En Passant – Ortszeit München

Film von Thomas Koerner (2001) From Wikipedia, the free encyclopedia

En Passant – Ortszeit München ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahre 2001 über Menschen, die in der Stadt München leben und arbeiten. Regisseur Thomas Koerner verknüpft den städtischen Alltag mit den Lebensentwürfen einiger Einwohner.

TitelEn Passant – Ortszeit München
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2001
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel En Passant – Ortszeit München
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 89 Minuten
Stab
Regie Thomas Koerner
Drehbuch Thomas Koerner,
Hans Albrecht Lusznat
Produktion Hans Albrecht Lusznat
Musik Otto Lechner,
Max Nagl
Kamera Hans Albrecht Lusznat
Schnitt Thomas Balkenhol
Besetzung
  • Zbigniew Trybus: Handleser
  • Bruder Onesiumus: Kapuziner Mönch
  • Siegfried Mettel: Taxifahrer
  • Karl Scholl: Uhrmacher
  • Gisela Sonderwald: Lehrerin
  • Josef Kaiser: Fernsehtechniker
  • Hubertus Schrepfer: Organist
  • Johann Rasp: Friedhofschaffner
  • Rudolf Riedmaier: Filmvorführer
  • Reinhard Peterhans: Bäcker
  • Hans Zech: Liftführer
  • Wasil Jiwkow: Geigenbauer
  • Maria Liebhardt: Bürstenbinderin
  • Sabine Lenhof: Altenpflegerin
  • Heribert Späth: Unternehmer
  • Erich Steidl: Plakatkleber
  • Jürgen Wollitzer: Börsenmakler
  • Inge Lotz: Fremdenführerin
  • Heinrich Obermeier: Puppenmacher
  • Helmut Ruhwandl: Pfarrer
  • Karl Srenzinger: Losverkäufer
  • Andreas: Täufling
  • Alfred Welter: Wachmann
  • Dreaming Boys: Musikgruppe
  • Hermann Klement: Lagerist
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Synopsis

Eingebettet in einen Tagesablauf der Stadt trifft man auf unterschiedliche Personen in verschiedenen Berufen, die über ihre Arbeit, über ihren Lebensentwurf und die durchlebte Zeit philosophieren. Was kann man mit der Zeit nicht alles machen! Sie stehlen und stellen, ihr hinterherrennen, sie totschlagen, sie vergeuden oder sie vergessen. Man begegnet Personen folgenden Berufen: Handleser, Mönch, Uhrmacher, Taxifahrer, Lehrerin, Fernsehtechniker, Organist, Friedhofsschaffner, Filmvorführer, Radiomoderator, Bäcker, Liftführer, Geigenbauer, Bürstenbinderin, Altenpflegerin, Unternehmer, Plakatkleber, Fremdenführerin, Puppenmacher, Buchmacher, Pfarrer, Losverkäufer, Täufling, Wachmann, Musiker und Lagerist. Dabei sieht man München aus vielen ungewöhnlichen Perspektiven, vom Erwachen der Großstadt bis in die Nachtstunden, wenn ein Lagerarbeiter mit einem Lift über endlose Regalreihen mit Filmdosen gleitet und die Dialoge bekannter Filme zu einer Traumcollage verschmelzen.

Produktion

Der Film entstand über 5 Jahre hinweg von 1992 bis 1997 zwischen Winter und Frühling, wenn die spärliche Vegetation noch einen unverstellten Blick auf den Sozialraum Großstadt zulässt. Die technischen Produktionskosten ohne den Eigenanteil der geleisteten Arbeit beliefen sich auf 100.000 DM. Gedreht wurde auf 16-mm-Kodak-Schwarz/Weiß-Negativmaterial. Die Musik zum Film wurde von Otto Lechner und Max Nagl komponiert und ist 1996 als CD erschienen. Die Welturaufführung war am 18. Oktober 2001 auf dem fünften International 1001 Documentary Film Festival in Istanbul. Die deutsche Erstaufführung fand beim 17. Internationalen Dokumentarfilmfest München 2002 am 28. April statt. Auf diesem Festival wurde En Passant – Ortzseit München mit dem Förderpreis des FilmFernsehFonds Bayern ausgezeichnet.

Zitate aus dem Film

„Zeit eilt, Zeit teilt, Zeit weilt. Es ist eigentlich, von der Zeit hängt eigentlich alles ab – im ganzen Leben. Die Zeit regelt eigentlich Alles, nicht vieles, sondern Alles.“

Karl Scholl: Uhrmacher

„Singen ist nicht sowas, wo man so aus dem Ärmel schüttelt. Das ist a harte Arbeit! 50 % Fleiß und 50 % Engagement muß man haben. Aber vor allem, sie haben was fürs Leben.“

Siegfried Mettel: Taxifahrer

„Nun stellt euch mal vor: 43 Jahre Lebensarbeitszeit, 8 Stunden am Tag, 200 Tage lang. Und stell Dir vor, Heidi, Du machst etwas, das Dir keinen Spaß macht!“

Gisela Sonderwald: Lehrerin

„Ich mache gern von Herz meine Arbeit und ich glaube, meine Geige klingt so gut, weil ich mache von Herz Instrumente; nicht so, damit ich Geld verdiene. Und ich möchte nichts anderes machen, nur Geigenbau.“

Wasil Jiwkow: Geigenbauer

„Das erfüllt einen, die Tätigkeit als solche, Fehler suchen, Fehler finden. Das Erfolgserlebnis, irgendwas Kaputtes ganz zu bekommen.“

Josef Kaiser: Fernsehtechniker

„Können Sie mal den Handrücken hinlegen? Wie würden Sie’s machen, mal so oder so. So würden Sie’s machen! Magen-Darmschwierigkeiten, in diesem Gebiet werden Sie sie bekommen. Also, das kann ich jetzt schon fest sagen!“

Zbigniew Trybus: Handleser

„Dann drehen Sie sich bitte auf die linke Seite. Dort werden Sie eine graue Fassade sehen und je näher wir kommen, werden Sie sehen: das ist gar keine Fassade … das ist alles nur gemalt. Aus der Ferne eine perfekte Täuschung …“

Inge Lotz: Fremdenführerin

„Der Tag, wo Du das Leben in der Geburt begonnen hast, hast Du das Sterben begonnen.“

Bruder Onesimus: Kapuziner-Mönch

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