Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien

Unabhängiges Gremium innerhalb der Europäischen Union From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien (EGE, englischsprachig European Group on Ethics in Science and New Technologies) ist ein unabhängiges, multidisziplinäres Beratungsgremium des Präsidenten der Europäischen Kommission.[1]

Aufgaben

Das Gremium ist damit beauftragt, die Europäische Kommission – entweder auf deren Ersuchen oder im Einvernehmen mit ihr auf eigene Veranlassung – in ethischen Fragen zu beraten.[2] Die Beratung durch dieses Gremium umfasst alle Aspekte der Politik und des Rechts der Kommission, in denen ethische, gesellschaftliche und Grundrechtsaspekte mit der Entwicklung von Wissenschaft und Neue Technologien in einem Zusammenhang stehen.[3]

Das aktuelle Mandat ist im Beschluss 2021/156 der Kommission vom 9. Februar 2021 festgelegt.[4]

Die EGE veröffentlicht Stellungnahmen und Erklärungen. In ihren Stellungnahmen (Opinions) identifiziert sie anbahnende Entwicklungen, gibt eine breit angelegte Darstellung möglicher und verfasst Empfehlungen. In ihren Erklärungen (Statements) liefert sie auf kurzfristig kompakte Weise Rat zu bestimmten Themen.[5]

Mitglieder

Das Gremium hat bis zu fünfzehn Mitglieder.[6] Die aktuellen Mitglieder wurden am 26. Januar 2022 von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ernannt.

Weitere Informationen Name, Land ...
Name Land Position
Barbara Prainsack (Vorsitzende) Österreich Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse, Universität Wien
Maria do Céu Patrão Neves (Stellvertretende Vorsitzende) Portugal Professorin für Ethik, Universität der Azoren
Nils-Eric Sahlin (Stellvertretender Vorsitzender) Schweden Professor für Medizinethik, Universität Lund
Nikola Biller-Andorno Deutschland Direktorin des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Universität Zürich
Migle Laukyte Litauen Professorin für Künstliche Intelligenz und Recht, Popmpeu Fabra Universität (Barcelona)
Paweł Łuków Polen Dekan der Philosophischen Fakultät, Universität Warschau
Fruzsina Molnár-Gábor Ungarn/Deutschland Professorin für Internationales Medizin- und Gesundheitsrecht und Datenschutzrecht, Universität Heidelberg
Thérèse Murphy Irland Direktorin der Abteilung für Gesundheit und Menschenrechte, Queen's University Belfast
Tamar Sharon Niederlande Professorin für Philosophie, Digitalisierung und Gesellschaft an der Universität Nijmegen
Marcel Jeroen van den Hoven Niederlande Professor für Ethik und Technologie, Technische Universität Delft
Takis Vidalis Griechenland Honorarprofessor, International Hellenic University (Thessaloniki)
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Geschichte

Der Vorläufer der EGE, die Beratergruppe für ethische Fragen der Biotechnologie (englischsprachig Group of Advisors on the Ethical Implications of Biotechnology, GAEIB), wurde am 20. November 1991 gegründet. Nach Auslaufen der Mandats der Gruppe wurde sie mit Entscheidung vom 16. Dezember 1997 durch die Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien mit erweitertem Mandat ersetzt.[7]

Einzelnachweise

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