Erich Bürger (Gitarrist)
deutscher Gitarrist und Musikpädagoge
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Leben
Bürger studierte nach Volksschulabschluss und einer Lehre als Maschinenschlosser Gitarre bei Bruno Henze, der auch in seiner Nähe in der Lützowstraße (Berlin-Tiergarten) wohnte, und bei Heinrich Jordan (1877–1935)[3][4][5][6] in Berlin. Er wirkte als Gitarrist im Berliner Mandolinen- und Lautenorchester e.V. von 1896 (Leitung Carl Henze), im Berliner Kammer-Mandolinen-Orchester (Leitung Bruno Henze), an Theatern, der Deutschen Staatsoper sowie beim Film und Radio. Seit 1925 erteilte er als Geprüfter Gitarrenlehrer Unterricht.
Ab 1932 bildete Eich Bürger (Primgitarre) zusammen mit Bruno Henze (Quintbassgitarre/Arrangements), Willi Schlinske (1. Terzgitarre) und Gerhard Tucholski (2. Terzgitarre) das Berliner Gitarrenquartett. Von 1949 bis 1953 war es dann das Berliner Gitarrentrio, ohne Tucholski. Beide Formationen wurden bekannt durch Konzerte und Rundfunkaufnahmen.[7]
Danach arbeitete er zehn Jahre im Berliner Ensemble unter Bertolt Brecht. Auf der mit diesem Ensemble 1962 aufgenommenen Schallplatte Herr Puntila und sein Knecht Matti (Lieder und Szenen) ist er als Gitarrist zu hören (Eterna 710006); die Hauptrollen spielten Leonard Steckel (Puntila) und Erwin Geschonneck (Matti).[8] Auch eine Aufnahme mit Lotte Lenya (Ballade vom ertrunkenen Mädchen) vom 28. November 1955 ist erhalten.[9]
Lotte Lenya, Erich Bürger (Gitarre), 28.11.1955Von 1951 bis 1972 lehrte er am Städtischen Konservatorium, das 1966 als Stern’sches Konservatorium der Hochschule für Musik Berlin angegliedert wurde. Zu seinen bedeutendsten Schülern gehörten Werner Pauli, Jürgen Kliem (1938–2021)[10], Peter Weirauch, Herbert Simmeties (1941–1996), Carlo Domeniconi und Klaus-Michael Krause.
Seine bevorzugten Gitarren waren Instrumente von José Ramírez (1922–1995) und Hermann Hauser.
1955 wirkte er als Gitarrist beim Hörspiel Jedermann von Hugo von Hofmannsthal (Titelrolle: Wolfgang Borchert) mit (SFB 1955).[11]
1957 veröffentlichte er zusammen mit dem Soloquartett des Berliner Rundfunks (Gesang) zwei Schallplatten (ETERNA 530 003 und 530 004). Die erste Schallplatte (Titel: Volkslieder) umfasst zwei Volkslieder und zwei Lieder von Hans Leo Haßler[12][13]; die zweite Schallplatte (Titel: Frühlingszeit) umfasst drei Volkslieder sowie ein Lied von Johann Abraham Peter Schulz.[14]
Im Januar 1958 wirkte er als Gitarrist mit bei der Schallplattenaufnahme Berliner Ensemble – Herr Puntila und sein Knecht Matti (ETERNA 710 006).[15]
Literatur
- Józef Powroźniak: Gitarren-Lexikon. Verlag Neue Musik, Berlin 1986 (3. Auflage), S. 42.
- Rainer Stelle: Zum 80. Geburtstag von Erich Bürger. In: Gitarre & Laute 4, 1982, Heft 6, S. 367–370.
- Todesanzeige in der Berliner Morgenpost vom 26. Mai 1994
- Brita Rehsöft: Die Geschichte der Gitarrenmusik in der DDR (Diplomarbeit), redigiert und mit Fotos/Noten illustriert von Rainer Stelle (vier Folgen). In: Zupfmusikmagazin: Jahrgang 1994, Nr. 4, S. 140–142, Jahrgang 1995, Nr. 1, S. 9–12, Jahrgang 1995, Nr. 2, S. 59–63, Jahrgang 1995, Nr. 3, S. 100–102 (Fachzeitschrift des Bundes Deutscher Zupfmusiker e. V.)
Weblinks
- Rainer Stelle Gitarristenlexikon international – Kurzbiografien von Gitarristen, Gitarrenbauern, Gitarrenforschern und Gitarrenkomponisten.
