Edmund Engelman
austroamerikanischer Ingenieur und Fotograf
From Wikipedia, the free encyclopedia
Edmund Engelman (geboren als Edmund Engelmann 21. Mai 1907 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben am 11. April 2000 in New York City) war ein austroamerikanischer Ingenieur und Fotograf.


Erste Jahre und Ausbildung
Edmund Engelmann war ein Sohn des Geschäftsmanns Max Engelmann und der Eugenie Heuberg, er hatte eine Schwester.
Engelmann besuchte 1925/26 die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt und studierte bei Professor Zimmer Fotografieren und Filmtechnik. Ab 1927 studierte er an der Technischen Hochschule Wien unter anderem bei Ernst Mach und machte 1932 das Examen zum Diplomingenieur. Engelmann war Jude und wurde bei der Stellensuche diskriminiert. Er verlagerte daher seinen beruflichen Schwerpunkt auf die Fotografie.
Foto City
Im Jahr 1932 eröffnete er in der Kärntnerstraße 45 das Fotofachgeschäft Foto City. Er richtete im Kellerraum einen Vorführraum für Filme ein, in dem seine Kunden experimentieren konnten.
Foto City entwickelte sich zu Österreichs führendem Zentrum für Fotoausrüstung, fotografisches Experimentieren und Amateurfilmerei. Zu der Kundschaft zählten namhafte Regierungsvertreter, Diplomaten und Künstler sowie wegweisende Fotografen und Filmemacher; darunter befanden sich Mitglieder des Hauses Habsburg, der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, der Opernsänger Richard Tauber, Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl. Auch der französische Filmemacher François Reichenbach erwarb seine erste Filmkamera bei Foto City.
Engelman erforschte den innovativen Einsatz der Fotografie in Kunst und Wissenschaft. 1936 fungierte er als technischer Leiter für das Theaterstück „Lights, Camera… Action!“ („Achtung... Großaufnahme“) unter der Regie von Martin Magner und mit Felix Bressart und Herbert Berghof in den Hauptrollen, das an den Wiener Kammerspielen aufgeführt wurde. Er beriet auch das Anatomische Institut der Universität Wien bei der Erstellung von medizinischen Lehrfilmen.
Verfolgung durch die Nationalsozialisten und Exil
Engelman war Mitglied der Sozialdemokratische Partei Österreichs, die die Februarkämpfe 1934 gegen den Klerikalfaschismus der Regierung von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß anführte. Nach der Niederschlagung des Aufstands fotografierte Engelman die durch schwere Artillerie verursachten Zerstörungen am Karl-Marx-Hof – einem bedeutenden sozialistischen Wohnbauprojekt –, in dem sich die Aufständischen verbarrikadiert hatten. Die Aufnahmen dokumentierten ausgebombte Wohnungen sowie obdachlose Frauen und Kinder. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 vernichtete er die Negative, da er befürchtete, sie könnten im Falle ihrer Entdeckung durch die Nationalsozialisten als „belastendes Beweismaterial“ dienen.
Im Zuge der Eingliederung Österreichs in das nationalsozialistische Deutschland wurde das Geschäft „Foto City“ im Mai 1938 „arisiert“; als offizieller Verwalter wurde der Nichtjude Alfred Baier eingesetzt. Das Dokument, das die Enteignung des Unternehmens besiegelte, war von Ernst Kaltenbrunner unterzeichnet, dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), dem auch die Gestapo unterstand. Engelman wurde unter dem Verdacht festgenommen, Leica-Kameras aus seinem Geschäft gestohlen zu haben, jedoch später wieder freigelassen.
Während der antijüdischen Pogrome der „Reichskristallnacht“ im November 1938 erfuhr Engelman, dass SS-Offiziere nach ihm suchten. Er versteckte sich zunächst in den Wohnungen von Freunden und anschließend in einem Krankenhaus, wo er sich einem geplanten chirurgischen Eingriff unterzog. Engelman beantragte beim amerikanischen Konsulat ein Visum und wurde auf eine Warteliste gesetzt. Er bestach einen Konsulatsbeamten, um ein bolivianisches Visum zu erhalten, und buchte eine Schiffspassage von Marseille nach Bolivien; dies ermöglichte ihm die Erteilung eines vierwöchigen Transitvisums für Frankreich. Am 1. Januar 1939 verließ er Wien in Richtung Frankreich, wo er mit seiner polnischen Verlobten Irena Lipnowska zusammentraf, die über ein Studentenvisum für die USA verfügte. Sie hielten sich neun Monate lang in Nizza auf und bestachen örtliche Beamte, um sein Transitvisum verlängern zu lassen, bis Engelman im September 1939 schließlich sein Visum für die USA erhielt. Während seines Aufenthalts in Nizza bestritt er seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Fotoausrüstung und das Erteilen von Fotokursen.
Nach Kriegsausbruch am 1. September 1939 wurde Engelman kurzzeitig als „feindlicher Ausländer“ in einem Internierungslager bei Bordeaux festgehalten. Engelman und seine Verlobte unternahmen mehrere Versuche, Tickets für Ozeandampfer in die USA zu erhalten, und buchten schließlich die Überfahrt auf dem italienischen Schiff S.S. Conte di Savoia, das am 15. September in Genua ablegte und am 23. September 1939 in New York City eintraf.

USA
In New York arbeitete Engelman von 1940 bis 1946 als Luftfahrtingenieur für International Telephone and Telegraph (ITT) an kriegsrelevanten Projekten. Er entwickelte elektronische Geräte für Kampfflugzeuge, was zu mehreren auf das Unternehmen lautenden Patenten führte; dazu gehörte ein Warnsystem für Lichtmaschinenausfälle, das zur Standardausrüstung aller Flugzeuge wurde.
Ab 1944 war er Mitglied der Society of Photographic Scientists and Engineers. Nach dem Krieg, von 1946 bis 1958, war er Miteigentümer des Fotogeschäfts „Midway Camera Exchange“ in Manhattan. Anschließend arbeitete er als beratender Ingenieur an der Entwicklung von Geräten zur Fotoverarbeitung, wobei er sich auf die elektrolytische Silberrückgewinnung aus verbrauchten Fotochemikalien spezialisierte; hierfür erhielt er 1970 ein Patent.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Engelman das Eigentum an „Foto City“ in Wien zurück. Dennoch wurde er von einem österreichischen Gericht verpflichtet, Herrn Baier für dessen Tätigkeit als „Treuhänder“ des Unternehmens während des Krieges zu bezahlen. „Der Richter war ein Nazi“, bemerkte Engelman später, „er half dem anderen Nazi – ich konnte nichts tun.“ Schließlich verkaufte Engelman „Foto City“ an seinen ehemaligen österreichischen Mitarbeiter und Geschäftspartner, Kommerzialrat Franz Denner.
1998 verlieh die österreichische Regierung Engelman das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.
Engelman starb am 11. April 2000 im Alter von 92 Jahren. Seine Witwe, Irene Lipnowska Engelman, eine psychiatrische Sozialarbeiterin, starb im Jahr 2017.[4]
Engelman und seine Frau hatten zwei Söhne – Ralph, Professor für Journalismus an der LIU Brooklyn, und Thomas, Jugendbeauftragter in Needham, Massachusetts – sowie drei Enkelkinder.
Die Sigmund Freud Fotos
Nach Schikanen durch die NS-Behörden – darunter ein Einbruch in seine Wohnung und die Festnahme seiner Tochter Anna – erhielt Freud im Mai 1938 dank diplomatischer Intervention und der Zahlung einer sogenannten „Fluchtsteuer“ die Erlaubnis, Österreich zu verlassen. Freuds Mitarbeiter August Aichhorn traf sich mit Engelman im Café Museum am Karlsplatz, um vorzuschlagen, dass der Fotograf Aufnahmen von Freuds Arbeits- und Wohnräumen in der Berggasse 19 – seinem Domizil seit 1891 – anfertigen sollte, während sich die Familie auf die Emigration nach London vorbereitete. Engelman hatte Aichhorn 1933 kennengelernt; beide waren Sozialdemokraten und teilten politische sowie kulturelle Interessen. Aichhorn gehörte zum engsten Kreis um Freud, war Laienanalytiker und Verfasser des bahnbrechenden Werks *Verwahrloste Jugend* (1925). Er hatte sich auf die psychologischen Probleme von Kindern spezialisiert und ein Behandlungszentrum für straffällige Jugendliche gegründet. Aichhorn wollte mit den Fotografien der Berggasse 19 den Geburtsort der Psychoanalyse für die Nachwelt festhalten. Zugleich beabsichtigte er – wie er später in einem Brief an den österreichischen Psychoanalytiker Kurt R. Eissler darlegte –, dass Engelmans Aufnahmen in der Zeit nach dem Nationalsozialismus als Vorlage für die Einrichtung eines Freud-Museums in dem Gebäude in der Berggasse dienen sollten.
Aichhorn warnte Engelman vor den damit verbundenen Gefahren und bat darum, keine Blitzlichtausrüstung zu verwenden, die Aufmerksamkeit erregen könnte, da Freuds Wohnung unter ständiger Überwachung durch die Gestapo stand. Aichhorn fertigte einen Grundriss an und bat Engelman, bei seiner Arbeit Rücksicht darauf zu nehmen, dass der betagte und kranke Freud nicht gestört werden durfte. Im Mai 1938 fotografierte Engelman über einen Zeitraum von vier Tagen hinweg – Zentimeter für Zentimeter, Wand für Wand – insgesamt 106 Aufnahmen; 76 davon entstanden mit einer Leica-Kamera, 30 mit einer Rolleiflex. Engelman wollte die Bilder aus Freuds Perspektive aufnehmen: „Ich wollte die Dinge so sehen, wie Freud sie sah – mit seinen eigenen Augen –, während der langen Stunden seiner Behandlungssitzungen und wenn er schreibend dasaß.“
Die Aufnahmen reichten von der mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Außenansicht des Gebäudes und der Tür mit den Sprechzeiten bis hin zum Behandlungszimmer mit der berühmten Couch, von Freuds umfangreicher Sammlung tausender Antiquitäten bis zu den eher spartanisch eingerichteten Privaträumen der Familie, darunter Annas Zimmer mit einem großen Porträt ihres Vaters über dem Bett. Man sieht Freud an seinem Schreibtisch bei der Arbeit an seinem letzten Buch, *Der Mann Moses und die monotheistische Religion*, sowie das Untersuchungszimmer, in dem Freud wegen seines Mundhöhlenkarzinoms behandelt wurde. Am dritten Tag traf Engelman unerwartet auf Freud, der sich bereit erklärte, für Fotos zu posieren. Engelman fertigte zudem Porträts von Freuds Ehefrau und der gemeinsamen Tochter Anna an. Darüber hinaus fotografierte er alle drei für ihre Reisepässe. Engelman überreichte Freud ein Album mit einer Auswahl seiner Aufnahmen. Freud wiederum signierte ein vergrößertes Porträt für den Fotografen mit der Widmung: „Herzlichen Dank dem Künstler – Freud“.
Als Engelman am 1. Januar 1939 von Wien nach Frankreich aufbrach, hinterließ er die Freud-Negative bei August Aichhorn. Nach dem Krieg versuchte er, Aichhorn ausfindig zu machen, musste jedoch erfahren, dass dieser bereits 1949 verstorben war. Nach Aichhorns Tod hatte dessen ehemalige Sekretärin die Negative an Anna Freud geschickt.
Im Jahr 1952 besuchte Engelman Anna Freud in der Londoner Maresfield Gardens 20, wo sie ihm die Negative aushändigte. Engelman erhielt eine Führung durch das Haus der Freuds, in dem Sigmund Freud 1939 gestorben war. „Ich war tief bewegt“, erinnerte sich Engelman später, „jene wunderschönen Kunstwerke und Möbelstücke wiederzusehen, die ich zuletzt unter so völlig anderen Umständen betrachtet hatte.“
Während Engelman sich in den USA ein neues Leben aufbaute, schenkte er seinen Fotografien aus der Berggasse 19 kaum noch Beachtung. Später erklärte er: „Dass die Österreicher so wenig Interesse an Freud zeigten, war wohl der Grund dafür, dass ich auch in den USA kein großes Interesse an ihm erwartete; so lagen meine Negative jahrelang einfach in meinem Schreibtisch.“ Einzelne Aufnahmen – meist von Freuds Couch – tauchten gelegentlich in der Presse als Begleitung zu Artikeln über Psychoanalyse oder in Lehrbüchern und Freud-Biografien auf.
Eine breitere Würdigung der historischen und kulturellen Bedeutung dieses gesamten Fotokonvoluts wurde durch eine Ausstellung angestoßen, die im September und Oktober 1973 in der Guild Hall in East Hampton (New York) – wo Engelman einen Sommersitz unterhielt – stattfand und neunundfünfzig großformatige Fotografien präsentierte. Wie in einer ausführlichen Besprechung in der *New York Times*[5] vermerkt wurde, waren viele dieser Aufnahmen zuvor noch nie öffentlich gezeigt worden. Die Ausstellung fand weltweite Resonanz, da die „Gallery Association of New York State“ sie an Museen, Galerien und psychoanalytische Vereinigungen in den USA und Europa weiterreichte.
Im Jahr 1974 veranstaltete das Jewish Museum in New York eine Ausstellung von Engelmans Fotografien, wobei der Schwerpunkt darauf lag, welche Einblicke sie in Freuds umfangreiche Sammlung archäologischer Artefakte gewährten. Die unter dem Titel „Berggasse 19: The Office and Antiquities of Dr. Sigmund Freud“ gezeigte Ausstellung wurde von der Psychoanalytikerin und Autorin Rita M. Ransohoff kuratiert.[6] Ebenfalls 1974 führte Gene Friedman Regie bei dem kurzen Dokumentarfilm „Sigmund Freud: His Offices and Home, Vienna, 1938“; der Film wurde von Eli Wallach kommentiert und enthielt Interviews mit Engelman.[7]
Das durch die Museumsexponate gewachsene Interesse führte zu einer umfassenden Veröffentlichung von Engelmans Fotografien in Buchform. 1976 publizierte der Verlag Basic Books auf Betreiben seines Präsidenten und Verlegers Erwin A. Glikes das Werk „Berggasse 19: Sigmund Freud's Home and Offices, Vienna 1938“.[8] Der großformatige Band enthielt 54 Fotografien, detaillierte Bildunterschriften von Rita M. Ransohoff, einen Erinnerungsbericht Engelmans sowie einen Essay des Kulturhistorikers Peter Gay. Über die Fotografien schrieb Gay:
„Sie helfen dabei, ein Puzzle zu vervollständigen, von dem zu viele Teile fehlen. Sie lassen uns durch Freuds Räume gehen, an seinem Schreibtisch sitzen und – gleichsam mit seinen Augen – die Gegenstände betrachten, die er sammelte und schätzte. Für sich genommen gleichen diese Fotografien einem manifesten Traum: seltenes und faszinierendes Rohmaterial, das der Deutung bedarf.“
Das Buch wurde von *Publishers Weekly* mit dem Carey-Thomas Award für ein „herausragendes verlegerisches Projekt“ ausgezeichnet. Es folgten deutsche und französische Ausgaben der Publikation von Basic Books. Ab 1993 erschienen unter der Ägide des Wiener Freud-Museums Neuauflagen mit einer Einleitung von Inge Scholz-Strasser, der Leiterin des Museums; diese ersetzte den Essay von Peter Gay sowie die Anmerkungen von Rita Ransohoff.[9]
Engelmans Aufnahmen sind prominent im Wiener Freud-Museum ausgestellt, das erst 1971 eingerichtet wurde. Fast alle auf den Fotos festgehaltenen Gegenstände – die berühmte Couch, weitere Möbel, Bücher, Bilder sowie die umfangreiche Antikensammlung – befinden sich im Londoner Freud-Museum, das in Freuds letztem Wohnhaus untergebracht ist. Professorin Diana Fuss schrieb dazu:
„Die Fotografien der Berggasse 19, die ursprünglich für die Nachkriegseinrichtung eines Freud-Museums aufgenommen wurden, sind selbst zum Museum geworden – zu Miniaturorten der Bewahrung und Präsentation.“[10]
Nach ihrer breiten Verbreitung in Ausstellungen und Publikationen haben diese Fotografien es Forschern ermöglicht, ihr Wissen über das Verhältnis von Archäologie und Psychoanalyse sowie über weitere Aspekte von Freuds Denken zu vertiefen. „Obwohl sie gemeinhin vor allem für ihren dokumentarischen Wert geschätzt werden“, betonte Dr. Arnold Werner,
„besitzen Engelmans Fotografien auch künstlerische Qualität. Sie lassen eine vergangene Epoche und Kultur lebendig werden und zeichnen sich durch eine wunderbare Komposition, eine gekonnte Mischung natürlicher Lichtquellen sowie eine enorme tonale Bandbreite aus.“[11]
Kurz bevor Sigmund Freud Anfang Juni 1938 die Flucht nach England gelang, wurde Engelmann von August Aichhorn gebeten, die Wohn- und Arbeitsräume in der Berggasse 19 fotografisch zu dokumentieren und Sigmund, Martha und Anna zu porträtieren. Die Fotografien kamen zu Anna Freud nach London und später in das Sigmund Freud Museum in Wien.
Im November 1938 wurde Engelmann nach der Reichspogromnacht für kurze Zeit von der Gestapo verhaftet. Er heiratete 1939 die Sozialarbeiterin Irene Lipnowska (1917–2017), sie hatten zwei Söhne. Im Januar 1939 glückte ihnen die Flucht nach Frankreich, wo er bei Kriegsausbruch in der Nähe von Bordeaux als Enemy Alien interniert wurde. Noch im selben Monat konnten beide in die USA emigrieren. Engelman studierte dort am Polytechnic Institute of Brooklyn und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst als freier Händler von Fotoausrüstung. Von 1940 bis 1944 arbeitete er als Ingenieur bei ITT und für die US Air Force bei der Kriegswaffenentwicklung. Ab 1946 war er Mitbesitzer der Firma „Midway Camera Exchange“ in New York. Ab 1958 spezialisierte er sich als selbständiger Berater auf den Einsatz der Fotografie bei industriellen Automatisierungsprozessen. Er war Inhaber eines Patents zum Recycling des Silbers aus Fixierlösungen.
Engelman war seit 1944 Mitglied der Society of Photographic Scientists and Engineers. Er wurde 1998 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Engelman das Eigentum an „Foto City“ in Wien zurück. Dennoch wurde er von einem österreichischen Gericht dazu verpflichtet, Herrn Baier für dessen Tätigkeit als „Verwalter“ des Unternehmens während des Krieges zu entschädigen. „Der Richter war ein Nazi“, bemerkte Engelman später; „er half dem anderen Nazi – ich konnte nichts dagegen tun.“ Schließlich verkaufte Engelman „Foto City“ an seinen ehemaligen österreichischen Mitarbeiter und Geschäftspartner, Kommerzialrat Franz Denner.
Im Jahr 1998 verlieh die österreichische Regierung Engelman das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.
Engelman starb am 11. April 2000 im Alter von 92 Jahren. Seine Witwe, Irene Lipnowska Engelman, eine psychiatrische Sozialarbeiterin, verstarb im Jahr 2017.[4]
Engelman und seine Frau hatten zwei Söhne – Ralph, Professor für Journalismus an der LIU Brooklyn, und Thomas, Jugendbeauftragter in Needham, Massachusetts – sowie drei Enkelkinder.
Schriften (Auswahl)
- Berggasse 19. Sigmund Freud's Home and Offices, Vienna 1938. Einleitung Peter Gay. Basic books, 1976
- Berggasse 19 : das Wiener Domizil Sigmund Freuds. Vorwort Peter Gay. Bildbeschreibungen Rita Ransohoff. Übersetzung Brigitte Weitbrecht. Stuttgart: Belser Verlag, 1977
- Sigmund Freud : Wien IX. Berggasse 19. Photografien und Rückblick Edmund Engelman. Einleitung und Bildlegenden Inge Scholz-Strasser. Wien: Brandstätter, 1993
Literatur
- Engelman, Edmund, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 265
- Österreichische Historikerkommission: „Arisierung“ von Mobilien. Wien: Oldenbourg, 2004, S. 299–301 PDF
- Arnold Werner: Edmund Engelman, 1907–2000. American Journal of Psychiatry. Juli 2004. S. 1172
- Arnold Werner: Edward Engelman: Photographer of Sigmund Freud's Home and Offices. International Journal of Psychoanalysis. 2002, S. 445–451
- Wolfgang Saxon: Edmund Engelman, 92, Dies; Took Freud Photos. New York Times, 16. April 2000
Weblinks
- Literatur von und über Edmund Engelman im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Edmund Engelman, bei prabook
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Engelman, Edmund |
| ALTERNATIVNAMEN | Engelmann, Edmund |
| KURZBESCHREIBUNG | austroamerikanischer Ingenieur und Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 21. Mai 1907 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 11. April 2000 |
| STERBEORT | New York City |