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Schmalblättrige Wasserpest

Art der Gattung Wasserpest (Elodea) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii), auch Nuttalls Wasserpest[1] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wasserpest (Elodea) innerhalb der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae). Diese Wasserpflanze stammt aus Nordamerika und gilt in Europa als eingebürgerter, in Ausbreitung befindlicher Neophyt.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Schmalblättrige Wasserpest

Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae)
Gattung: Wasserpest (Elodea)
Art: Schmalblättrige Wasserpest
Wissenschaftlicher Name
Elodea nuttallii
(Planch.) H.St.John
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Beschreibung

Weibliche Blüte
Männliche Blüte
Dichter, blühender Bestand
Lockerer Bestand in einem Baggersee

Vegetative Merkmale

Elodea nuttallii ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die im Süßwasser wächst.[2] Die untergetauchten Sprossachsen sind 30 bis 100 Zentimeter lang. An den flutenden Stängeln sitzen die kleinen, dunkelgrünen Blätter quirlig meist zu dritt. Sie sind ein bis drei Zentimeter lang, oft starr, schmal dreieckig bis linealisch, zurückgekrümmt und stark spiralig gedreht. Sie enden lang spitz auslaufend, nicht zungenförmig abgerundet. Die Länge der Blätter macht das 3,5- bis Zehnfache ihrer Breite von 1 bis 3 Millimetern aus. Im Vergleich zur Kanadischen Wasserpest (Elodea canadensis) wirkt die Art kräuselig-ungleichmäßiger und schmaler beblättert. Allerdings kann auch die Kanadische Wasserpest manchmal etwas zurückgebogene Blätter haben, was dann die Unterscheidung erschwert.

Generative Merkmale

Elodea nuttallii ist zweihäusig getrenntgeschlechtig; in Mitteleuropa treten oft rein weibliche oder rein männliche Populationen auf (Blütezeit: Juni bis September). Die Vermehrung erfolgt demnach hier rein vegetativ.

Die eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die unscheinbaren, 3 bis 5 Millimeter kleinen, weißlich-hellvioletten weiblichen Blüten sitzen an langen weißlichen Stielen, die über die Wasseroberfläche ragen bzw. dort aufliegen. Die männlichen Blüten hingegen lösen sich beim Aufblühen los, schwimmen zur Wasseroberfläche und öffnen sich dort. Die Schmalblättrige Wasserpest bildet Winterknospen aus.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.[2][3]

Vorkommen und invasive Pflanzenart

Die Schmalblättrige Wasserpest kommt ursprünglich vom südlichen Kanada bis zu den Vereinigten Staaten vor.[4] Sie kommt in den Vereinigten Staaten in fast allen Staaten vor und fehlt nur in den südlichsten.[4] Sie tritt in Eurasien als Neophyt auf (siehe Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung). In Europe fehlt die Schmalblättrige Wasserpest nur in Portugal, Griechenland, im Baltikum, in Belarus und in Russland.[4] In der Schweiz wurde sie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten aufgenommen und der Freisetzungsverordnung unterstellt.[5][6] Nuttalls Wasserpest wird etwa seit 1939 (erstes Auftreten in Belgien) in Kontinentaleuropa beobachtet[7] und befindet sich noch in starker Ausbreitung. 1961 wurde im Vogtland ein isoliertes Vorkommen mit ausschließlich männlichen Exemplaren entdeckt.[8]

Sie kommt in Mitteleuropa in Deutschland auf, in Österreich (Niederösterreich, Kärnten), in der Schweiz (Zürichsee, Wallis), in Südtirol und in den Niederlanden vor. Es wurden bisher nur männliche Pflanzen beobachtet.[9] Elodea nuttallii bildet in Mitteleuropa eine eigene Elodea nuttallii-Gesellschaft aus dem Verband Potamogetonion.[10]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5u (unter Wasser), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz 1 (tolerant).[11]

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolgte 1849 unter dem Namen (Basionym) Anacharis nuttallii durch Jules Émile Planchon in Annales des Sciences Naturelles; Botanique, Serie 3, Band 11, Seite 74. Das Artepitheton nuttallii ehrt den englischen Botaniker Thomas Nuttall (1786–1859). Die Neukombination zu Elodea nuttallii (Planch.) H.St.John wurde 1920 durch Harold St.John in Rhodora; Journal of the New England Botanical Club, Band 22, Seite 29 veröffentlicht.[4] Ein weiteres Synonym für Elodea nuttallii (Planch.) H.St.John ist Elodea occidentalis (Pursh) H.St.John.

Quellen

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