FDGB-Pokal 1978/79
28. Auflage dieses Wettbewerbes
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Der Fußball-FDGB-Pokal 1978/79 war die 28. Auflage dieses Wettbewerbes.
| FDGB-Pokal 1978/79 | |
|---|---|
| Pokalsieger | 1. FC Magdeburg (6. Titel) |
| Europapokal der Pokalsieger |
1. FC Magdeburg |
| Beginn | 4. August 1978 |
| Finale | 28. April 1979 |
| Finalstadion | Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin |
| Mannschaften | 89 |
| Spiele | 102 |
| Tore | 373 (ø 3,66 pro Spiel) |
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Am FDGB-Pokal-Wettbewerb 1978/79 nahmen 89 Mannschaften teil. Vor der I. Hauptrunde, die nach territorialen Gesichtspunkten gelost wurde, standen drei Ausscheidungsspiele an. An diesem Abschnitt des Wettbewerbs, waren aus der Saison 1977/78 die 15 Bezirkspokalsieger, 58 Mannschaften aus der DDR-Liga (ohne Aufsteiger) und die beiden Letzten der DDR-Oberliga beteiligt.
Bis einschließlich der II. Hauptrunde wurden die Spiele im einfachen Pokalmodus ausgetragen und gegen falls nach Verlängerung durch Elfmeterschießen entschieden. Die Paarungen des Achtel-, Viertel- und Halbfinales fanden mit Hin- und Rückspiel statt.
Nachdem in einer Zwischenrunde bis auf Lokomotive Stendal alle Bezirkspokalsieger eliminiert worden waren, griffen in der II. Hauptrunde die 14 Oberliga-Mannschaften in das Pokalgeschehen ein. Von diesen schieden Wismut Aue, Chemie Böhlen, HFC Chemie, Stahl Riesa und Sachsenring Zwickau bereits nach ihrem ersten Auftritt aus.
Das Achtelfinale überstanden von den sechs verbliebenen Mannschaften der DDR-Liga nur Energie Cottbus und Motor Suhl, die in Liga-Duellen siegreich blieben. Beide mussten jedoch im Viertelfinale gegen die Vorjahresfinalisten Dynamo Dresden und 1. FC Magdeburg die Segel streichen. Im Halbfinale schieden die Dresdner gegen den BFC Dynamo aus, während der 1. FC Magdeburg mit zwei Siegen gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig erneut das Finale erreichte.
Ausscheidungsrunde
Die Spiele fanden am Freitag, 4. August 1978 (Hermsdorf gegen Gera) sowie am Sonntag, 5. August 1978 statt.
1. Hauptrunde
Die Spiele fanden vom 5. bis 12. August 1978 statt, wobei der 12. August um 15:00 Uhr Hauptspieltag war.
Zwischenrunde
Die Spiele fanden am Sonntag, 17. September 1978 um 15:00 Uhr statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| BSG Stahl Thale | 2:1 | BSG Wismut Gera |
| BSG Lokomotive Stendal * | 2:1 n. V. | ISG Schwerin-Süd |
| BSG CM Veritas Wittenberge * | 1:3 n. V. | BSG Einheit Wernigerode |
| BSG Kali Werra Tiefenort II * | 1:3 n. V. | BSG Motor Suhl |
| SG Dynamo Fürstenwalde | 3:0 | BSG Chemie Premnitz |
| SG Dynamo Gera | 1:2 | BSG Kali Werra Tiefenort |
| BSG Rotes Banner Trinwillershagen | 0:1 n. V. | TSG Bau Rostock |
| SG Dynamo Eisleben | 7:1 | BSG Fortschritt Weida |
| BSG Motor WAMA Görlitz | 0:1 | BSG Aktivist Brieske-Senftenberg |
| ASG Vorwärts Neubrandenburg | 0:1 n. V. | FC Vorwärts Frankfurt/Oder |
| ASG Vorwärts Stralsund | 1:2 | BSG Chemie PCK Schwedt |
| BSG Schiffahrt/Hafen Rostock | 0:3 | BSG Stahl Hennigsdorf |
| BSG Motor Babelsberg | 1:0 | BSG Chemie Buna Schkopau |
| BSG Stahl Brandenburg | 2:1 | TSG Gröditz |
| BSG Chemie Leipzig | 1:0 | BSG Aktivist Schwarze Pumpe |
| BSG Energie Cottbus | 3:2 | BSG Stahl Eisenhüttenstadt |
| BSG Robotron Sömmerda | 1:3 n. V. | BSG Chemie Wolfen |
| SG Dynamo Schwerin | 2:0 | BSG Motor Eberswalde |
2. Hauptrunde
Die Spiele fanden am Samstag, 14. Oktober 1978 um 13:30 Uhr statt.
| Ergebnis | ||
|---|---|---|
| BSG Stahl Thale | 1:4 n. V. | 1. FC Magdeburg |
| BSG Lokomotive Stendal * | 1:2 | 1. FC Union Berlin |
| BSG Einheit Wernigerode | 3:5 | FC Rot-Weiß Erfurt |
| BSG Motor Suhl | 3:1 | BSG Wismut Aue |
| BSG Kali Werra Tiefenort | 0:1 | FC Karl-Marx-Stadt |
| SG Dynamo Eisleben | 1:5 | FC Carl Zeiss Jena |
| BSG Aktivist Brieske-Senftenberg | 0:3 | SG Dynamo Dresden |
| SG Dynamo Fürstenwalde | 0:2 | F.C. Hansa Rostock |
| BSG Chemie PCK Schwedt | 0:6 | BFC Dynamo |
| BSG Motor Babelsberg | 0:2 | 1. FC Lokomotive Leipzig |
| BSG Stahl Brandenburg | 2:1 | SG Dynamo Schwerin |
| BSG Chemie Leipzig | 1:1 n. V. (4:3 i. E.) |
BSG Stahl Riesa |
| BSG Energie Cottbus | 2:1 | BSG Chemie Böhlen |
| BSG Chemie Wolfen | 1:0 | BSG Sachsenring Zwickau |
| BSG Stahl Hennigsdorf | 1:0 | HFC Chemie |
| TSG Bau Rostock | 0:4 | FC Vorwärts Frankfurt/Oder |
Achtelfinale
Die Hinspiele fanden am Samstag, 4. November 1978 um 14:00 Uhr und die Rückspiele am 18. November 1978 um 13:30 Uhr statt.
| Gesamt | Hinspiel | Rückspiel | ||
|---|---|---|---|---|
| BSG Chemie Wolfen | 1:9 | BSG Motor Suhl | 0:5 | 1:4 |
| FC Vorwärts Frankfurt/Oder | 2:3 | 1. FC Magdeburg | 0:1 | 2:2 |
| 1. FC Union Berlin | 2:15 | BFC Dynamo | 1:8 | 1:7 |
| FC Rot-Weiß Erfurt | 7:1 | BSG Stahl Brandenburg | 4:0 | 3:1 |
| 1. FC Lokomotive Leipzig | 7:3 | FC Karl-Marx-Stadt | 3:2 | 4:1 |
| BSG Energie Cottbus | 3:2 | BSG Stahl Hennigsdorf | 3:0 | 0:2 |
| SG Dynamo Dresden | 8:0 | FC Carl Zeiss Jena | 5:0 | 3:0 |
| F.C. Hansa Rostock | 5:1 | BSG Chemie Leipzig | 4:0 | 1:1 |
Viertelfinale
Die Hinspiele fanden am Mittwoch, 13. Dezember 1978 um 13:00 Uhr (Cottbus) bzw. um 17:00 Uhr und die Rückspiele am Mittwoch, 20. Dezember 1978 um 13:00 Uhr (Suhl) bzw. um 17:00 Uhr statt.
| Gesamt | Hinspiel | Rückspiel | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. FC Magdeburg | 8:3 | BSG Motor Suhl | 3:1 | 5:2 |
| FC Rot-Weiß Erfurt | 3:4 | 1. FC Lokomotive Leipzig | 1:1 | 2:3 |
| BSG Energie Cottbus | 1:6 | SG Dynamo Dresden | 1:4 | 0:2 |
| BFC Dynamo | 11:2 | F.C. Hansa Rostock | 4:1 | 7:1 |
Halbfinale
Die Hinspiele fanden am Samstag, 10. März 1979 und die Rückspiele am Samstag, 31. März 1979 jeweils um 15:00 Uhr statt.
| Gesamt | Hinspiel | Rückspiel | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. FC Magdeburg | 7:1 | 1. FC Lokomotive Leipzig | 5:1 | 2:0 |
| BFC Dynamo | 2:1 | SG Dynamo Dresden | 1:0 | 1:1 |
Finale
Statistik
| Paarung | 1. FC Magdeburg – BFC Dynamo |
| Ergebnis | 1:0 n. V. |
| Datum | Samstag, 28. April 1979 um 15:00 Uhr |
| Stadion | Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin |
| Zuschauer | 50.000 |
| Schiedsrichter | Widukind Herrmann (Leipzig) |
| Schiedsrichterassistenten | Adolf Prokop (Erfurt), Bernd Stumpf (Jena) |
| Tore | 1:0 Wolfgang Seguin (101.) |
| 1. FC Magdeburg | Dirk Heyne – Manfred Zapf Cheftrainer: Klaus Urbanczyk |
| BFC Dynamo | Bodo Rudwaleit – Norbert Trieloff – Michael Noack, Rainer Troppa, Artur Ullrich – Frank Terletzki Cheftrainer: Jürgen Bogs |
| Gelbe Karten |
Spielverlauf

Im 28. Endspiel um den FDGB-Pokal trafen der fünfmalige Pokalgewinner 1. FC Magdeburg und der in der laufenden Oberligasaison mit acht Punkten Vorsprung führende Berliner FC Dynamo aufeinander. Beide Mannschaften begannen das Spiel mit hautnaher Abschirmung der gegnerischen Angreifer und suchten den Erfolg in verbissenen Zweikämpfen. Die Magdeburger gewannen schnell die Oberhand, gewannen die meisten Zweikämpfe und hatten die Berliner Spielgestalter Terletzki und Riediger fest im Griff. Trotzdem kamen beide Mannschaften zu guten Torchancen, die jedoch von beiden Torhütern mit glänzenden Paraden zunichtegemacht wurden. In der zweiten Halbzeit steigerte sich die Magdeburger noch einmal, brachten ihre Mittelfeldreihe noch besser zur Geltung. Ihr Spiel war nun durch hohes Tempo und Angriffsdruck geprägt. Alle ihre Angriffsbemühungen scheiterten jedoch am hervorragenden Torwart Rudwaleit. Ebenso vermochten es die Berliner Angreifer nicht, den Magdeburger Heyne zu überwinden, vergaben aber auch unkonzentriert viele Tormöglichkeiten. Trotz großer Laufbereitschaft und Kampfkraft auf beiden Seiten fiel 90 Minuten lang kein Tor. Es hatte aber bereits zu diesem Punkt bereits den Anschein, als hätte der BFC schon Konditionsschwächen. Folgerichtig fiel dann in der 11. Minute der Verlängerung endlich die Entscheidung: Der FCM erzwang seinen siebenten Eckball, den Sparwasser halbhoch hereingab. Der nach vorn gekommene Vorstopper Seguin hechtete im Flug zum vom Berliner Trieloff abgefälschten Ball und beförderte ihn per Kopf in das Berliner Tor. Obwohl der BFC umgehend noch einmal zwei frische Spieler einwechselte, gelang es ihm nicht, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Neben ihrem besseren Zweikampfspiel hatten die Magdeburger auch mit Klaus Decker den besten Mann auf dem Feld, der den gefährlichsten Berliner Hans-Jürgen Riediger sicher im Griff hatte. Schlechtester Akteur auf dem Feld war Schiedsrichter Herrmann, der die zahlreichen Fouls am Magdeburger Stürmer Streich geflissentlich übersah. Trotz dieser Benachteiligung errang der 1. FC Magdeburg in seinem sechsten Endspiel zum sechsten Mal den DDR-Fußballpokal.
Kommentare der Trainer (Volksstimme Magdeburg, 30. April 1979)
- „Wir setzten unsere guten Tugenden, Moral und Kampfgeist, in die entsprechende spielerische Leistung um. Nach dem Wechsel, als wir nicht nur die BFC-Spielgestalter ausschalteten, sondern uns immer besser von ihnen wegspielten, wurden wir torgefährlicher.“ – Klaus Urbanczyk, FCM
- „Die Magdeburger waren vor allem in der Zweikampfführung besser, wirkten dort bissiger und erzielten so deutliche Vorteile.“ – Jürgen Bogs, BFC
Literatur
- Die neue Fußballwoche. Fuwo. Sportverlag, ISSN 0323-8407 (Hefte der Saison 1978 und 1979).
- DSFS AG Nordost (Hrsg.): DDR-Chronik 1949–1991, DDR-Fußball in Daten, Fakten und Zahlen. Band 5: 1974/75-1978/79. Berlin 2009.