Ełdyty Wielkie

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Ełdyty Wielkie (deutsch Elditten) ist ein Dorf im Powiat Lidzbarski (Kreis Heilsberg) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es ist der Verwaltungseinheit Gmina Lubomino (Landgemeinde Arnsdorf) zugeordnet.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Ełdyty Wielkie
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Ełdyty Wielkie (Polen)
Ełdyty Wielkie (Polen)
Ełdyty Wielkie
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Lidzbark Warmiński
Gmina: Lubomino
Geographische Lage: 54° 0′ N, 20° 10′ O
Einwohner: 322 (2021[1])
Postleitzahl: 11-135
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NLI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 593: MiłakowoWilczkowoDobre MiastoJezioranyReszel
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
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Geographische Lage

Das Dorf liegt im ehemaligen Ostpreußen, in Ermland, etwa dreißig Kilometer südwestlich der Stadt Lidzbark Warmiński (Heilsberg) und sechs Kilometer östlich der Kleinstadt Miłakowo (Liebstadt).

Staustufe beim mit Wasserkraft betriebenen kleinen Elektrizitätswerk des Dorfs

Geschichte

Ortsgeschichte

In der Handfeste vom 10. Juli 1289 verschrieb Heinrich I. Fleming, Bischof von Ermland, dem Lokator Conrad Wendepfaffe 110 Hufen auf dem altpreußischen Feld Eldithen zu kulmischem Recht.[2][3][4] Aus der Amtszeit des Bischofs sind 37 solche von ihm ausgestellte Handfesten vorhanden.[5] Die überdurchschnittlich große Anzahl der verschriebenen Hufen legt die Vermutung nahe, dass zwischen dem Bischof und Wendepfaffe ein Verwandtschaftsverhältnis bestanden hatte.[2]

Eine autochthone altpreußische Familie namens Podeluche benannte sich später nach dem Hauptgut Elditten; 1429 und 1436 kommt ein Johann Podeluche von Elditten vor, während der wirkliche Besitzer des Gutes sich damals Nicolaus von Elditten nannte.[6]

Im 18. Jahrhundert gehörte das adlige Kirchdorf Elditten zum Amt Wormditt.[7][8] 1785 wird es als ein adliges Gut mit einer Kirche, einer Wassermühle, einer Windmühle und dreißig Feuerstellen (Haushaltungen) beschrieben.[9]

Im Jahr 1747 war Theodor von Hatten, Hauptmann auf Braunsberg, Erbherr auf Elditten, Grünheid und Kläkendorff.[10] Besitzer des Guts Elditten war im Jahr 1841 der Landschaftsrats v. Strachowski, ein Verwandter des 1841 ermordeten ermländischen Bischofs Andreas Stanislaus von Hatten.[11]

Im Jahre 1874 wurde Elditten ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostopreußischen Kreis Heilsberg, zu dem neun, später noch sieben Dörfer gehörten.[12]

Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Elditten eine Flächengröße von 899 ha, 89 ar und 99 m², und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 305 Einwohner.[13] Der Gutsbezirks Elditten wurde am 30. September 1928 in eine Landgemeinde gleichen Namens umgewandelt.[14]

Im Jahr 1945 gehörte die Landgemeinde Elditten zum Landkreis Heilsberg im Regierungsbezirk Königsberg.

Im Zweiten Weltkrieg eroberte die Rote Armee von Januar bis März 1945 das Kreisgebiet. Im Mai 1945 unterstellte sie es der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Diesen polonisierte den Ortsnamen zu ‚Ełdyty Wielkie‘ und unterzog die Einwohner einer „Verizifierung“, die für die meisten die Vertreibung zur Folge hatte. An ihrer Stelle wurden systematisch Polen angesiedelt, die ihrerseits zu einem großen Teil Vertriebene aus Ostpolen waren.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782adliges Gut mit einer Kirche, Wassermühle, Windmühle und dreißig Feuerstellen (Haushaltungen)[9]
1816133Dorf und Gut[15]
1858323Rittergut und adliges Dorf, darunter 39 Evangelische und 284 Katholiken[16]
1864404am 3. Dezember, davon 179 im Gutsbezirk Elditten und 125 im Gemeindebezirk Klein Elditten[17]
1867328am 3. Dezember, Landgemeinde[18]
1871360am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 69 Evangelische, 290 Katholiken und eine jüdische Person[18]
1885308am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon 26 Evangelische und 282 Katholiken[19]
1910284am 1. Dezember[20][21]
1925305am 16. Juni[13]
1933294[22]
1939248[22]
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Amtsbezirk Elditten (1874–1945)

Zum Amtsbezirk Elditten im Kreis Heilberg gehörten:[12]

Weitere Informationen Deutscher Name, Polnischer Name ...
Deutscher NamePolnischer NameAnmerkungen
Adlig Hohenfeld
ab 1879: Hohenfeld
Wysokie
Adlig Schwenkitten
mit Klein Schwenkitten
Świękity
Świękitki
1928 in die Landgemeinde Schwenkitten eingegliedert
EldittenEłdyty Wielkie
KalksteinWapnik
KleinenfeldKlony
Königlich Albrechtsdorf
ab 1919: Albrechtsdorf
Wojciechowo
Königlich Schwenkitten
ab 1919: Schwenkitten
Świękity
LemittenLimity1928 nach Albrechtsdorf eingemeindet
VoigtsdorfWójtowo
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Kirche

Die römisch-katholische Dorfkirche, die dem hl. Martin geweiht ist, hat ein hohes Alter und ein Mauerwerk, das zum Teil noch aus Natursteinen besteht, zwischen die Zwicksteine eingefügt sind. Der Eingang befindet sich wie bei der Kirche von Schalmey auf der Südseite. 1345 wird ein Pfarrer Albertus erwähnt. Die Kirche stand früher unter dem Patronat des Gutsherrn.[4]

Das Kirchengebäude, das zuvor der katholischen Pfarrgemeinde Elditten als Gotteshaus gedient hatte, wurde 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.

Persönlichkeiten

  • Kasimir von Hatten (* 23. Juli 1814; † 28. Mai 1888 in Elditten),[23] Gutsbesitzer auf Elditten, Mitglied des Preußischen Herrenhauses (1854–1888)
  • Dietrich Borm (1928–2018), deutscher Chirurg

Literatur

  • Elditten, Rittergut, Kreis Heilsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Elditten (meyersgaz.org).
  • Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 4: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Ermland. Königsberg 1894, S. 72–73 (Google Books).
Commons: Ełdyty Wielkie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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