Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Berlin

Gymnasium in Berlin-Spindlersfeld From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (AvH) ist ein Gymnasium mit naturwissenschaftlichen Profil. Es befindet sich in der Oberspreestraße 173 in der Ortslage Spindlersfeld des Ortsteils Köpenick des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick.

SchulformGymnasium
Schulnummer09Y05
Gründung1929 (als Dorotheenschule)
AdresseOberspreestraße 173
12555 Berlin
Schnelle Fakten Schulform, Schulnummer ...
Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
Eingangshalle mit Trakt zur Mentzelstraße
Schulform Gymnasium
Schulnummer 09Y05
Gründung 1929 (als Dorotheenschule)
Adresse Oberspreestraße 173
12555 Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 26′ 43″ N, 13° 34′ 0″ O
Träger Land Berlin
Schüler 804 (Schuljahr 2025/26)[1]
Lehrkräfte 69 Lehrer + 4 Lehramtsanwärter (Schuljahr 2025/26)[1]
Leitung Katrin Oestreich[1]
Website avh.berlin
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Eichendorff-Schule (1950)
Keramikrelief am Eingangsportal mit Darstellung der heiligen Dorothea

Die nach Alexander von Humboldt benannte Schule ist Nachfolgerin der Dorotheenschule zu Köpenick, die nach Bauplänen von Max Taut errichtet und 1929 eröffnet worden war.[2] Das Schulhaus ist ein gelistetes Baudenkmal.

Geschichte

Zeit als Dorotheenschule

Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde das Gebäude am 30. November 1929 als Oberlyzeum Dorotheenschule den Schülerinnen und Lehrern übergeben. Sie bekam ihren Namen zu Ehren der heiligen Dorothea.

Während der Olympischen Sommerspiele 1936 war die Schule Unterkunft für Ruderer.

Bestandteil der Ausbildung der Schülerinnen der Dorotheenschule war auch der Sportunterricht. In der Weimarer Republik fand eine Suche nach Körpermerkmalen statt, die Menschen voneinander unterscheiden und als Rassenmerkmale betrachtet werden könnten. Eine Forschung, die nahtlos in die Arier-Auslese der Nationalsozialisten überging. Die Sportlehrerin Charlotte Warrach,[3] die an Schülerinnen der Dorotheenschule zu Köpenick Vergleiche über Körperbau, körperliche und geistige Leistung anstellte, lieferte dazu einen Beitrag, indem sie herausfand, dass „im allgemeinen die körperliche und geistige Leistung parallel“ gehe.[4] Weiterhin wirkte Elisabeth Wyneken (1876/1877–1959), Schwester von Gustav Wyneken, am Lyzeum als Lehrerin für Deutsch und Geschichte.

1939–1959: Eichendorffschule

Ein Teil der Dorotheenschule wurde 1939 in Eichendorff-Schule zu Ehren des Dichters Joseph von Eichendorff umbenannt, der andere Teil diente weiterhin als Lyzeum.[5] Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude als Notkrankenhaus genutzt. Erst ab 1950 konnte im Gebäude wieder regulärer Unterricht gehalten werden. Als im Jahr 1954 zunächst die Hegel-Schule und 1956 auch die Nansen-Schule in die Eichendorff-Schule integriert wurde, erhielt die Schule den Namen Oberschule Köpenick.[6]

Seit 1959: Alexander-von-Humboldt-Schule

Aus Anlass des 100. Todestages von Alexander von Humboldt wurde die Bildungseinrichtung im Jahr 1959 in Alexander-von-Humboldt-Oberschule umbenannt.

Neben der Oberschule beheimatete das Gebäude zeitweilig die Volkshochschule von Spindlersfeld, eine Schule für Krankenschwestern und die Kinder- und Jugendsportschule für Wasserfahrsport und Fußball. Aus letzterer rekrutierte der 1. FC Union Berlin seine Nachwuchsspieler. Nach der politischen Wende wurde aus der Schule im Jahr 1991 das erste Gymnasium Köpenicks. Seit Sommer 2006 verfügt die Schule über einen neuen Sportplatz auf dem Gelände der ehemaligen Anlage, die in den 1950er Jahren gebaut worden war.

2017 erhielt die Schule die Auszeichnung Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.[7]

Schulprofil

Als Pflichtfremdsprachen werden ab der 3. Klasse Englisch und ab der 7. Klasse Französisch unterrichtet. Als Wahlpflichtfach wird ab der 8. Klasse Latein oder ab der 9. Klasse Russisch angeboten.[8]

Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 804 Schüler. Von ihnen haben 19,3 Prozent eine nichtdeutsche Herkunftssprache.[1]

Prominente ehemalige Schüler (Auswahl)

Gebäude

Das Hauptgebäude an der Ecke Oberspree- und Mentzelstraße wurde nach Plänen und unter Leitung des Architekten Max Taut in den Jahren 1928–1929 im Bauhausstil errichtet und ist ein gelistetes Baudenkmal.[9] Es handelt sich um einen winkelförmigen, flachgedeckten Gebäudekomplex, der ursprünglich mit unglasierten gelben Keramikfliesen verkleidet war. Da sich ab 1969 ohne äußere Einwirkung Teile lösten und herabfielen, erhielt die Fassade zwischen 1973 und 1974 im Rahmen einer umfangreichen Restaurierung graugelben Putz. Das Bauwerk weist eine viertelrund scharnierartig ausgeführte Eingangshalle zwischen den zwei Flügeln auf. Die mehrläufige Treppe darin verbindet den fünfgeschossigen, leicht gekrümmten Klassentrakt mit Turnhalle entlang der Mentzelstraße (Hausnummer 6) mit dem viergeschossigen Trakt entlang der Oberspreestraße. Die Doppel-Turnhalle entstand in Stahlbetonkonstruktion und hat eine kassettierte freitragende Decke. In dem viergeschossigen Flügel sind die Aula und Verwaltungsräume untergebracht. Das Schulhaus gilt als eines der Hauptwerke von Taut.[10]

Am Haupteingang ist ein 1928 geschaffenes Keramikrelief von Rudolf Belling angebracht, das die heilige Dorothea darstellt, wie sie Brot an Flüchtlinge verteilt.

Erhaltengeblieben sind die Fenstergliederung, die einen Wechsel horizontaler Glasfenster- und Mauerbänder bildet, und das Direktorenwohnhaus von 1930. Der Verein Köpenicker Brücken e. V. bemüht sich um die Wiederherstellung der Keramikfassade, für die im Jahr 2017 Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes bewilligt wurden.[11][12]

Siehe auch

Einzelnachweise

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