Eberhard & Co.
Schweizer Uhrenhersteller im Luxussegment
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Eberhard ist ein Schweizer Uhrenhersteller im Luxussegment, der auf die Entwicklung von Chronographen spezialisiert ist. Er wurde 1887 in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz von Georges-Emile Eberhard gegründet. Generaldirektor ist Mario Peserico. Die Produktion ist in La Chaux-de-Fonds, Marketing und Distribution befinden sich in Lugano.[2]



Geschichte
Georges-Emile Eberhard wurde 1865 in Saint-Imier geboren. 1887 gründete er die Uhrenmanufaktur Manufacture d’Horlogerie Eberhard & Co. Im selben Jahr präsentierte er seinen ersten Taschenchronographen. 1907 wurde der Hauptsitz der Manufaktur an der Avenue Léopold-Robert 73 in La Chaux-de-Fonds eingeweiht. Das neobarocke Gebäude, im Armierungsbeton-Verfahren erstellt, entstand 1906 nach Plänen des Architekten Léon Boillot. Das Gebäude enthält acht Sechszimmerwohnungen, Geschäftslokale und einen Produktionstrakt.[3] Zwei Wohnungen gestaltete Le Corbusier[4] 1914, der als Mitglied der Ateliers d’art réunis seine Ideen umsetzte. Diese Einbauten gingen später verloren. Das Haus ist für den Zink-Adler bekannt, der seit 1907 die Dachkuppel krönt.[1]
Das Unternehmen produzierte die von Georges-Frédéric Roskopf entwickelte Billiguhr Prolétaire für das breite Marktsegment, bestehend aus nur 57 statt ca. 150 Teilen.[4] Die Herstellung der Prolétaire teilten sich mehrere Unternehmen, woran sich Eberhard & Co. nach dem Ausstieg des Erfinders 1873[4] einen grossen Anteil sicherte. 1919 übernahmen die Söhne Georges und Maurice Eberhard die Leitung. 1922 wurde der Produktionstrakt fertig.[2] 1926 übernahmen die Brüder das Unternehmen vollständig. In den 1930er Jahren wurde Eberhard & Co. offizieller Lieferant für die Offiziere der Marine des Königreichs Italien.[4]
1969 wurde Eberhard & Co. von Palmiro Monti[2] aufgekauft. 1987 feierte die Marke ihr 100-jähriges Jubiläum und ist heute ganz auf das Luxussegment fokussiert. Sie versteht sich als Marke für den sportlichen Mann. Die Eigentümerfamilie verlegte 2019 den Firmensitz wieder an die Avenue Léopold-Robert 73. Die Marke verfügt über ein gut ausgebautes Absatznetz in Italien. Mario Peserico war 2024 als Minderheitsaktionär mit 5 %[2] am Unternehmen beteiligt.
Am Hauptsitz gibt es ein kleines Museum für Besuche auf Anmeldung. Eine spezialisierte Abteilung von Uhrmacher-Rhabilleuren kann auch historische Uhren reparieren. Zu diesem Zweck unterhält sie ein eigentliches Uhrenarchiv, anhand dessen fehlende Ersatzteile originalgetreu nachproduziert werden können.[2]
Uhren
Die bekanntesten Uhren von Eberhard sind die Chronographen: Contograf, Extra-fort, Aviograf und Tazio Nuvolari.
weitere wichtige Modelle sind:
| Name | Herstellungsjahr | Gehäuse | Zifferblatt | Uhrwerk | Funktion |
|---|---|---|---|---|---|
| Eberhard (Chronograph mit einem Drücker) | 1920 | Gelbgold | Weiß | Mechanisch mit Handaufzug | Chronograph |
| Eberhard (Extra-fort) | 1950 | Gelbgold | Silber | Mechanisch mit Handaufzug | Chronograph |
| Eberhard (8-Tage-Modell) | 1997 | Stahl | Silber | Mechanisch mit Handaufzug | Gangreserve von 8 Tagen |
Literatur
- Paolo DeVecchi, Alberto Uglietti: Uhren: Ein Handbuch für Uhrenliebhaber und Sammler. Kaiser Verlag, 2003, ISBN 3-7043-1303-3.