Ferdinand Konrad Bellermann
deutscher Landschaftsmaler
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Ferdinand Konrad Bellermann (* 14. März 1814 in Erfurt; † 11. August 1889 in Berlin) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Leben


Ferdinand Bellermann war ein Spross der Erfurter Kaufmannsfamilie Bellermann und verwandt mit dem Porzellanfabrikanten Christian Nonne (1733–1813).[1] 1828 besuchte er die Fürstliche freie Zeichenschule in Weimar, um Porzellanmaler zu werden. Aufgrund einer Augenschwäche musste er diese Ausbildung jedoch abbrechen. Mit Unterstützung seines in Berlin lebenden Großonkels Johann Joachim Bellermann begann er am 16. März 1833 ein Studium der Landschaftsmalerei an der Berliner Akademie, wo ihn zunächst Karl Blechen ausbildete. Nebenher besuchte er das Atelier von Wilhelm Schirmer, als dieser 1839 die Nachfolge Blechens antrat.
Im Sommer 1837 machte er seine erste Studienreise in den Harz. Weitere Reisen führten ihn 1839 mit Friedrich Preller d. Ä. und dessen Schüler Sixt Thon (1817–1901) nach Rügen und im nächsten Jahr mit Carl Hummel als weiteren Begleiter über Belgien und Holland nach Norwegen. Ein mit der Unterstützung durch Alexander von Humboldt von Friedrich Wilhelm IV. gewährtes Reisestipendium erlaubte ihm 1842 bis 1845 einen Aufenthalt in Venezuela.[2]
Nach Rückkehr aus Südamerika war er wiederholt als Stellvertreter Schirmers an die Berliner Akademie berufen worden und nahm 1849 am Königlichen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin eine Stelle als Zeichenlehrer an. 1851 wurde er in gleicher Funktion auch an das Joachimsthalsche Gymnasium berufen. Beide Stellungen bekleidete er bis 1866. 1851 und 1852 beteiligte er sich an der Ausmalung des Neuen Museums in Berlin, wo er zwei Wandmalereien für den Saal der Nordischen Altertümer ausführte.
1853 bis 1854 und 1877 unternahm er Reisen nach Italien.
1857 wurde er auf Vorschlag seines Lehrers Wilhelm Schirmer zum Professor an der Berliner Akademie ernannt. Bellermann übernahm 1866 auch die Nachfolge Schirmers als Leiter der Klasse für Landschaftsmalerei an der Akademie. Ab 1875 war er in gleicher Stellung an der neu gegründeten Akademie der bildenden Künste, später Akademische Hochschule für bildende Künste.[3]
Ferdinand Konrad Bellermanns letzte Lebensjahre wurden durch ein Augenleiden getrübt und er starb weitgehend vergessen am 11. August 1889 in Berlin. Er wurde auf dem II. Friedhof der Dreifaltigkeits-Gemeinde an der Bergmannstraße 39 in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Die Grabstätte ist nicht erhalten.
Familie
Ferdinand Bellermann war verheiratet mit Friederike Sophie Möller (1819–1872).[4] Sie hatten die Kinder Carl Christian Wilhelm (* 1847), Maria Sophie Christine (* 1848), Paul Ludwig Carl Rudolph (* 1849; † 1920) und Emilie Sophie Auguste Maximilie (* 1851), die 1873 den Bildhauer Rudolf Pohle heiratete.[5]
Ehrung
Am 13. Januar 1864 wurde er mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse ausgezeichnet.
Werke (Auswahl)
- 1851–1852: stereochrome Wandmalereien im Saal der Nordischen Altertümer des Neuen Museums Berlin (Opferstein bei Stubbenkammer und Hünengrab auf Rügen)
- Die Guácharo-Höhle auf den Kordilleren von Venezuela bei ihrer Erforschung durch Alexander von Humboldt, Öl auf Leinwand, 146 × 185 cm, verschollen (früher Nationalgalerie Berlin)
- 1843: Blick auf Cumaná vom alten Kastell aus gesehen, Öl auf Leinwand
- 1843: Sonnenuntergang am Orinoco, Öl auf Leinwand
- 1843: Ansicht von Puerto Cabello, Öl auf Leinwand
- 1854: Wasserfall in den Anden von Venezuela, Öl auf Leinwand, 76,5 × 101,5 cm, Nationalgalerie Berlin
Literatur
- Bellermann, Ferdinand. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 3: Bassano–Bickham. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1909, S. 243 (Textarchiv – Internet Archive).
- Helga Weißgärber: Bellermann, Ferdinand Konrad. In: Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Mitherausgegeben und begründet von Günter Meißner. K. G. Saur, München/Leipzig 1992–2010, ISBN 3-598-22740-X, Band 8: Bayonne – Benech (1994), S. 461.
- Petra Werner: Naturwahrheit und ästhetische Umsetzung. Alexander von Humboldt im Briefwechsel mit bildenden Künstlern. Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung, Bd. 38. Akademie-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-05-006339-3.
- Kai Uwe Schierz und Thomas von Taschitzki (Hrsg.): Beobachtung und Ideal. Ferdinand Bellermann – ein Maler aus dem Kreis von Humboldt. Katalog zur Ausstellung im Angermuseum Erfurt. Michael Imhof Verlag 2014, ISBN 978-3-7319-0104-4.
- Anton von Werner: Ansprachen und Reden an die Studirenden der königlichen akad. Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin und Verzeichniss der Lehrer, Beamten und Schüler derselben seit 1875. Rud. Schuster, Berlin 1896, S. 203 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).