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Erich Wöllwarth

deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie From Wikipedia, the free encyclopedia

Erich Wöllwarth (* 29. April 1872 in Straßburg; † 29. Mai 1951 in Grafenau) war ein deutscher General der Infanterie.

Erich Wöllwarth als Generalleutnant der Reichswehr

Leben

Erich Wöllwarth besuchte drei Jahre ein Lyzeum und anschließend sechs Jahre lang verschiedene Kadettenanstalten. Am 24. März 1890 wurde er als charakterisierter Portepeefähnrich dem Infanterie-Regiment „König Wilhelm“ (6. Württembergisches) Nr. 124 der Württembergischen Armee überwiesen. Er avancierte bis Anfang September 1891 zum Sekondeleutnant. Von April 1894 bis Mai 1898 diente er als Bataillonsadjutant, rückte Mitte September 1899 zum Premierleutnant auf und absolvierte ab Oktober 1899 zur weiteren Ausbildung für drei Jahre die Preußische Kriegsakademie in Berlin. Von Anfang April 1903 bis Mitte März 1905 war Wöllwarth zur Dienstleistung beim Großen Generalstab kommandiert. Anschließend wurde er unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann weiterhin nach Preußen kommandiert, dem Generalstab der Armee aggregiert und schließlich Ende April 1905 dort einrangiert. Unter Enthebung von seinem Kommando nach Preußen trat Wöllwarth mit Wirkung zum 1. Oktober 1907 als Kompaniechef im Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württembergisches) Nr. 125 in den Truppendienst zurück.

Wöllwarth als Hauptmann (1905)

Am 25. Februar 1910 wurde Wöllwarth erneut nach Preußen in den Großen Generalstab kommandiert. In dieser Stellung erhielt er im Januar 1911 die Erlaubnis zur Annahme des Roten Adlerordens IV. Klasse und avancierte am 13. September 1911 zum Major. Unter Enthebung von seinem Kommando nach Preußen erfolgte zum 1. April 1913 seine Versetzung in den Generalstab der 26. Division (1. Königlich Württembergische) und nahm am Ersten Weltkrieg teil.[1] Am 18. August 1916 erhielt er als Chef des Generalstabes des XXII. Reserve-Korps die Beförderung zum Oberstleutnant. Für sein Wirken während des Krieges wurde Wöllwarth mehrfach ausgezeichnet. König Wilhelm II. zeichnete ihn mit dem Ritterkreuz seines Militärverdienstordens und dem Ehrenkreuz des Ordens der Württembergischen Krone mit Schwertern aus. Ferner erhielt Wöllwarth beide Klassen des Eisernen Kreuzes, das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und den Bayerischen Militärverdienstorden 3. Klasse mit der Krone und mit Schwertern. Die Verbündeten Österreicher verliehen ihm das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration, die Osmanen die Liakat-Medaille 2. Klasse mit Säbeln sowie den Eisernen Halbmond und die Bulgaren den Militär-Verdienstorden 3. Klasse.[2]

Nach dem Krieg wurde Wöllwarth in die Reichswehr übernommen, zum Chef des Stabes des Wehrkreiskommandos V ernannt und zum Oberst befördert. Von 1921 bis 1922 war Wöllwarth Kommandeur des 15. Infanterie-Regiments.[3] Danach wurde er Chef des Generalstabes des Gruppenkommandos 2 und als solcher 1923 zum Generalmajor befördert.[4] Am 1. Februar 1924 wurde Wöllwarth von diesem Posten durch Alfred von Vollard-Bockelberg abgelöst.[5] 1925 zum Infanterieführer V ernannt, wurde er kurz darauf zum Generalleutnant befördert und im Jahr darauf als Kommandeur zur 4. Division versetzt. Somit war er auch gleichzeitig Kommandeur des Wehrkreises IV in Dresden. Dieses Kommando gab er 1929 ab und wurde mit dem Charakter als Generals der Infanterie in den Ruhestand versetzt.[6]

1939 wurde Wöllwarth reaktiviert und im Jahr darauf während des Zweiten Weltkriegs erneut zum Kommandeur des Wehrkreises IV ernannt. Am 30. April 1942 wurde er endgültig aus der Armee verabschiedet und erhielt nachträglich das Deutsche Kreuz in Silber. Nach dem Bombenangriff auf Dresden zog er zurück nach Württemberg, wo er in einer selbst gebauten Hütte in der Gemeinde Döffingen lebte und einen Briefwechsel mit dem Generalleutnant Hans von Donat pflegte.

„In den Köpfen der Zwanzig- bis Vierzigjährigen ist viel Nazigeist hängen geblieben. Man kann oft hören, unter Hitler gab es keine Arbeitslosen. Warum es damals keine Arbeitslosen gab, darüber machen sie sich keine Gedanken, sind auch für Aufklärung unzugänglich. Diese, in allen Schichten vorhandenen, Unbelehrbaren jubeln einem radikalnationalen Führer zu, wie das französische Volk 1814 dem gelandeten Napoleon.“

Wöllwarth in einem Brief an von Donat[7]

Wöllwarth verstarb im Frühjahr 1951 im Alter von 78 Jahren.[6]

Literatur

  • Herman Niethammer: Das Offizierkorps des Infanterie-Regiments Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württ.) Nr. 125. 1809–1909. Chr. Belser, Stuttgart 1909, S. 317–318.
Commons: Erich Wöllwarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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