Extremadurische Sprache
Sprache
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Das Extremadurische (extremadurisch: estremeñu, ehtremeñu, auch Cahtúo) ist eine romanische Sprache, die in Spanien, hauptsächlich in der autonomen Gemeinschaft Extremadura gesprochen wird.
| Extremadurisch | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Spanien (autonome Gemeinschaft Extremadura) | |
| Sprecher | ca. 200.000 | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | - | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1 | – | |
| ISO 639-2 | roa – romanische Sprachen (andere) | |
| ISO 639-3 | ext | |
Laut Ethnologue gibt es ca. 200.000 Sprecher und insgesamt etwa 500.000, die in der Lage sind, die Sprache zu verwenden.[1]
Dialekte
Das Extremadurische wird gewöhnlich in drei Dialekte eingeteilt: Das Nordextremadurische (artu estremeñu), das Zentralextremadurische (meyu estremeñu) und das Südextremadurische (bahu estremeñu). Die nördliche Variante wird gemeinhin als Standard angesehen und wird im Nordwesten der autonomen Gemeinschaft Extremadura und im Südwesten der Provinz Salamanca gesprochen. Die zentrale und südliche Variante wird im Rest der Extremadura und in den zu Andalusien gehörigen Provinzen Huelva und Sevilla gesprochen. In der portugiesischen Grenzstadt Barrancos wird ein „Barranquenho“ genannter Dialekt des Portugiesischen gesprochen, der stark vom Extremadurischen beeinflusst ist.
Literatur
Das Extremadurische erscheint bereits im 13. Jahrhundert in Dokumenten. Im 17. Jahrhundert wurden Texte im Dialekt von Talavera (1638) veröffentlicht. Mit Vicente Barrantes und seinem Werk Días sin sol (Tage ohne Sonne) aus dem Jahr 1875 gewann das Extremadurische in der Literatur an Sichtbarkeit.
1984 veröffentlichte José María Alcón Olivera Requilorios, den ersten Roman, der auf Extremadurisch geschrieben wurde. Erst in den 2000er-Jahren erschienen neue Veröffentlichungen auf Extremadurisch, diesmal in der Variante El Rebollar, mit El corral los mis agüelus (Der Hof meiner Großeltern) von José Benito Mateos Pascual. Darauf folgte 2005 die erste Anthologie extremadurischer Poesie. 2011 erschien La nueva literatura en estremeñu (Die neue Literatur auf Extremadurisch), 2012 dann ein zweiter Band.
2012 veröffentlichte Ismael Carmona García den Gedichtband Pan i verea (Brot und Weg). Die Geschwister Miguel Herrero Uceda und Elisa Herrero Uceda veröffentlichten zwei Erzählbände auf Extremadurisch: einen 2012 mit dem Titel Ceborrincho, relatos extremeños (Ceborrincho, extremadurische Erzählungen) und einen weiteren 2015 mit dem Titel Mamaeña, relatos extremeños (Mamaeña, extremadurische Erzählungen).
Zu den in den folgenden Jahren erschienenen Werken zählen La huélliga (Die Spur) von Marcos Cruz Díaz und El sol del lobu (Die Sonne des Wolfs) von Aníbal Martín. 2025 veröffentlichte Vicente Costalago Euris estremeñus i sotras poemas (Helden der Extremadura und andere Gedichte), eine in drei Teile gegliederte Sammlung: Der erste Teil versammelt epische Gedichte, die verschiedenen Helden der Extremadura gewidmet sind; der zweite religiöse Gedichte; und der letzte freie Gedichte. Im November desselben Jahres veröffentlichte er zudem Estórias estremeñas, eine Sammlung von drei Erzählungen, von denen zwei von der Mythologie der Extremadura inspiriert sind und die dritte vom extremadurischen Bauernaufstand.
Kultur
Seit 2003 gibt es die Organisation APLEx,[2] deren Ziel es ist, die extremadurische Sprache und Kultur zu erhalten und zu fördern.
Weblinks
- Extremaduran bei Ethnologue (englisch) ( vom 3. Juli 2019 im Internet Archive)