Erhard & Söhne

Silber- und Metallwarenfabrik in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Erhard & Söhne GmbH war ein Metallverarbeitendes Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd. Nach einer langen und wechselhaften Geschichte ist das Unternehmen heute Automobilzulieferer und gehört nach Übernahme als Magna Steyr Fuel Systems GmbH Werk Schwäbisch Gmünd zum österreichischen Magna-Steyr-Konzern.

Schnelle Fakten
Erhard & Söhne GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1844
Auflösung 11. September 2012
Auflösungsgrund Verschmelzung mit der Magna Steyr Fuel Systems GmbH
Sitz Schwäbisch Gmünd Deutschland Deutschland
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Geschichte

Grabmal der Fabrikantenfamilie Erhard

Carl Gottlieb Erhard (4. April 1790 – 10. November 1874), Pfarrerssohn aus Großheppach, konnte sich durch die Heirat mit der Debler-Tochter Maria Germania Theresia (23. Mai 1794 – 27. August 1874) in Gmünd ansiedeln. Er wurde Teilhaber von Gerber & Co, schied dort 1843 mit einer Abfindung von 100.000 Gulden aus und gründete mit Hilfe der Söhne Carl und Julius Erhard die Silber- und Metallwarenfabrik Erhard & Söhne.[1][2] Sie ist heute die älteste produzierende Fabrik der Stadt.

Er warb Fachleute an, um die Fabrikation von im Feuer vergoldeten Metallwaren als Marktlücke auszufüllen. Seine Söhne wurden zu Ziseleuren und Graveuren ausgebildet. Das Unternehmen spezialisierte sich auf Galanteriewaren aus Messing und Bronze, versilbert oder vergoldet. Daneben wurden Puppenstubenmöbel, Knöpfe, Schnallen, Schlösser, Kreuze, Weihkessel, Firmungsmedaillen, Altarleuchten und Monstranzen gefertigt.

Produziert wurde für den Export und die deutschen Staaten, weswegen das Gebäude 1864 erweitert wurde. Die Firma wuchs auf 3000 Beschäftigte, sodass die Enkelgeneration Carl und Paul Hermann um 1900 weitere Fabrikgebäude errichten ließen.

Die Firma wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg an der Entwicklung des Unimog mit und war unter dem Namen Erhard Automotive ein Hersteller von Tanks für Nutzfahrzeuge.

Anfang 2011 wurde das Unternehmen im Zuge der Finanzkrise vom Automobilzulieferer Magna Steyr übernommen.[3]

Persönlichkeiten, ausgebildet bei Erhard & Söhne

  • Jakob Wilhelm Fehrle: der aus Schwäbisch Gmünd stammende Bildhauer machte von 1899 bis 1903 eine Ausbildung zum Ziseleur.[4]
  • Max Seiz: Gmünder Bildhauer, absolvierte von 1942 bis 1944 eine Ausbildung zum Stahlgraveur.[5]
  • Wilhelm Widemann: ein weiterer Gmünder, der hier in die Lehre ging.[6]

Galerie

Literatur

  • Gabriele Holthuis: Weltpatente aus Schwäbisch Gmünd. Das Unternehmen Erhard & Söhne - vom Kunsthandwerk zum Industriedesign: Museumskatalog Nr. 38. Stadt Schwäbisch Gmünd Museum f. Natur & Stadtkultur, 2009, ISBN 978-3-936988-15-4.
  • Swantje Köhler: Goldenes Puppenstubenzubehör. Die Metallspielwaren der Firma Erhard & Söhne. Swantje-Koehler-Verlag, 2007, ISBN 978-3-9811524-0-1, S. 176.

Einzelnachweise

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