Elfriede Stutz

deutsche germanistische Mediävistin und Hochschullehrerin. From Wikipedia, the free encyclopedia

Elfriede Stutz, geb. Worzel, (* 16. September 1919 in Bruchsal; † 31. Juli 1989 in Heidelberg) war eine deutsche germanistische Mediävistin und Hochschullehrerin.

Leben und Wirken

Nach dem Schulbesuch in Bruchsal bzw. Karlsruhe und ihrer Reifeprüfung 1938 studierte Elfriede Stutz von 1938 bis 1942 Germanistik, Geschichte und Geographie, zunächst an der Hochschule für Lehrerbildung in Karlsruhe (1938/39), dann an der Universität München (1939 bis 1940) sowie von 1940 bis 1942 an der Universität Heidelberg. Seit April 1933 war sie Mitglied im Bund Deutscher Mädel (BDM), 1937 trat sie der NSDAP bei. Die Staatsexamen für den höheren Schuldienst legte sie 1943 und 1948 ab. 1950 promovierte sie bei Richard Kienast an der Universität Heidelberg über „Frühe deutsche Novellenkunst“. Von 1940 bis 1945 war sie am Deutschen Seminar dieser Universität tätig und gab u. a. das Proseminar „Mittelhochdeutsch“. Von 1947 bis 1949 war sie im Schuldienst tätig. Von 1948 bis 1969 unterrichtete sie als Lehrbeauftragte für Ältere deutsche Philologie und vertrat von 1959 bis 1961 eine wissenschaftliche Assistentenstelle. Von 1969 bis 1975 arbeitete sie als Akademische Rätin an der Universität Heidelberg und habilitierte sich 1972 kumulativ. Als ordentliche Professorin lehrte sie dann von 1975 bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 1984.

Seit 1945 war sie mit dem Oberstudiendirektor Wilhelm Stutz verheiratet.

Elfriede Stutz veröffentlichte zur älteren deutschen Philologie, insbesondere zum Gotischen. 1966 erschienen von ihr „Gotische Literaturdenkmäler“. Außerdem arbeitete sie über den Schriftsteller Gerd Gaiser.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (Hrsg.): Das Nibelungenlied. XXX. – XXXIX. Aventiure nach der Hs. B. (= Editiones Heidelbergenses, Bd. 7). Winter, Heidelberg 1946.
  • Studien zum Zeilenbau in der Gandersheimer Reimchronik. In: Niederdeutsche Mitteilungen, Bd. 14 (1958), S. 5–58.
  • Das Fortleben der mittelhochdeutschen Zwillingsformel im Kirchenlied, besonders bei Paul Gerhardt. In: Hans Robert Jauss (Hrsg.): Medium aevum vivum. Festschrift für Walther Bulst. Winter, Heidelberg 1960, S. 238–252.
  • Der Erzähler Gerd Gaiser. In: Annali / Istituto Universitario Orientale di Napoli / Sezione Germanica, Bd. 3 (1960), S. 217–234.
  • Jugendbewegung und „skeptische Generation“ bei Gerd Gaiser. In: Mädchenbildung und Frauenschaffen, Bd. 10 (1960), H. 7, S. 318–329.
  • Über die Sprache Gerd Gaisers. In: Der Deutschunterricht, Bd. 15 (1963), H. 3, S. 70–82.
  • Gotische Literaturdenkmäler (= Sammlung Metzler, Bd. 48). Metzler, Stuttgart 1966.
  • Ein gotisches Evangelienfragment in Speyer. In: Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung, Bd. 85 (1971), S. 85–95.
  • Spuren der Mystik bei Elisabeth Langgässer. In: Studi di letteratura religiosa tedesca. In memoria di Sergio Lupi. Olschki, Firenze 1972, S. 639–667.
  • Das Neue Testament in gotischer Sprache. In: Kurt Aland (Hrsg.): Die alten Übersetzungen des Neuen Testaments, die Kirchenväterzitate und Lektionare (= Arbeiten zur neutestamentlichen Textforschung, Bd. 5). de Gruyter, Berlin 1972, S. 375–402, ISBN 3-11-004121-9.
  • Über die Siebenzahl im Versbau. In: Rüdiger Görner (Hrsg.): Logos musicae. Festschrift für Albert Palm. Steiner, Wiesbaden 1982, S. 211–230, ISBN 3-515-03535-4.
  • Der „büßende“ Gott. In: Karl Hauck (Hrsg.): Sprache und Recht. Beiträge zur Kulturgeschichte des Mittelalters. Festschrift für Ruth Schmidt-Wiegand zum 60. Geburtstag. Bd. 2. de Gruyter, Berlin 1986, S. 944–956, ISBN 3-11-010893-3.
  • Wolframs Titurelstrophe – Vers 1. In: Kurt Gärtner/Joachim Heinzle (Hrsg.): Studien zu Wolfram von Eschenbach. Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag. Niemeyer, Tübingen 1989, S. 455–483, ISBN 3-484-10627-1.
  • Über die Einheit und die Einzigartigkeit der Siegfriedgestalt. In: Hermann Reichert/Günter Zimmermann (Hrsg.): Helden und Heldensage. Otto Gschwantler zum 60. Geburtstag (= Philologica Germanica, Bd. 11). Fassbaender, Wien 1990, S. 411–430, ISBN 3-900538-16-6.
  • Frühe deutsche Novellenkunst. Hrsg. von Clifford Albrecht Bernd und Ute Schwab (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Bd. 560). Kümmerle, Göppingen 1991, ISBN 3-87452-800-6 (= Dissertation Universität Heidelberg).

Festschriften

  • Alfred Ebenbauer (Hrsg.): Philologische Untersuchungen. Gewidmet Elfriede Stutz zum 65. Geburtstag (= Philologica Germanica, Bd. 7). Braumüller, Wien 1984, ISBN 3-7003-0548-6 (Bibliographie Elfriede Stutz S. 492–499).
  • Karl-Friedrich Kraft (Hrsg.): Triuwe. Studien zur Sprachgeschichte und Literaturwissenschaft. Gedächtnisbuch für Elfriede Stutz (= Heidelberger Bibliotheksschriften, Bd. 47). Heidelberger Verlags-Anstalt, Heidelberg 1992, ISBN 3-89426-052-1 (Bibliographie Elfriede Stutz S. 411–413).

Literatur

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