FK Željezničar Sarajevo

bosnisch-herzegowinischer Fußballverein From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Fudbalski klub Željezničar (Fußballverein Željezničar) ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Fußballvereine aus der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Der Vereinsname bedeutet Eisenbahner, denn der Verein wurde von einer Gruppe Bahnarbeiter am 19. September 1921 gegründet. In Bosnien ist der Verein als Talentschmiede dafür bekannt und verkauft regelmäßig talentierte Spieler, um seine finanzielle Lage zu stabilisieren.[1] Der Verein gewann bisher sechs Meistertitel in der bosnischen Premijer Liga. Zudem wurde der Verein sechsmal bosnischer Pokalsieger.

Schnelle Fakten Basisdaten, Erste Fußballmannschaft ...
FK Željezničar Sarajevo
Logo
Basisdaten
Name Fudbalski klub Željezničar Sarajevo
Sitz Sarajevo
Gründung 19. September 1921
Farben blau-weiß
Mitglieder 12.183 (Juni 2022)
Präsident Bosnien und Herzegowina Jusuf Tanović
Vorstand Bosnien und Herzegowina Amira Uzunović
Website fkzeljeznicar.ba
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer SpanienSpanien David Muslera Rodríguez
Spielstätte Grbavica
Plätze 16.100
Liga Premijer Liga
2025/26 6. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich
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Während der Zeit der SFR Jugoslawien wurde der FK Željezničar in der Saison 1971/72 der 1. jugoslawischen Fußballliga Staatsmeister und qualifizierte sich somit zum ersten Mal für den Europapokal der Landesmeister. Die größten Erfolge für den Verein waren der Einzug in das Halbfinale und das Viertelfinale des UEFA-Pokals in der Saisons 1984/85. Der FK Željezničar war damit der erste bosnische Verein, der ein Europapokal-Halbfinale erreichte, und einer von wenigen aus dem ehemaligen Jugoslawien, denen das gelang.

Željezničar gelang es bisher noch nie, sich für die UEFA Champions League zu qualifizieren. In der Am weitesten in der Qualifikation kam der Klub in der Saison 2002/03, als man in der 3. Qualifikationsrunde gegen Newcastle United ausschied.

Die Spitznamen des Vereins sind Željo oder Plavi (Die Blauen).

Geschichte

Vor der Unabhängigkeit (1921–92)

Der Klub wurde am 15. September 1921 von Schaffnern und Schienenarbeitern der Eisenbahnen des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet. Das erste Spiel wurde in Kovačići, einem Stadtteil Sarajevos, gegen den NK SAŠK bestritten und endete in einer 1:5-Niederlage. Das zweite Spiel verlor man gegen den Sarajevski ŠK mit 1:2.[2]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Sarajevo viele Fußballvereine. Diese waren üblicherweise relativ finanzstark, da sie durch ethnisch homogene Organisationen unterstützt wurden. Željezničar war hingegen ein Verein der Arbeiterklasse, welcher alle Schichten der Stadt – und vor allem: alle ethnischen Gruppen – vereinte. Da der Verein finanziell damals schwach aufgestellt war, organisierten die Spieler beispielsweise Tanznächte. Das damit erwirtschaftete Geld wurde genutzt, um Fußbälle und Schuhe zu kaufen. Doch der FK Željezničar hatte nicht nur finanzielle Probleme. Das multiethnische Bild des Vereines wurde von vielen als Bedrohung gesehen, so wurde der Klub jahrelang unterdrückt.

Infolge des deutschen Balkanfeldzugs 1941 kamen alle sportlichen Aktivitäten in Sarajevo zum Stillstand. Sehr viele Mitglieder von Željo waren Anhänger von Widerstandsbewegungen und manche von ihnen wurden sogar umgebracht. Nach dem Krieg wurde Željezničar erneut gebildet und gewann gleich im Jahr 1946 die bosnische Meisterschaft. Dieser Erfolg garantierte ihnen einen Platz in der jugoslawischen Liga. Bald danach gründete die UDBA gemeinsam mit anderen Bürgern Sarajevos den FK Torpedo, heute bekannt als FK Sarajevo.

Saison 1971/72

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. FK Željezničar Sarajevo 34 21 9 4 055:200 +35 51:17
2. FK Roter Stern Belgrad 34 19 11 4 057:210 +36 49:19
3. OFK Belgrad 34 17 11 6 056:260 +30 45:23
4. FK Vojvodina 34 15 12 7 050:380 +12 42:26
5. FK Partizan Belgrad 34 15 9 10 041:350 +6 39:29
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Der größte inländische Erfolg war der 1. Platz in der 1. jugoslawischen Fußballliga in der Saison 1971/72. Bemerkenswert ist auch, dass der FK Željezničar in der darauffolgenden Saison in den Top 3 gelandet ist.

UEFA-Pokal 1984/85

Željezničars größter Erfolg je war der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokal 1984/85. Die Mannschaft, angeführt von Ivica Osim schied mit 3:4 Gesamtergebnis gegen den Videoton SC aus Ungarn aus. Ein Weiterkommen hätte der Mannschaft im Finale ein Aufeinandertreffen mit Real Madrid ermöglicht.

Nach der Unabhängigkeit (1992–heute)

Ruine Stadion Grbavica (rechts) im Jahr 1996
Das Stadion Grbavica im April 2020

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Republik Bosnien und Herzegowina von Jugoslawien brach der Bosnienkrieg aus und der Fußball kam zum Stillstand. Am 5. April 1992 wurde das Spiel zwischen dem FK Željezničar und dem FK Rad Belgrad nach 35 Minuten unterbrochen, nachdem mehrere Schüsse abgegeben worden waren.[3] Zu Beginn der Belagerung von Sarajevo, am 7. Mai 1992, wurde das Stadion von den serbischen Belagerern gezielt unter Beschuss genommen und zerstört.[3] Der Krieg endete 1995. In der unmittelbaren Nachkriegszeit spielten in der neugegründeten Premijer Liga zunächst nur Mannschaften aus der Föderation Bosnien und Herzegowina; Vereine aus der Republika Srpska kamen in der Saison 2002/03 hinzu.

Fans

Fans bei einem Spiel gegen die FK Sloboda
Graffiti vor dem Stadion im Stadtteil Grbavica mit den Worten: Ein Leben lang!

Die Ultras des Vereins nennen sich Manijaci (englisch The Maniacs) und wurden im Jahre 1987 gegründet. Es entstanden auch Untergruppen wie Blue Tigers, Stari Grad, Urban Corps und Joint Union. Der wichtigste und bekannteste Anführer war Dževad Begić-Đilda der im Bosnienkrieg während der Verteidigung der Stadt Sarajevo ums Leben kam. Sie befinden sich auf der Süd-Tribüne des Stadion Grbavica.

Erfolge

  • Bosnisch-herzegowinische Meisterschaft
    • Meister (1): 1946

Europapokalbilanz

In der Saison 1984/85 spielte Željezničar im UEFA-Pokal. Das erste Spiel bestritt der Klub gegen den DFS Sliwen. In Bulgarien verlor er mit 0:1, im Heimspiel gewann Željezničar mit 5:1 und trat damit in die zweite Runde des UEFA-Cups ein. Gegen den FC Sion aus der Schweiz gewann Željezničar zuhause mit 2:1, in der Schweiz trennten sich die Klubs mit 1:1. Željezničar kam damit ins Achtelfinale. Dort traf er auf Universitatea Craiova aus Rumänien. In Rumänien verlor Željezničar überraschend mit 0:2, doch in Sarajevo gewann man mit 4:0 und stand damit im Viertelfinale. In der Runde der letzten acht musste Željezničar gegen Dinamo Minsk aus der damaligen Sowjetunion spielen. Zuhause konnte Željezničar mit 2:0 gewinnen, in Minsk spielte man 1:1 und war damit im Halbfinale. Dort traf Željezničar auf den FC Videoton Székesfehérvár und verlor im ersten Spiel mit 1:3. In Sarajevo gewann er nur mit 2:1 und schied damit aus dem UEFA-Pokal aus. Bester Torschütze in dieser Saison war Edin Bahtić von Željezničar mit 7 Toren.

Weitere Informationen Saison, Wettbewerb ...
Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1970/71Messestädte-Pokal 1. Runde Belgien RSC Anderlecht7:93:4 (H)4:5 (A)
1971/72UEFA-Pokal 1. Runde Belgien FC Brügge4:33:0 (H)1:3 (A)
2. Runde Italien FC Bologna(a)3:3(a)1:1 (H)2:2 (A)
3. Runde Schottland FC St. Johnstone5:20:1 (A)5:1 (H)
Viertelfinale Ungarn 1957 Ferencváros Budapest3:3
(4:5 i. E.)
1:2 (A)2:1 n. V. (H)
1972/73Europapokal der Landesmeister 1. Runde England Derby County1:40:2 (A)1:2 (H)
1984/85UEFA-Pokal 1. Runde Bulgarien 1971 DFS Sliwen5:20:1 (A)5:1 (H)
2. Runde Schweiz FC Sion3:22:1 (H)1:1 (A)
3. Runde Rumänien Universitatea Craiova4:20:2 (A)4:0 (H)
Viertelfinale Sowjetunion FK Dinamo Minsk3:12:0 (H)1:1 (A)
Halbfinale Ungarn 1957 Videoton SC3:41:3 (A)2:1 (H)
1998/99UEFA-Pokal 1. Runde Schottland FC Kilmarnock1:21:1 (H)0:1 (A)
2000/01UEFA-Pokal Qualifikation Polen Wisła Krakau1:30:0 (H)1:3 (A)
2001/02UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Bulgarien Lewski Sofia0:40:4 (A)0:0 (H)
2002/03UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Island ÍA Akranes4:03:0 (H)1:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Norwegen Lillestrøm SK2:01:0 (A)1:0 (H)
3. Qualifikationsrunde England Newcastle United0:50:1 (H)0:4 (A)
2002/03UEFA-Pokal 1. Runde Spanien FC Málaga0:10:0 (H)0:1 (A)
2003/04UEFA-Pokal Qualifikation Zypern Republik Anorthosis Famagusta4:11:0 (H)3:1 (A)
1. Runde Schottland Heart of Midlothian0:20:0 (A)0:2 (H)
2004/05UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde San Marino SS Pennarossa9:15:1 (A)4:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Bulgarien Litex Lowetsch1:91:2 (H)0:7 (A)
2010/11UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Israel Hapoel Tel Aviv0:60:5 (A)0:1 (H)
2011/12UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Moldau Republik Sheriff Tiraspol1:01:0 (H)0:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Israel Maccabi Tel Aviv0:80:2 (H)0:6 (A)
2012/13UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Slowenien NK Maribor2:61:4 (A)1:2 (H)
2013/14UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Tschechien Viktoria Pilsen4:63:4 (A)1:2 (H)
2014/15UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Montenegro FK Lovćen Cetinje1:00:0 (H)1:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Nordmazedonien FK Metalurg Skopje(a)2:2(a)0:0 (A)2:2 (H)
2015/16UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Malta FC Balzan3:02:0 (A)1:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Ungarn Ferencváros Budapest3:01:0 (A)2:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Belgien Standard Lüttich1:31:2 (A)0:1 (H)
2017/18UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Montenegro FK Zeta Golubovci3:21:0 (H)2:2 (A)
2. Qualifikationsrunde Schweden AIK Solna0:20:0 (H)0:2 (A)
2018/19UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Estland JK Trans Narva5:12:0 (A)3:1 (H)
2. Qualifikationsrunde Zypern Republik Apollon Limassol2:51:2 (H)1:3 (A)
2020/21UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Israel Maccabi Haifa1:31:3 (H)
2023/24UEFA Europa Conference League 1. Qualifikationsrunde Belarus FK Dinamo Minsk4:32:2 (H)2:1 (A)
2. Qualifikationsrunde Aserbaidschan Neftçi Baku2:42:2 (H)0:2 (A)
2025/26UEFA Conference League 1. Qualifikationsrunde Slowenien FC Koper2:41:1 (H)1:3 (A)
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Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 79 Spiele, 26 Siege, 18 Unentschieden, 35 Niederlagen, 99:118 Tore (Tordifferenz −19)

Jugendabteilung

FC Salzburg gegen FK Željezničar Sarajevo U19

Die Jugendabteilung und die Fußballschule des FK Željezničar ist eine der besten des ganzen Landes. Die U-19 ist regelmäßiger Teilnehmer der UEFA Youth League. Sie war auch die erste Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina, die die Vorrunden überstand.[4]

Kader 2025/26

Stand: 15. März 2026[5]

Weitere Informationen Nr., Position ...
Nr. Position Name
1 Bosnien und Herzegowina TW Tarik Abdulahovic
2 Nigeria AB Edwin Odinaka
3 Bosnien und Herzegowina AB Enes Alić
4 Bosnien und Herzegowina AB Ermin Bičakčić
5 Bosnien und Herzegowina MF Afan Foco
6 Serbien MF Aleksa Pejić
7 Bosnien und Herzegowina ST Sulejman Krpić
8 OsterreichÖsterreich MF Dominik Prokop
9 Bosnien und Herzegowina ST Hamza Jaganjac
10 Bosnien und Herzegowina MF Madžid Šošić
11 Brasilien ST Vini Peixoto
13 Bosnien und Herzegowina TW Vedad Muftić
14 Nordmazedonien ST Matej Cvetanoski
15 Bosnien und Herzegowina MF Bojan Nastić
16 Bosnien und Herzegowina MF Dzenan Sabic
17 Nigeria ST Ibraheem Adams Olanrewaju
18 Brasilien MF João Erick
Nr. Position Name
19 Bosnien und Herzegowina AB Mustafa Šukilović
20 Curaçao AB Giovanni Troupée
21 NiederlandeNiederlande ST Joey Konings
26 Bulgarien AB Patrick-Gabriel Galchev
27 Bosnien und Herzegowina MF Deni Milosevic
29 OsterreichÖsterreich ST Muharem Huskovic
33 NiederlandeNiederlande AB Colin Seedorf
34 Marokko MF Ismail Oulad M'Hand
55 Bosnien und Herzegowina MF Armin Hodžić
88 Bosnien und Herzegowina MF Samir Radovac
90 Luxemburg AB Edin Osmanović
99 Serbien ST Davor Rakic
Bosnien und Herzegowina ST Zlatan Zenicahin
Bosnien und Herzegowina AB Aiman Semdin
Bosnien und Herzegowina AB Ernad Babaluk
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ST Santiago Garcia
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Ehemalige Spieler

Mehmed Bazdarevic
Edin Dzeko
Ivica Osim
Commons: FK Željezničar Sarajevo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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