Hanusch-Krankenhaus

Krankenhaus in Wien, Österreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Hanusch-Krankenhaus befindet sich im 14. Wiener Gemeindebezirk in der Heinrich-Collin-Straße 30.

Ehemaliges Erzherzog-Rainer-Spital, heutiges Hanusch-Krankenhaus

Es ist ein Krankenhaus mit zehn Abteilungen (Anästhesie, Augenabteilung, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe (bis 2016), Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, drei Medizinische Abteilungen, Orthopädie/Traumatologie sowie Urologie) und sieben Instituten (Zentralröntgeninstitut, Nuklearmedizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Pathologie und Mikrobiologie, Labordiagnostik, Apotheke), darunter das Ludwig-Boltzmann-Institut, ein Forschungsinstitut für Osteologie und Leukämie-Forschung.

Das Hanusch-Krankenhaus betreibt 20 Spezial-Ambulanzen.

Im US Newsweek und Statista Ranking 2025 der weltweit am besten bewerteten 250 Krankenhäuser aus 30 Ländern belegte das Hanusch-Krankenhaus Platz 154. Es erreichte damit den zweiten Platz unter den Wiener Krankenhäusern und den sechsten Platz in Österreich.[1]

Geschichte

Ursprünglich hieß dieses Krankenhaus k. k. Erzherzog-Rainer-Militärspital (nach dem populären, 1913 verstorbenen Erzherzog Rainer), danach als Landwehrtruppenspital Erzherzog-Rainer-Spital.[2] Es wurde zwischen 1914 und 1915 von den Architekten Heinrich Schmid und Hermann Aichinger als militärisches Spital des k.u.k. Sanitätswesens errichtet. Die Gartenarchitektur stammte von Viktor Goebel († 1924; Alter: 54). Ab August 1915 nahm das Krankenhaus Verwundete auf.[3] Die feierliche Einweihung fand am 28. September 1915 in Anwesenheit von Erzherzog-Thronfolger Karl Franz Josef (1887–1922) statt.[4]

1925 kam es in das Eigentum der Republik Österreich. 1938 wurde das Krankenhaus erneut ein Heeresspital, was bei einem Abgang von 600 Betten für die Krankenanstalten Wiens ein Minus von zehn Prozent an Belagraum bedeutete und vor allem für die Stadtteile nördlich der Donau die Notwendigkeit eines Neubaus nahelegte.[5] Ab dem 1. Juni 1945 führte die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) das Spital im Auftrag der Republik. Aus diesem Anlass erhielt es den Namen „Hanusch-Krankenhaus“ nach dem Gewerkschafter und Sozialminister der 1. Republik Ferdinand Hanusch (1866–1923). 1982 wurde das Hanusch-Krankenhaus vollständig an die Wiener Gebietskrankenkasse, die im Jahr 2020 zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zusammengelegt wurde, abgetreten und erhielt Öffentlichkeitsrecht.[2]

Gebäude

Die älteren Teile der Anlage sind von der Stadt Wien als bauliche Schutzzone definiert.[6]

Das Spital wurde, wie die meisten Spitäler der Zeit, im Pavillonsystem angelegt, dies wurde allerdings durch spätere Zubauten verunklärt. Die miteinander verbundenen Pavillons 1, 2 und 3 nehmen halbkreisförmig die gesamte Breite des Areals ein, der zentrale Mitteltrakt, in dem die Verwaltung untergebracht ist, ist an Vorder- und Rückseite als überkuppelter Mittelrisalit ausgeführt, an der Eingangsfront ist ein mächtiger Säulenportikus vorgeblendet. Die Fensterlünetten haben Kerbschnittdekor.

Der ursprünglich freistehende, heute verbundene, Pavillon 4 weist Eckrisaliten und einen Säulenportikus auf. Dahinter ist die Pathologie mit der Anstaltskapelle, diese wurde 1972/73 neu gebaut und von Johann Hohenegger eingerichtet.

Am südöstlichen Ende des Areals ist das Portier- und Wachgebäude, das in der Mitte eine tonnengewölbte Einfahrt mit Walmdach aufweist, die die beiden Seitentrakte verbindet.[7]

Literatur

  • Enno Hentschel, Hans Neumann: Das Hanusch-Krankenhaus. Vom Erzherzog Rainer-Militärspital der k.k. Landwehr zum modernen Schwerpunktkrankhenhaus. KEAB – Komitee Erfahrener Älterer Berater des Hanusch-Krankenhauses, Wien 2009, ISBN 3-9501238-3-0.
  • Hanusch-Krankenhaus im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien

Einzelnachweise

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