Emil Richter (Mediziner)
deutscher Arzt; ab 1878 Prof. für Chirurgie an der Univ. Breslau
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Emil Richter (* 19. April 1837 in Saarlouis; † 13. September 1916 in Breslau) war ein deutscher Chirurg. Er erwarb sich durch die Leitung des Zentralblattes für Chirurgie, der ältesten deutschen Fachzeitschrift für Chirurgie, Verdienste um die Fortentwicklung der Disziplin.


Leben
Emil Richter besuchte die Gymnasien in Koblenz, Köln und Berlin und begann im Alter von 17 Jahren sein Studium der Medizin an der damals Friedrich-Wilhelms-Universität genannten Universität Berlin. Dort wurde er auch am 15. März 1861 zum Doktor der Medizin promoviert. Sofort nach der Promotion wurde er Militärarzt und erweiterte gleichzeitig seine medizinischen Fähigkeiten als Assistent von Otto Fischer am Bürgerhospital der Stadt Köln sowie bei Bernhard von Langenbeck an der Chirurgischen Klinik der Charité in Berlin.
Als aktiver Militärarzt nahm er am Deutschen Krieg 1866 sowie am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz geehrt. Mit der Verlegung seines Regiments (Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3) wurde Richter 1868 zum Privatdozent für Chirurgie an der Universität Breslau habilitiert. Ende 1871 verließ Richter die Armee.
Am 19. Januar 1876 wurde er zum Extraordinarius ernannt. Im Jahre 1880 übernahm er die Leitung des Zentralblattes für Chirurgie als Nachfolger der Begründer Ladislaus von Lesser (Berlin), Max Schede (Halle) und Hermann Tillmanns (Leipzig). Am 24. Juni 1887 wurde er Medizinalrat und Mitglied des Medizinal-Kollegiums der Provinz Schlesien sowie erster Vertrauensarzt der Landesversicherungsanstalten in Breslau. Im Jahre 1899 wurde er Geheimer Mededizinalrat.
Mit Ende des Wintersemesters 1906/07 legte Richter seine Professur an der Universität nieder und widmete sich vollständig den Redaktionsgeschäften des Zentralblattes für Chirurgie. Er starb 1916 nach langem schweren Leiden in Breslau.
Werk
Seine Hauptarbeiten sind:
- Studien über Nervenerkrankungen
- Zur Verrenkungslehre. »Zeitschrift für rationelle Medizin« 34.1868, S. 113–158 (zugleich Habilitation an der Universität Breslau) Digitalisat BSB München
- Studien zur Lehre von den Unterleibsbrüchen. Leipzig & Heidelberg : Wintersche Universitätsbuchhandlung 1869 Digitalisat BSB München, Digitalisat UB Gent, Digitalisat UB Basel
- Allgemeine Chirurgie der Schußverletzungen im Kriege mit besonderer Berücksichtigung kriegschirurgischer Statistik. Breslau : Maruschke & Behrendt 1877 Digitalisat BSB München
1873 erregte sein Vortrag auf dem Chirurgenkongress über Einige weitverbreitete Mängel der kriegschirurgischen Statistik einiges Aufsehen.
Literatur
- August Borchard. Nachruf auf Emil Richter in Zentralblatt für Chirurgie 43.1916, S. 777+778 (mit Bild)
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Richter, Emil |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chirurg |
| GEBURTSDATUM | 19. April 1837 |
| GEBURTSORT | Saarlouis |
| STERBEDATUM | 13. September 1916 |
| STERBEORT | Breslau |