Erlöserkirche (Bad Salzuflen)
Kirchengebäude in Deutschland
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| Erlöserkirche Bad Salzuflen | |
|---|---|
| Konfession: | Evangelisch-lutherisch |
| Pfarrgemeinde: | Ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Salzuflen |
| Anschrift: | Martin-Luther-Straße 7 32105 Bad Salzuflen |
Die Erlöserkirche in der nordrhein-westfälischen Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe ist ein kreuzförmiger, neuromanischer Kirchenbau.
Geschichte
„Die lutherische Gemeinde entstand in der Reformationszeit durch den Prediger Johann Gronewald in Lemgo, indem dieser Luthers Lehre nach Salzuflen brachte und sich unter seiner Führung die Bürger Salzuflens von der Pfarrei Schötmar lossagten, weil man dort an der katholischen Lehre festhielt.“[1]
Aufgrund des Zuzugs auswärtiger Arbeiter schon „zu Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts“ für Hoffmann’s Stärkefabriken nahm die Zahl der Lutheraner stark zu. „Dies war der eigentliche Anlaß dazu, daß sich zum zweitenmal eine lutherische Gemeinde bildete.“ 1880 wurde die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Salzuflen als Tochtergemeinde von Bergkirchen gegründet. „Am 1. Adventssonntag 1881 wurde ein Betsaal der neugegründeten lutherischen Gemeinde Salzuflens eingeweiht.“[2] Sie wurde von Pfarrer Johannes Hartog (1842–1916) von Bergkirchen aus betreut. Andere Ansicht: „Im Jahre 1880 wurde ein zunächst als Beetsaal eingerichtetes Gebäude zur Kapelle ausgebaut.“[3]
1879 wurde ein Haus an der Ahornstraße (heute Nr. 23, zwischenzeitlich ein Restaurant (siehe Abbildung); 2017 abgerissen) erworben und zur Kapelle ausgebaut. „Am 1. Advent 1890 wurde die kleine Kapelle in der Ahornstraße mit einem Gottesdienst eingeweiht und die lutherische Filialgemeinde ins Leben gerufen. Ihr gehörten auch die Lutheraner aus Schötmar, Werl-Aspe, Lockhausen, Holzhausen und Unterwüsten mit an. 1887 zählte die Gemeinde bereits circa 600 Mitglieder.“[4] 1900 wurde die Gemeinde selbstständig.
Baugeschichte
Im Sommer 1891 wurde mit dem Bau der Kirche mit Detailformen der rheinischen Spätromanik begonnen. Die Kirche wurde 1891–1892 nach einem Entwurf des Architekten Hermann Held (Bethel) unter Bauleitung durch Karl Siebold (Schildesche) ausgeführt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. Juli 1891, am 8. Mai 1892, dem Sonntag Jubilate, wurde die Kirche eingeweiht. Andere Ansicht: Am 8. Mai 1892 wurde eine kleine Kapelle für die lutherische Gemeinde eingeweiht.[5]
1909 wurde der 25 Meter hohe Turm mit Turmkugel und Kreuz errichtet und die Kirche nach Westen erweitert. Seit dem Bau der Auferstehungskirche als zweitem Kirchbau der Gemeinde erhielt sie den Namen Erlöserkirche. „Genau an der gleichen Stelle hat früher die Linde gestanden, unter welcher die Ratstagungen stattfanden und Gericht gehalten wurde.“[6]
1945–1946 war die Kirche britische Garnisonskirche.
Im Rahmen einer umfassenden Renovierung 1969 erhielt die Kirche einen neuen Innenanstrich, eine neue Orgel, einen neuen Sandsteinaltar und einen Taufstein. Das letzte Stück der Erneuerung war auf Initiative des damaligen Pfarrers Thomas Tegtmeyer der Ausbau eines nicht mehr benötigten Heizungskellers zu einer Krypta.
Das Gebäude ist seit dem 30. April 1987 unter der Denkmalsnummer 29 in die Liste der Baudenkmäler in Bad Salzuflen eingetragen.
Die Gemeinde nimmt an der Aktion Offene Kirche der Lippischen Landeskirche teil. Die Kirche ist außerhalb der Gottesdienstzeiten auch werktags geöffnet.
Kirchgebäude

Eingang
Die 2-türige Eingangstür ziert das Psalmwort „Gehet zu seinen Toren ein mit Danken. Psalm 100,4“.
Vorraum
Im Vorraum hängt das ehemalige Altargemälde (signiert mit A. Cammann) mit dem Bild des Gekreuzigten, das seit der Renovierung und dem Abbau des ersten Altars hier dem Eintretenden begegnet.
Apsis
Der Bogen vor der Apsis ist mit dem Bibelwort geschmückt: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben“ (Joh 5,24 EU). Die hölzerne Kanzel mit Schalldeckel ist an der linken Seite erhöht und zur hörenden Gemeinde etwas herausgerückt. Das in der Mitte der Apsis sichtbare Osterfenster und das Holzkruzifix sind die zentralen Aussagen des evangelischen Glaubens. Der neue schlichte Sandsteinaltar steht mitten in der Apsis.
Taufstein
Den jetzigen Taufstein schenkte die katholische Kirchengemeinde zur Renovierung. Der Taufstein trägt die Inschrift „Ich habe dich erlöst, du bist mein“. (Jes 43,1 EU) Im Taufsteindeckel (Entwurf Waldemar Kögler, Bad Salzuflen) entspringt Wasser aus einer Dornenkrone und verteilt sich in vier Strömen über die Erdkugel.
Krippe
Rechts zur Orgel hin steht eine Krippe des Künstlers Josef Grasedieck (1922–2013) aus Raesfeld. Sie ist aus dem Balken eines Fachwerkhauses gearbeitet und das Geschenk eines Gemeindemitgliedes.
Glasfenster
Die 21 Glasfenster und Rosetten aus Antikglas, Kathedralglas, Blei und Schwarzlot sind von namentlich nicht bekannten Künstlern aus den Jahren um 1910.
Orgel
Die Hamburger Firma Rudolf von Beckerath baute 1971 die neue Orgel für die Erlöserkirche. Sie erhielt aus akustischen Gründen ihren Platz vorn rechts neben der Apsis im südlichen Querschiff in der Nähe der Gemeinde und des Chores. In der Christvesper 1971 wurde die Orgel durch Superintendent Klose (Detmold) eingeweiht. Die Orgel verfügt über 28 Register, zwei Manuale und Pedal.[7]
Die Disposition lautet:[8]
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
- Spielhilfen: sechs Generalkombinationen, zwei geteilte Kombinationen für Pedal
Glocken
Die drei Stahlglocken wurden vom Bochumer Verein 1909 gegossen. Sie sind in den Schlagtönen auf die Glocken der reformierten Stadtkirche in der Nachbarschaft abgestimmt.
| Nr. | Gussjahr | Gießer | Schlagton | Inschrift |
| 1 | 1909 | Bochumer Verein | d 1 | Lobet den Herrn in seinem Heiligtum! |
| 2 | f 1 | Kommet, denn es ist alles bereit! | ||
| 3 | g 1 | Wach auf, du Stadt Jerusalem! | ||
Die Läuteordnung gibt folgendes vor:
- Einläuten des Sonntags am Sonnabend um 18:00 Uhr mit allen Glocken
- Zusammenläuten vor Beginn von Gottesdiensten und Konzerten mit allen Glocken
- Zum Vaterunser im Gottesdienst
- Am Tag der Beerdigung eines Gemeindemitglieds um 11:00 Uhr
- Erster Kirchsaal
(Zustand 2008) - Erlöserkirche
(Zustand 1904) - Erlöserkirche
Turm