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Entsorgung + Recycling Zürich

Verwaltungsstelle der Stadt Zürich From Wikipedia, the free encyclopedia

Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) ist eine Dienstabteilung der Stadt Zürich. ERZ sammelt, verwertet und entsorgt festen und flüssigen Abfall. Gleichzeitig will ERZ die Entstehung von Abfall so weit wie möglich vermeiden, wie es auch das «Bundesgesetz über den Umweltschutz» vorsieht. Aus diesem Grund sowie gemäss der «Verordnung für die Abfallbewirtschaftung in der Stadt Zürich (VAZ)» informiert ERZ die Stadtbevölkerung und die Betriebe zu den Möglichkeiten zur Vermeidung von Abfall.

Schnelle Fakten ERZ Entsorgung + Recycling Zürich ...
ERZ Entsorgung + Recycling Zürich
Rechtsform Städtische Dienstabteilung
Gründung 1867
Sitz Zürich, Schweiz
Mitarbeiterzahl 1021 (2025)
Umsatz Rund 158 Mio. CHF (2025)
Branche Abfallentsorgung, Recycling, Abwasserreinigung, Stadtreinigung
Website https://www.stadt-zuerich.ch/erz
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Zur Infrastruktur von ERZ gehören eine Kehrichtverwertungsanlage und eine Abwasserreinigungsanlage, in welches das Abwasser über ein rund 1000 Kilometer langes öffentliches Netz zugeführt wird, an das weitere 3500 Kilometer privater Abwasserleitungen angeschlossen sind. Die Dienstabteilung gehört zum städtischen Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (TED) und ist damit in die Stadtverwaltung eingegliedert. Beschäftigt werden rund 1000 Mitarbeitende; im Jahr 2025 wurden in den Bereichen Abfall, Abwasser und Stadtreinigung rund 120 Millionen Schweizer Franken umgesetzt[1].

Tätigkeitsgebiet

Es gibt die Geschäftsbereiche Entwässerung, Abwasserreinigungsanlage, Stadtreinigung, Logistik und Kehrichtverwertungsanlage.

Abwasser und Entwässerung

Der Geschäftsbereich Entwässerung erstellt, betreibt und unterhält das städtische Kanalnetz und ist zuständig für die Bäche und den Zürichsee auf Stadtgebiet. ERZ schützt Grundwasser, Bäche und den See vor Verschmutzungen. Das Entwässerungsnetz umfasst rund 1000 Kilometer städtische sowie rund 3500 Kilometer private Leitungen. Seit 1988 hat ERZ rund 18 km Bäche wieder freigelegt und so in der Stadt Freiräume für Menschen, Tiere und Pflanzen geschaffen.

Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli

Die Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli reinigt jährlich rund 80 Millionen Kubikmeter Abwasser aus der ganzen Stadt Zürich sowie der angeschlossenen Vertragsgemeinden – die Hälfte des Wasservolumens des Greifensees. Nach einer mehrstufigen Reinigung (mechanisch, biologisch, chemisch sowie durch Ozonung und Filtration) führt ERZ das gereinigte Wasser der Limmat zu. Aus dem zurückbleibenden, faulenden Schlamm entsteht Klärgas. Dieses wird aufbereitet und ins Erdgasnetz der Stadt eingespeist.

Stadtreinigung

Die Stadtreinigung ist verantwortlich für die Reinigung und den zweckdienlichen Winterdienst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Die Mitarbeitenden halten rund 8,2 Millionen m² Strassen, Gehwege und Plätze sowie 1,6 Millionen m2 Parkanlagen sauber und bewirtschaften alle öffentlichen Abfallbehälter.

Logistik

Der Geschäftsbereich Logistik ist für das Einsammeln von Abfall aus Haushalten und Betrieben zuständig. Pro Jahr werden rund 65 000 Tonnen Hauskehricht inkl. Sperrgut in der Stadt gesammelt – diese werden anschliessend in der Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz verwertet. Auch Papier, Karton und Bioabfall wird regelmässig eingesammelt und dem Recycling zugeführt. Die Logistik bewirtschaftet in der Stadt Zürich über 160 Wertstoff-Sammelstellen für Glas und Kleinmetall. Der Mobile Recyclinghof hält regelmässig an über 30 Standorten in der Stadt Zürich. Das Angebot besteht aus einer Reparaturberatung, einem Tauschplatz und Entsorgungsmöglichkeiten für Sperrgut, Grubengut, Metall und Elektrogeräte. Das Vorgängerangebot des Mobilen Recyclinghofs waren das Cargo-Tram und das E-Tram für die Annahme von Sperrgut resp. Elektrogeräte. Zudem bietet ERZ mit dem «Josy» ein Angebot für Kreislaufwirtschaft mitten im Kreis 5 an.

Bioabfall

Seit 2023 besteht in der Stadt Zürich eine Biotonnen-Pflicht für Immobilien. Wer einen eigenen Kompost betreibt, muss diesen der Stadt melden. Alle anderen Haushalte erhalten von der Stadt Zürich den vom Kunden in seiner gewünschten Grösse bestellten Behälter, für dessen Leerung die Kunden einen fixen Betrag pro Jahr zahlen.[2][3][4]

Die Stadt Zürich vergärt den Bioabfall seit 2013 in eigenen Vergärungsanlagen der Biogas Zürich AG. Dies, nachdem der Gemeinderat eine Motion von Alexander Jäger (FDP) am 27. September 2006 mit grossem Mehr an den Stadtrat überwiesen hatte.[5]

Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz

Die von ERZ betriebene Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz verbrennt rund um die Uhr Kehricht und andere brennbare Abfälle. Nebst dem von ERZ in der Stadt Zürich eingesammelten Abfall wird im Werk Hagenholz auch Abfall von anderen Gemeinden, Unternehmen sowie von Privaten entsorgt. Mit der thermischen Verwertung wird das Volumen des Abfalls um 90 Prozent reduziert. Die bei der Kehrichtverwertung entstandene Abwärme wird zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Eine weitere Kehrichtverwertungsanlage an der Josefstrasse wurde Ende März 2021 stillgelegt.

Geschichte

Die Gründung des Abfuhrwesens der Stadt Zürich geht auf Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als Stadtingenieur Arnold Bürkli die ersten Abwasserkanäle bauen liess und das so genannte Abtrittkübelsystem entwickelte. Hierbei hielten die Kübel die Fäkalien zurück, während das Abwasser in die Limmat floss. Die Einführung dieses Systems wurde 1867 durch die Gemeindeversammlung von Zürich beschlossen. Zum Abtransport der Kübel gründete die Stadt Zürich das Abfuhrwesen.

Nach Inbetriebnahme der Kehrichtverwertungsanlage Josefstrasse im Jahr 1904 wurden die Abfälle getrennt eingesammelt. Seit 1928 wird die Wärme aus dem Verbrennungsprozess genutzt, um Häuser und Siedlungen zu heizen.

1927 führte das Zürcher Abfuhrwesen den legendär gewordenen, aus Metall bestehenden, Ochsner-Kübel ein, welcher 1979 durch Plastiksäcke ersetzt wurde.

1926 nahm Zürich die erste städtische Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli in Betrieb. 1949 ging für die Abwasserreinigung der nördlichen Stadtkreise 11 und 12 das Klärwerk Glatt in Opfikon in Betrieb. Dieses wurde 2001 geschlossen – das Abwasser wird seither durch einen 5,3 Kilometer langen Stollen zur Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli geleitet.

Der permanente Anstieg der Abfallmenge über Jahrzehnte drohte Zürich Mitte der 1980er-Jahre im Abfall ersticken zu lassen. Diese Situation konnte 1993 durch den Ausbau der Separatsammlungen für wiederverwertbare Abfälle und die Einführung der Kehrichtsackgebühr entschärft werden. Dies hatte wiederum zur Folge, dass innert weniger Jahre die Menge der rezyklierten Wertstoffe in der Stadt Zürich auf mehr als 50’000 Tonnen pro Jahr anstieg. Da gewisse Stoffe eine spezielle Behandlung für die Verwertung benötigen, wurde 1996 gemeinsam mit dem Kanton Zürich die Sonderabfallsammelstelle eröffnet, wo diese Stoffe gesammelt und der fachgerechten Entsorgung zugeführt werden.

Seit 2013 sammelt ERZ auch Küchen- und Gartenabfall sowie Speisereste aus Haushalten und Betrieben. Diesen Bioabfall bringt ERZ ins Vergärwerk der Biogas Zürich AG, wo das entstandene Biogas eingefangen und in das Erdgasnetz der Stadt Zürich eingeleitet wird. Das Biogas steht so als umweltfreundlicher Treibstoff, für die Stromproduktion sowie zum Kochen und Heizen zur Verfügung.

In den letzten Jahren nahm ERZ weitere, zukunftsweisende Anlagen in Betrieb. Seit 2015 wird der entwässerte Klärschlamm aus Stadt und Kanton Zürich in der zentralen Klärschlammverwertungsanlage verbrannt. Die daraus resultierende Wärme deckt den gesamten Wärmebedarf der Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli. Die verbrannte Asche wird zurückbehalten und für eine spätere Rückgewinnung des Rohstoffs Phosphor eingelagert.

In der Logistikhalle Metallrückgewinnung wird die Schlacke aus der Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz seit 2016 in eigens dafür entwickelte Container abgefüllt und zur ZAV Recycling AG in Hinwil transportiert. Dort werden die in der Schlacke enthaltenen Metalle zu fast 100 % herausgefiltert und können wiederverwertet werden.

Um im Abwasser enthaltene Rückstände aus Medikamenten, Körperpflegeprodukten oder Reinigungsmitteln zu entfernen, baute ERZ auf dem Areal des Klärwerks Werdhölzli zwischen 2015 und 2018 eine Ozonungsanlage als sogenannte 4. Reinigungsstufe. Durch die Behandlung mit Ozon werden diese Mikroverunreinigungen weitgehend in unschädliche Stoffe umgewandelt.

2021 wurde die Kehrichtverwertungsanlage Josefstrasse nach knapp 120 Betriebsjahren ausser Betrieb genommen. Die Anlage wird seither als Energiezentrale für das Fernwärmesystem weitergenutzt.

2023 befürwortete die Stimmbevölkerung den Ausbau der Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz um eine dritte Verbrennungslinie.

Bis 2030 soll mindestens 90 % des Fuhrparks (Müllwagen, Kehrmaschinen u. a.) aus Elektrofahrzeugen bestehen.[6]

Einzelnachweise

Anmerkungen

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