Schneegolf

Variante des Golfspiels From Wikipedia, the free encyclopedia

Schneegolf ist eine Variante des Golfsports, die nicht auf Rasen, sondern auf Schnee- und Eisflächen gespielt wird. Dabei heißen die Greens hier Whites, da sie aus einer Eisfläche bestehen, die speziell hierfür präpariert werden. Entsprechend sind die Bälle nicht weiß, sondern grün oder rot.

Schneegolfbahn in Finnland

Geschichte

Aert van der Neer, IJsvermaak buiten de stadswal (ca. 1655)
Hendrick Avercamp, A Scene on the Ice (ca. 1615)

Ähnlich wie beim Golf, wird das niederländische Kolf (auch Colf) oft als „Urform“ des Schneegolfs betrachtet. Kolf als populäre Wintersportart auf zugefrorenen Kanälen ist bereits aus dem 17. Jahrhundert belegt, unter anderem durch Gemälde von Aert van der Neer[1] und Hendrick Avercamp.[2] Als Erfinder des „modernen“ Schneegolfs wird der britische Schriftsteller und Nobelpreisträger Rudyard Kipling benannt. Kipling schrieb sein berühmtes Werk Dschungelbuch im kalten Neuengland (USA) um die Jahrhundertwende und entspannte sich beim geliebten Golftraining, obwohl der Schnee normales Golf nicht zuließ.[3]

Weltmeisterschaften

Es werden Weltmeisterschaften von zwei Organisatoren im Schneegolf und Eisgolf ausgetragen. Die Schneegolf-WM ist seit 2007 als internationale Benefizveranstaltung ausgelegt, an der zahlreiche Prominente teilnehmen.[4] Sie wird als tourismuspolitische Maßnahme vom Land Salzburg gefördert.[5] Die Eisgolf-WM wird seit 1999 jährlich auf dem nördlichsten Golfplatz der Welt[6] auf dem Meereis vor Uummannaq (Grönland) veranstaltet und ist durch die Eisbeschaffenheit sehr wetterabhängig.[7] Teilnehmer müssen ein Handicap von höchstens 36 aufweisen. Aufgrund der extremen Temperaturen wird von der Verwendung von Schlägern mit Graphit-Schaft abgeraten.[8] Von 2007 bis 2010 konnten die Eisgolf-Weltmeisterschaften wegen zu warmer Winter nicht abgehalten werden.

Weitere Informationen Jahr, Ausprägung ...
JahrAusprägungDatumOrtWeltmeister
1999Eisgolf27.3. – 28.3.Uummannaq, GrönlandPeter Masters, England
2000EisgolfUummannaq, GrönlandAnnika Østberg, Dänemark
2001Eisgolf7.4. – 8.4.Uummannaq, GrönlandAnnika Østberg, Dänemark
2002EisgolfUummannaq, GrönlandRoger Beames, Schottland
2003Eisgolf21.3. – 23.3.Uummannaq, Grönlandwetterbedingter Abbruch
2006Eisgolf23.2. – 27.3.Uummannaq, GrönlandJason Cunningham, Australien
2007[9]Schneegolf2.2. – 4.2.Abtenau (Österreich)Herren: Adi Hengstberger, Deutschland / Damen: Kathi Hämpel, Österreich
2007EisgolfUummannaq, Greenlandabgesagt wegen mangelnder Eisdicke
2008Eisgolf20.3. – 25.3.Uummannaq, Greenlandabgesagt wegen Wechsel des Managements
2009[10]Schneegolf29.1. – 31.1.Obertauern (Österreich)Herren: Adi Hengstberger, Deutschland / Damen: Sarah Holzl, Österreich
2009Eisgolf19.3. – 24.3.Uummannaq, Grönlandwetterbedingte Absage
2010Eisgolf15.3. – 21.3.Uummannaq, Grönlandwetterbedingte Absage[11]
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Literatur

  • Extreme Golf: The World's Most Unusual, Fantastic, and Bizarre Courses. Duncan Lennard, Sourcebooks, 2004 (ISBN 1-4022-0314-4)
  • The Caddie was a Reindeer: And Other Tales of Extreme Recreation. Steve Rushin, Atlantic Monthly Press, 2004 (ISBN 0-87113-878-6)
  • World Ice Gold Championship. Brilliant Results, März 2006, S. 50–53 (PDF; 883 kB)

Einzelnachweise

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