Antarctica – Gefangen im Eis
Film von Frank Marshall (2006)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Antarctica – Gefangen im Eis (Originaltitel Eight Below) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Frank Marshall aus dem Jahr 2006. Der Film wird von Walt Disney Pictures und Buena Vista International vertrieben und ist in Deutschland am 17. August 2006 ohne Altersbeschränkung erschienen.
| Film | |
| Titel | Antarctica – Gefangen im Eis |
|---|---|
| Originaltitel | Eight Below |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2006 |
| Länge | 120 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Frank Marshall |
| Drehbuch | David DiGilio |
| Produktion | Patrick Crowley, David Hoberman |
| Musik | Mark Isham |
| Kamera | Don Burgess |
| Schnitt | Christopher Rouse |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Die Sommersaison an den Forschungsstationen in der Antarktis geht zu Ende, und das Personal soll ausgeflogen werden. Die Pilotin Katie bringt am letzten Tag noch einen Überraschungsgast, UCLA-Professor Dr. Davis McClaren, der am Mount Melbourne einen vom Merkur stammenden Meteoriten suchen will. Schlittenhundeführer Jerry Shepard hat große Bedenken und hält den Weg mit einem Schneemobil wegen des zu dünnen Eises für nicht machbar, daher setzt er sein achtköpfiges Schlittenhundegespann ein.
Jerry und Professor McClaren schaffen es zum Mount Melbourne, werden allerdings nach ihrer Ankunft per Funk vor einem schweren Sturm gewarnt. Jerry gewährt dem Professor einen halben Tag Zeit. Der Meteorit wird gefunden, doch auf dem Rückweg holt der Sturm sie ein. Während einer kurzen Pause stürzt McClaren eine steile Böschung hinunter und landet auf einer Wasserfläche, deren dünne Eisdecke unter seinem Gewicht bricht. Vorsichtig übers Eis kriechend bringt Leithündin Maya dem Professor eine Seilschlinge, an der Jerry und die Hunde ihn aus dem Eisloch ziehen. Auf dem weiteren Heimweg ist es nur der Ausdauer und dem guten Navigationssinn der Hunde zu verdanken, dass die zwei Männer lebend zur Basis kommen, die sofort evakuiert wird.
Da der verletzte McClaren eine Trage benötigt, ist für die Hunde kein Platz mehr im Flugzeug. Jerry bindet sie vor der Station an, damit sie nicht davonlaufen, nachdem Katie ihm versprochen hat, die Hunde sofort zu holen. In der McMurdo-Station bekommen alle die benötigte medizinische Behandlung, doch die Wetterbedingungen haben den versprochenen Flug, um die Hunde zu holen, unmöglich gemacht. Jerry wird auf den nächsten Frühling im September vertröstet – was für die angebundenen Hunde den sicheren Tod bedeutet, da sie sich so nicht selbst ernähren können.
Verzweifelt versucht Jerry alles in Bewegung zu setzen, um die Hunde zu holen, hat jedoch keinen Erfolg. Auch McClaren ist ihm zwar tief dankbar, sieht jedoch keine Möglichkeit, eine sofortige Expedition zu finanzieren. Erst im Sommer bekommt Jerry eine Chance, von Neuseeland aus einen neuen Versuch zu starten. Zwar rechnet er damit, dass alle Hunde tot sind, aber er braucht Gewissheit, um das verarbeiten zu können.
Dazwischen wird episodenweise gezeigt, wie die Hunde den antarktischen Winter verbringen. Bis auf Old Jack, den ältesten Hund des Gespanns, können sich nach einigen Tagen des Wartens alle losreißen und auf die Jagd gehen. Sie jagen zunächst Möwen, später finden sie einen gestrandeten Schwertwal, der jedoch bereits von einem Seeleoparden bewohnt wird. Im Rudel können sie diesen vertreiben, dabei wird Maya am Hinterbein verletzt. Als einer der Hunde einen Abhang hinunterstürzt und sich tödlich verletzt, bleiben die anderen bis zum Ende bei ihm. Diese Szenen haben keinen sprachlichen Kommentar, allein die Körpersprache der Hunde zeigt ihren großen sozialen Zusammenhalt; so wird etwa die verletzte Maya, die sich an der Jagd nicht mehr beteiligen kann, von den anderen durchgefüttert.
Als McClaren nach einem Festakt zur Präsentation seines Fundes seinen kleinen Sohn zu Bett bringt, fällt sein Blick auf eine Zeichnung der acht Schlittenhunde, beschriftet mit „Mein Held: Die Hunde, die meinen Daddy gerettet haben.“ Dadurch wird McLaren seine Verpflichtung gegenüber Jerry und den Hunden bewusst, er setzt nun sein Preisgeld ein, um die nötige Expedition zu finanzieren. Zusammen mit dem Kartographen Charlie Cooper und Katie reist er Jerry hinterher nach Neuseeland. Von dort erreichen sie nach einigen Abenteuern ihre Station, wo Jerry zunächst Old Jack noch an der Kette tot vorfindet, doch dann sehen sie, dass die anderen Hunde sich haben losreißen können. Kurz darauf kommen fünf der sechs noch lebenden Hunde angelaufen und begrüßen ihre Menschen überglücklich. Einer davon führt Jerry zu Maya, die nicht mehr laufen kann und sich schon aufgegeben hat, aber noch lebt. Er trägt sie auf seinen Armen zum Fahrzeug.
Die Geschichte endet damit, dass Jerry und Katie, deren Beziehung einige Jahre zuvor gescheitert ist, wieder zueinander gefunden haben. Eine Texteinblendung widmet den Film den Pionieren der Antarktis und ihren Hunden, deren Tapferkeit und Wagemut ihn inspiriert haben.
Hintergrund
Dreh
- Die fehlgeschlagene japanische Expedition von 1958 inspirierte den Kinofilm Taro und Jiro in der Antarktis. Antarctica – Gefangen im Eis stellt eine fiktionale Re-Interpretation der wahren Begebenheiten von 1958 dar.
- Der Film wurde in Smithers, British Columbia, Kanada aufgenommen.
- In den USA erhielt der Film aufgrund der Szene, in der der Seeleopard aus dem toten Schwertwal hervorspringt, die Altersfreigabestufe PG. („Parental Guidance Suggested“: Begleitung/Aufsicht eines Erwachsenen empfohlen)
- Das Schneekettenfahrzeug (ein schwedischer Hägglund Bandvagn 206), das die Crew von den Italienern ausleiht, heißt Mare Biscotto, was laut Produzent Frank Marshall eine Übersetzung von Seabiscuit darstellt. Das war einer seiner erfolgreichen Filme.[3]
- Bis zum 27. August 2006 hatte der mit einem Budget von 40 Millionen Dollar gedrehte Film 81,6 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten und rund 38,8 Millionen Dollar in weiteren Ländern eingespielt.[4]
Schlittenhunde
- Bei den Ereignissen von 1958 waren 15 sachalinische Huskies involviert, von denen lediglich 2 überlebten. Im Handlungsgefüge von Antarctica – Gefangen im Eis agieren nur acht Hunde – zwei Alaskan Malamutes (Buck und Shadow) zusammen mit sechs sibirischen Huskies, von denen sechs überlebten. Da für jeden Darsteller-Hund weitere Hunde eingesetzt wurden, die Stunts durchführten und Schlitten zogen, wirkten insgesamt 32 Hunde mit, um die acht Hundecharaktere des Filmes darzustellen.[5]
- Die Hunde Dewey und Truman sind nach den US-Präsidentschaftskandidaten von 1948 Thomas E. Dewey und Harry S. Truman benannt.[6]
- Seit 1994 werden keine Schlittenhunde mehr in der Antarktis verwendet. Der Film spielt jedoch im Jahr 1993.
Kritik
Die Rezensionen waren gemischt. Roger Ebert von der Chicago Sun-Times mochte den Film und schrieb: „‘Antarctica – Gefangen im Eis’ überzeugt als eine eindrucksvolle Geschichte.“ (‘Eight Below’ succeeds as an effective story.)[7] Die BBC überzeugte der Film auch, allerdings wurde die Länge beanstandet.[8] Reel.com äußerte sich positiv: „Dem Film gelingt es, den Zuschauer in ihr unglaubliches Abenteuer einzubeziehen“ (the movie succeeds at drawing you into their incredible adventure).[9]
Der Rezensent des San Francisco Chronicle mochte den Film hingegen nicht und meinte: „Der Film ist viel zu lang und zu intensiv für Kinder, obwohl er voller Dialoge und Handlungswendungen ist, die zu jugendlich für die erwachsenen Zuschauer sind.“ (The movie is overly long and much too intense for small children, yet it’s filled with dialogue and plot turns that are too juvenile to thrill adult audiences.)[10]
William Arnold beurteilt im Seattle Post-Intelligencer den Film positiv und hebt besonders die ergreifende („heartmelting“) Wirkung der Hundedarsteller heraus, kritisiert jedoch die realitätsferne Darstellung des antarktischen Winters, der kein Tageslicht habe und in dem die Temperatur auf −140 °F (−96 °C) fallen könne.[11]
Weblinks
- Antarctica – Gefangen im Eis bei IMDb
- Antarctica – Gefangen im Eis bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Offizielle Website auf 8belowmovie.com (englisch)
- Deutsche Website auf movie.de
- Arcticsun Kennels – Apache and Suli’s home away from Hollywood (englisch)