Kloster Michelstetten

Kloster der Dominikanerinnen in Adergas bei Krainburg in der Oberkrain From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kloster Michelstetten war ein Kloster der Dominikanerinnen in Adergas nahe der Ortschaft Michelstetten (slowenisch Velesovo) bei Krainburg in der Oberkrain.

Ehemaliges Kloster Michelstetten in Adergas

Geschichte

Das Kloster wurde 1238 durch die drei Brüder Walter I., Vizedom von Aquileia, Weriand I. und Gerloch III. von Stein gestiftet und durch Berthold von Andechs, dem Patriarchen von Aquilea, bestätigt.[1.1] Das Kloster wurde von Nonnen aus dem Wiener Maria-Magdalena-Kloster besiedelt.[2] Es durfte eine eigene Priorin wählen, die vom Patriarchen von Aquileia bestätigt werden musste.[1.2]

Der Patriarch von Aquilea gewährt 1239 allen Stiftern und Spendern, die die Errichtung des Klosters ermöglichen, den Ablass.[3] Zur Gewährleistung des Unterhalts erhielt das Kloster zwei Pfarrkirchen und ab 1353 eine weitere zugesprochen.[1.3]

Das Urkundenbuch der Krain verzeichnet einige Schenkungen an das Kloster, beispielsweise durch Agnes von Österreich, die dem Kloster im Jahr 1248 Land und eine Kapelle überschreiben ließ.[4] 1248 gab Heinrich von Schenkenberg dem Dominikanerinnenkloster zum Schadenersatz eine Vogtei.[5] Das Kloster war jahrhundertelang das bedeutendste und reichste Kloster im Herzogtum Krain. Es verfügte über umfangreiche Ländereien und Weingärten.[1.4]

Ein Visitationsbericht aus dem Jahr 1486 bemängelte eine fehlende Klosterdisziplin: Die durchschnittlich zehn Nonnen hielten die Klausur nicht ein, vernachlässigten die gemeinsamen Mahlzeiten und gewährten Männern Zugang.[1.5]

Im Jahr 1471 wurde das Kloster von den Türken geplündert und gebrandschatzt und zwei Jahre später erneut verheert. Wegen der andauernden Bedrohungen erhielten die Nonnen durch den habsburgischen Kaiser Ferdinand I. 1533 das oberhalb des Klosters gelegene Schloss Frauenstein zugesprochen.[1.6]

Nachdem 1644 die Kapuziner die Seelsorge übernahmen, wurde Adergas als Wallfahrtsort belebt.

Im Zuge der Josephinischen Kirchenreform erfolgte 1782 die Aufhebung des Klosters.[6]

Klostergebäude und Kirche

Das aus Holz gebaute und in einem feuchten Tal gebaute Klostergebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen und bis 1748 neu aus Stein errichtet. Die neue Klosterkirche wurde 1771 durch den Weihbischof und späteren Fürsterzbischof von Görz, Rudolf Joseph Graf von Edling, geweiht. Architekten waren der Krainer Gregor Maček, der allerdings 1745 verstarb[7], sowie Candido Zulliani[8]

In der Kirche befinden sich sieben Bilder des Kremser Malers Schmidt.[1.7]

Commons: Kloster Michelstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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