Ernst Kühn
deutscher Architekt und Hochschullehrer
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Karl Ernst Kühn (* 17. Dezember 1859 in Zwickau; † 5. November 1943 in Dresden) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.
Leben
Nach seinem Studium an der Dresdner Kunstakademie bei Paul Wallot war Kühn bis 1894 in Frankfurt am Main, Leipzig und Barmen tätig; von 1894 bis 1896 war er Büroleiter von Wallot im Ständehaus-Baubüro in Dresden.[1]
Kühn erbaute neben Villen und Geschäftshäusern vor allem beispielhafte landwirtschaftliche Hofanlagen sowie Dorfschulen und -kirchen. Auf der 3. Deutschen Kunstgewerbeausstellung Dresden 1906 fand sein Neubau der Gemeindeschule Neu-Eibau große Beachtung. Im selben Jahr gehörte Kühn neben Fritz Schumacher, Rudolf Schilling und Gustav Hänichen dem Preisgericht an, das den Architekturwettbewerb zur Errichtung einer Realschule mit Progymnasium im Radebeuler Stadtteil Serkowitz zu entscheiden hatte.[2]
Nach seiner Habilitation lehrte er von 1907 bis 1929 als Professor für Konstruktion landwirtschaftlicher Bauten an der Technischen Hochschule Dresden.
Kühn war Vorstandsmitglied[3] im Bund Deutscher Architekten und Mitglied im Deutschen Werkbund.
Schüler und Mitarbeiter
- Otto Beyrich
- Max Czopka
- Fritz Bleyl, Mitarbeiter 1910–1912
Werk
Bauten und Entwürfe

- 1899: Landwirtschaftliches Mustergehöft auf der Deutschen Bauausstellung Dresden 1900[4]
- 1900: Bismarcksäule auf dem Windberg bei Zwickau[5]
- 1903: Wohnhaus Bergstraße 68 in Dresden[6][7]
- um 1904/1905: Wohnhaus Hochuferstraße 15 in Dresden[8]
- um 1905: Villa Mommsenstraße 5 in Dresden[9]
- um 1905: Wohnhaus Klarastraße 12 in Dresden[10]
- 1906: Dorfschule in Neu-Eibau[11]
- 1907: Dorfschule in Niederschmiedeberg
- 1907: Umbau des Herrenhauses in Kleinhänichen[12]
- um 1910: Wohnhaus Tännichtweg 11 in Dresden-Hellerau[13]
- 1911–1912: Katholische Pfarrkirche und Pfarrhaus in Rokittnitz, Oberschlesien (poln. Zabrze-Rokitnica)[14][15]
- 1912: Gemeindeschule in Herrnhut[16]
- Gemeinde- und Postamt, Geschäftshaus und Freibank in Grünhainichen
- Katholisches Pfarrhaus in Gogolin
- Gemeindeschule in Meinersdorf
- Gemeindearmenhaus in Mügeln bei Dresden
- Entwurf für eine Kinderbewahranstalt in Troppau
- Mariensäule in Rucewko bei Güldenhof (Westpreußen)
- vor 1915: Hermannshof im Vogtland[4]
- vor 1915: Ferienhaus für Dr. Wertschitzky in Walddorf, Oberlausitz[17]
- vor 1915: Ferienhaus für Dr. Stauß in Oberbärenburg, Erzgebirge[17]
- vor 1915: Ferienhaus Ferchland in der Dresdner Heide[17]
- vor 1915: Arbeiterhäuser auf Rittergut Trattlau (Kostrzyna) bei Seidenberg (Zawidów)[17]
- vor 1915: Arbeiterkolonie der Königlichen Domäne Rucewko, Provinz Posen[17]
- vor 1915: Einfamilienhausgruppe in Schönau bei Chemnitz[17]
- vor 1915: Gasthof Zum deutschen Haus in Cunewalde, Oberlausitz[17]
- vor 1915: Gasthof in Pretzschendorf, Erzgebirge[17]
- 1910–1915: Wiederaufbau von Schloss Lebusa (Mark)[17]
- vor 1915: Herrenhaus in Jauernick, Oberlausitz[17]
- vor 1915: Landhaus Bockwitz in Waldheim[17]
- vor 1915: Landhaus Ey in Auerbach/Vogtl.[17]
- vor 1915: Landhaus Roßner in Auerbach/Vogtl.[17]
- vor 1915: Pächterwohnhaus in Reuß/Vogtl.[17]
Schriften
- Der neuzeitliche Dorfbau, entworfen und geleitet durch Ernst Kühn.
- Teil 1: Sammlung von Entwürfen landwirtschaftlicher Bauten. Scholtze, Leipzig 1903.
- Teil 2: Sammlung von Entwürfen zu Gemeindebauten. Scholtze, Leipzig 1906.
- Ländliche Bauten. G. J. Göschen’sche Verlagsbuchhandlung, Berlin / Leipzig 1915.
- Band 1: Kultus- und Gemeinde-Bauten.
- Band 2: Das landwirtschaftliche Gehöft der Gegenwart.
- Band 3: Das Landhaus (Herrensitz, Schloß) mit Nebenanlagen, Pächterwohnhäuser, Ferienhäuser, Beamten- und Arbeiterwohnungen, Gasthöfe und Wohnhäuser mit gewerblichen Anlagen.
- Übergangs-Heimstätten-Siedlung. Zellenbau. (= Flugschrift des Dürerbundes, Band 181.) Georg D. W. Callwey, München 1919.
Literatur
- Kühn, Ernst (Karl E.). In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 22: Krügner–Leitch. E. A. Seemann, Leipzig 1928, S. 57 (Textarchiv – Internet Archive).