Emanuel Pârvu
rumänischer Filmregisseur und Schauspieler
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Emanuel Pârvu (geb. 1979) ist ein rumänischer Filmregisseur und Schauspieler, der mit Werken des neuen rumänischen Kinos international hervorgetreten ist.[1] Sein dritter Langfilm Drei Kilometer bis zum Ende der Welt (rumänisch: Trei kilometri până la capătul lumii) wurde 2024 in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes eingeladen.[2] Der Film gewann die Queer Palm 2024.[3] Rumänien meldete ihn zudem als offiziellen Beitrag für die Oscars 2025 in der Kategorie „Bester internationaler Film“ an.[4]

Leben und Wirken
Pârvu wurde 1979 in Rumänien geboren und studierte Schauspiel an der Nationaluniversität der Theater und Filmkunst in Bukarest.[1] Er arbeitete zunächst als Theater- und Filmschauspieler, unter anderem mit Cristian Mungiu, Adrian Sitaru und Constantin Popescu.[5] 2017 legte er mit Meda or the Not So Bright Side of Things sein Langfilmdebüt als Regisseur vor und gewann dafür beim Sarajevo Film Festival den Heart of Sarajevo als bester Regisseur.[6]
Der Film Meda or the Not So Bright Side of Things (2017) erzählt eine ländlich verortete Sozialgeschichte und wurde in Sarajevo 2017 auch mit dem Schauspielpreis für Șerban Pavlu ausgezeichnet.[6] Sein zweiter Langfilm Mikado (auch unter dem Titel Marocco) feierte 2021 seine Weltpremiere im New-Directors-Wettbewerb des Filmfestivals San Sebastián.[7] Mit Drei Kilometer bis zum Ende der Welt kehrte Pârvu 2024 nach Cannes zurück; der Film spielt in einem isolierten Dorf im Donaudelta und thematisiert homophobe Gewalt gegen einen Jugendlichen.[8] In Cannes erhielt das Werk die Queer Palm, den unabhängigen LGBT-Preis des Festivals.[3] Beim Sarajevo Film Festival 2024 wurde Drei Kilometer bis zum Ende der Welt überdies mit dem Heart of Sarajevo als „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet.[9] Kritiken hoben Pârvus Schwerpunkt auf präzise Schauspielerführung und eine klassisch-nüchterne Inszenierung hervor.[10] Zugleich betonte Pârvu in Cannes selbst die Verortung der Geschichte im Donaudelta sowie sein Interesse an (un)bedingter Liebe als Motiv.[2] Nach dem Festivalerfolg wurde der Film als rumänischer Beitrag für den Oscar 2025 eingereicht.[4]