Elias Keßler
deutscher Bildhauer
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Elias Keßler, auch Kessler (um 1685; † 26. Januar 1730 in Stralsund, Schwedisch-Pommern) war ein deutscher Bildhauer aus Stralsund.

Leben und Wirken
Über Keßlers Herkunft und Ausbildung ist wenig bekannt; eine Ausbildung im Kreis der Berliner Akademie um Andreas Schlüter ist angesichts Keßlers Werken wahrscheinlich. Die Darstellung des Dismas in der St.-Michael-Kirche in Sagard und der Kopf des Moses in der Dorfkirche Semlow sind nach Ansicht von Experten ohne eine genaue Betrachtung der Laokoon-Gruppe kaum möglich. Ein solcher Abguss stand an der Berliner Akademie zur Verfügung, wie ein Kupferstich des Zeichensaals der Akademie von Lorenz Beger belegt. In diesem Zusammenhang wurde er 1707 als Bildhauergeselle angeworben, um die Arbeiten am neuen barocken Hauptaltar der St.-Nikolai-Kirche in Stralsund fortzusetzen. Zuvor hatten zwei von Thomas Phalert in Berlin beauftragte Gesellen ihre Arbeit niedergelegt. Diese beiden Bildhauer könnten auch die beiden großen Engel links und rechts des Hauptaltars gestaltet haben. Denkbar ist aber auch, dass Kessler für die Bearbeitung des rechten Engels verantwortlich war. Im Jahr 1719 erwarb Keßler das Stralsunder Bürgerrecht und machte sich als Bildhauermeister selbstständig.[1]
Karl Möller nennt Keßler in seinem Werk „Stralsunder Bildhauerkunst des 18. Jahrhunderts“ den seit dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts führenden Bildhauer der Provinz Schwedisch-Pommern. Keßler wird zum ersten Mal 1704 in einem Verhandlungsprotokoll des Tischleramtes Stralsund erwähnt.
Nach Detlef Witt war Keßler der „(…) künstlerisch bedeutendste Vertreter dieser Zunft in der Hansestadt am Sund“.[2]
Nach seinem Tod fand wohl eine Woche später sein Begräbnis in der St. Marienkirche in Stralsund statt. Seine Witwe Maria Rose heiratete ein Jahr später am 19. Januar 1731 den Bildhauer Michel Müller. Er war vermutlich ein Geselle Keßlers und führte dessen Werkstatt weiter.[1]
Werke

Zu seinen Werken, die in der Zeit von 1717 bis 1727 geschaffen wurde, zählen mehr als 200 Vollfiguren, etliche Reliefs und ornamente Plastiken, wobei Karl Möller aufgrund der Vielzahl der Werke sowie die erheblichen Qualitätsunterschiede die Mitarbeit von Gehilfen annimmt. Möller führt weiter aus, dass die Altäre von Landow und Reinberg wahrscheinlich sogar ausschließlich von Gehilfen Keßlers geschaffen wurden. Die große Menge der Aufträge mache es zudem unmöglich, dass jede Figur zur völligen Neuschöpfung wurde; teilweise wurde noch ein drittes Mal nach dem Entwurf gearbeitet, wobei sich die Stilentwicklung der Zwischenzeit auswirkte, wie zum Beispiel bei den Auferstandenen von Reinberg und Sagard.[3] Für seine Skulpturen nutze Keßler vorwiegend Lindenholz; in Stralsund existiert lediglich ein einziges steinernes Epitaph, das 1723/1724 entstand und an den Kanzleirat Christian von Staude erinnert. Die bislang am weitesten von Stralsund entfernt nachgewiesene Arbeit ist ein Taufengel, der aus der im 19. Jahrhundert abgerissenen Fachwerkkirche in Brügge nach einer Restauration und bildhauerischen Ergänzung im Jahr 2026 in der Stadtkirche Freyenstein (Landkreis Prignitz) hängt.[1]
- Altar, Taufe und Kanzel, bemalte Holzdecke der Dorfkirche Landow,
- 1710 geweihter Altaraufsatz in der St.-Marien-Kirche zu Görmin[4]
- Altar von 1723 und eine Kanzel aus dem 18. Jahrhundert in St. Johannis zu Lassan,
- 1723 barocker Altar in der Dorfkirche Semlow,
- 1724 Altar in der Pfarrkirche Altenkirchen,
- 1724/25 Altar, Taufengel und Pultengel in der Kirche Lüssow (Gützkow)[5]
- um 1725 Altaraufsatz in der Sankt-Marien-Kirche (Loitz),
- 1725 Patronatsloge gegenüber der Kanzel in der Kirche Voigdehagen,
- 1726 barocker Altaraufsatz in der Dorfkirche Niepars,
- 1726/1727 barocker Altar in der St.-Michael-Kirche (Sagard),
- 1727/1728 Taufengel in der Dorfkirche Prohn,
- 1728 Kanzelaltar und Altarschranke in der Seemannskirche Prerow,
- nach seinem Tod 1732 Taufbaldachin in der Pfarrkirche St. Nikolaikirche zu Stralsund.
Literatur
- Tatjana Frey: Elias Kessler. Ein Stralsunder Bildhauer des Barock. (1989). Dissertation, Universität Greifswald 1990
- Detlef Witt: Der Stralsunder Bildhauer Elias Kessler. Barocke Bildhauerkunst in Nordostdeutschland. Mit Regesten von Felix Schönrock. Berlin 2025, ISBN 978-3-86732-473-1
Weblinks
- Literatur über Elias Keßler in der Landesbibliographie MV
- Fotoausstellungen zu zwei Stralsunder Barockbildhauern auf Dorfkirchen-in-Not.de.