Construction (Metallbaukästen)

deutsches Metall-Baukastensystem From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Construction-Baukästen (anfangs Konstruktion) gehörten zu den bekanntesten Metallbaukästen der DDR und sind die einzigen, deren Produktion auch nach der deutschen Wiedervereinigung fortgesetzt wurde. Die Baukästen haben einen Lochabstand von 10 mm und vernickelte Stahlkomponenten, die eine korrosionsbeständige Oberfläche boten.

Die Baukästen dieser Serie wurden ab Mitte der 1950er-Jahre hergestellt und seitdem in großem Umfang in osteuropäische Länder (Sowjetunion, Polen, Tschechoslowakei und Ungarn) sowie in einige westeuropäische Länder, insbesondere nach Westdeutschland[1][2] und in die Niederlande[3] exportiert.

Geschichte

Kartondeckel eines Construction-Metallbaukasten (undatiert)

Die Serie der Construction (Metallbaukästen) begann 1955 in der privaten Firma Ing.-Büro Eberhard Rapp in Gotha[4]. Es erschienen die Kästen „Konstruktion – Metallbaukasten für die Jugend“ in den Varianten 01, 02, 03, 03a und 04 (letzterer mit Elektromotor). Die Bauteile waren in Pappeinlagen verpackt.

1957 wurde die Firma Eberhard Rapp verstaatlicht und ging in die Treuhandverwaltung über. Hersteller war nun der VEB (K) Technische Werkstätten Gotha. 1961 wurde die Produktion zum VEB (K) Metallwaren Schmerbach (bei Gotha) verlagert. Das Deckeldesign wurde neu gestaltet und zeigt nun ein Baggermodell auf blau-gelbem Grund. 1966 wurde Konstruktion in Construction umbenannt.[4][5] Das Deckeldesign blieb zunächst gleich, jedoch wurden die Pappeinlagen durch solche aus Kunststoff ersetzt.

1968 wurde das Sortiment erneut umgestaltet:[6] Ein neues Deckeldesign mit LKW-Motiv in Blau, Gelb und Rot wurde eingeführt, und das Firmenlogo zeigte nun ein „S“ zwischen zwei Scharnierhälften. Auf der Deckelinnenseite waren die enthaltenen Bauteile abgebildet. Die Kästen erhielten ein systematisches Nummerierungssystem: Der Grundkasten Construction 100 enthielt Flach- und Winkelstäbe, Platten und zwei kleine Räder. Construction 101 und Construction 111 enthielten weitere Bauteile. Die Kästen Construction 110 und Construction 120 kombinierten jeweils die vorherigen Sets (100+101=110, 110+111=120, 100+101+111=120), während Construction 200 ein Getriebebaukasten mit Elektromotor, Zahnrädern, Wellen, Kardankupplung und Platten war. Construction 300 war ein Ergänzungskasten und enthielte Kunststoffverkleidungsteile.

1975 änderte sich lediglich das Deckeldesign (schwarze und orange Zahnräder auf blauem Hintergrund). Ab Juli 1977 wurde die Produktion zum VEB Spielwarenmechanik Pfaffschwende im Sperrgebiet an der hessischen Grenze verlegt.[4] Die Nummerierung blieb bestehen, jedoch wurde das Deckeldesign erneut geändert, diesmal mit einem fotorealistischen Motiv in Dunkelblautönen.

1980 kam es zu einer vollständigen Umgestaltung: Die Kästen erhielten eine neue Nummerierung (C 01–04, C 06) sowie ein neues Design mit Fotografie auf orangem Hintergrund. 1983 wurde das Sortiment um die Kästen C 07, C 08, C 09 und C 20 erweitert, die verstärkt Kunststoffteile enthielten. 1987 änderte sich das Design der Kästen erneut (Fotografie, Regenbogenstreifen, 5er-Lochstab), und neue Kästen kamen hinzu: C 10, C 12, C 13, C 14, C 21 und C 40. Die Baukästen C 03 und C 06 wurden zu einem Kasten C03+06 zusammengefasst, während die Produktion von C 08 eingestellt wurde.

Nach der Privatisierung entstand 1989 die Eichsfelder Technik Eitech GmbH, die die Produktion unter der Bezeichnung Eitech fortsetzte.[4] Die Baukästen wurden auch nach der deutschen Wiedervereinigung weiter hergestellt.

Literatur

Commons: Construction-Metallbaukasten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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