Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien
Unabhängiges Gremium innerhalb der Europäischen Union
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Die Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien (EGE, englischsprachig European Group on Ethics in Science and New Technologies) ist ein unabhängiges, multidisziplinäres Beratungsgremium des Präsidenten der Europäischen Kommission.[1]
Aufgaben
Das Gremium ist damit beauftragt, die Europäische Kommission – entweder auf deren Ersuchen oder im Einvernehmen mit ihr auf eigene Veranlassung – in ethischen Fragen zu beraten.[2] Die Beratung durch dieses Gremium umfasst alle Aspekte der Politik und des Rechts der Kommission, in denen ethische, gesellschaftliche und Grundrechtsaspekte mit der Entwicklung von Wissenschaft und Neue Technologien in einem Zusammenhang stehen.[3]
Das aktuelle Mandat ist im Beschluss 2021/156 der Kommission vom 9. Februar 2021 festgelegt.[4]
Die EGE veröffentlicht Stellungnahmen und Erklärungen. In ihren Stellungnahmen (Opinions) identifiziert sie anbahnende Entwicklungen, gibt eine breit angelegte Darstellung möglicher und verfasst Empfehlungen. In ihren Erklärungen (Statements) liefert sie auf kurzfristig kompakte Weise Rat zu bestimmten Themen.[5]
Mitglieder
Das Gremium hat bis zu fünfzehn Mitglieder.[6] Die aktuellen Mitglieder wurden am 26. Januar 2022 von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ernannt.
| Name | Land | Position | |
|---|---|---|---|
| Barbara Prainsack (Vorsitzende) | Österreich | Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse, Universität Wien | |
| Maria do Céu Patrão Neves (Stellvertretende Vorsitzende) | Portugal | Professorin für Ethik, Universität der Azoren | |
| Nils-Eric Sahlin (Stellvertretender Vorsitzender) | Schweden | Professor für Medizinethik, Universität Lund | |
| Nikola Biller-Andorno | Deutschland | Direktorin des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Universität Zürich | |
| Migle Laukyte | Litauen | Professorin für Künstliche Intelligenz und Recht, Popmpeu Fabra Universität (Barcelona) | |
| Paweł Łuków | Polen | Dekan der Philosophischen Fakultät, Universität Warschau | |
| Fruzsina Molnár-Gábor | Ungarn/Deutschland | Professorin für Internationales Medizin- und Gesundheitsrecht und Datenschutzrecht, Universität Heidelberg | |
| Thérèse Murphy | Irland | Direktorin der Abteilung für Gesundheit und Menschenrechte, Queen's University Belfast | |
| Tamar Sharon | Niederlande | Professorin für Philosophie, Digitalisierung und Gesellschaft an der Universität Nijmegen | |
| Marcel Jeroen van den Hoven | Niederlande | Professor für Ethik und Technologie, Technische Universität Delft | |
| Takis Vidalis | Griechenland | Honorarprofessor, International Hellenic University (Thessaloniki) |
Geschichte
Der Vorläufer der EGE, die Beratergruppe für ethische Fragen der Biotechnologie (englischsprachig Group of Advisors on the Ethical Implications of Biotechnology, GAEIB), wurde am 20. November 1991 gegründet. Nach Auslaufen der Mandats der Gruppe wurde sie mit Entscheidung vom 16. Dezember 1997 durch die Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien mit erweitertem Mandat ersetzt.[7]