ist nicht bekannt, welchen Einfluss die homozygote Ausprägung hat. Abgesehen davon sind von Pferden mit White Spotting keine speziellen gesundheitlichen Probleme bekannt.[6]

W-Gene in der Übersicht

Weitere Informationen Name, Rasse ...
Name Rasse Ursprung
SB1 viele Rassen, weit verbreitet unbekannt[7]
W1 Freiberger „Cigale“, Stute, *1957[8]
W2 Englisches Vollblut „KY Colonel“, Hengst, *1946[8]
W3 Vollblutaraber „R Khasper“, Hengst, *1996[8]
W4 Camarillo White „Sultan“, Hengst, *1912[8]
W5 Englisches Vollblut „Puchilingui“, Hengst, *1984[9]
W6 Englisches Vollblut „Marumatsu Live“, Stute, *2004[9]
W7 Englisches Vollblut „Turf Club“, Stute, *2005[9]
W8 Islandpferd „Þokkadís vom Rosenhof“, Stute, *2003[9]
W9 Holsteiner unbekannt[9]
W10 Quarter Horse „GQ Santana“, Hengst, *2000[9]
W11 Süddeutsches Kaltblut „Schimmel“, Hengst, *1997[9]
W12 Englisches Vollblut Name nicht bekannt, Hengst, *2010[10]
W13 u. a. Quarter Horse, Friese, Paso Peruano unbekannt[11]
W14 Englisches Vollblut „Shirayukihime“, Stute, *1996[11]
W15 Vollblutaraber „Khartoon Khlassic“, Hengst, *1996[11]
W16 Oldenburger „Celine“, Stute, *2003[11]
W17 Ban'ei Keiba „Hakubahime“, ?, *2010[11]
W18 Schweizer Warmblut „Colorina von Hoff“, Stute, *2009[12]
W19 Vollblutaraber „Fantasia Vu“, Stute, *1990[12]
W20 viele Rassen, weit verbreitet unbekannt[12]
W21 Islandpferd „Ellert frá Baldurshaga“, Hengst, *2013[13]
W22 Englisches Vollblut „Not Quite White“, Stute, *1989[14]
W23 Arabisches Vollblut „Boomori Simply Stunning“, Hengst, *1989[15]
W24 Italienischer Traber „Via Lattea“, Stute, *2014[16]
W25 Englisches Vollblut „Laughyoumay“, Stute, *2001[17]
W26 Englisches Vollblut „Marbrowell“, Stute, *1997[17]
W27 Englisches Vollblut „Milady Fair“, Stute, *1960[17]
W28 Deutsches Reitpony „Phantasio Spotty Dream“, Hengst, *2018[18]
W29 momentan nicht vergeben -
W30 Berber „Aghilasse“, Hengst, *2000[19]
W31 Quarter Horse, Paint Horse „Cookin Merada“, Hengst, *2004[20]
W32 Quarter Horse, Paint Horse unbekannt[20]
W33 American Standardbred „Lucy“, Stute, *2021[21]
W34 viele Rassen, weit verbreitet unbekannt[22]
Schließen

Weitere Gene

White Spotting ist Gegenstand intensiver Forschung. Es werden regelmäßig weitere Varianten entdeckt und veröffentlicht. Da der KIT-Lokus relativ instabil ist, werden auch in Zukunft neue Varianten entstehen.

Verwechslungsmöglichkeiten

  • Weißisabelle: Zweimal durch das Cream-Gen aufgehellte Pferde unterscheiden sich vom Dominant Weißen Pferd durch ihre blauen Augen. Das Fell hat einen leicht goldenen oder silbernen Schimmer und ist nicht schneeweiß.
  • Schimmel: hat dunkle Haut und schimmelt erst in den ersten Lebensjahren aus
  • Maximale Schecken: Je nach Scheck-Gen unterschiedliche Augenfarbe, sonst wie White Spotting und teilweise nur durch Gentest zu unterscheiden

Siehe auch

Quellen

Related Articles

Wikiwand AI