Ferpècle-Gletscher

Gletscher in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ferpècle-Gletscher (französisch Glacier de Ferpècle) ist einer der Gletscher im südlichen Talabschluss des Val d’Hérens, südöstlich von Evolène in den Walliser Alpen. Er hatte im Jahre 2013 eine Länge von etwas mehr als 6 km und bedeckte im Jahr 2023 eine Fläche von etwa 8,5 km².

Schnelle Fakten
Ferpècle-Gletscher
Seitenmoränen des zurückgegangenen Ferpècle-Gletschers
Seitenmoränen des zurückgegangenen Ferpècle-Gletschers

Seitenmoränen des zurückgegangenen Ferpècle-Gletschers

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Walliser Alpen
Typ Talgletscher
Länge 6,3 km (2013)[1]
Fläche 8,49 km² (2023)[2]
Exposition Nährgebiet Nordwest, Zehrgebiet Nord
Höhenbereich 3680 m ü. M.  2095 m ü. M. (1983)[3]
Eisvolumen 0,97 ± 0,24 km³ (1995)[4]
Koordinaten 610213 / 97831
Ferpècle-Gletscher (Kanton Wallis)
Ferpècle-Gletscher (Kanton Wallis)
Entwässerung Borgne de Ferpècle, Borgne, Rhone
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Lage

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Ferpècle-Gletscher am Grat zwischen der Tête Blanche (3710 m ü. M.), über welche die Grenze zwischen Italien und der Schweiz verläuft, und der Dent Blanche auf rund 3600 m. Das relativ flache Gletschereisfeld im oberen Teil wird auch Plateau d’Hérens genannt. Über den Col d’Hérens (3459 m ü. M.) ist der Ferpècle-Gletscher mit dem System des Zmuttgletschers verbunden; gegen Westen hängt er über den firnbedeckten Kamm nördlich der Tête Blanche mit dem parallel verlaufenden Mont-Miné-Gletscher zusammen. Der Gletscher fliesst nach Norden, flankiert vom Viertausender Dent Blanche im Osten sowie vom Mont Miné (3029 m ü. M.) im Westen. Die Gletscherzunge befindet sich derzeit auf einer Höhe von rund 2100 m. Hier entspringt die Borgne de Ferpècle, welche das Schmelzwasser durch das Val d’Hérens zur Rhone bringt.

Entwicklung

Dent Blanche mit Firnfeldern des Ferpècle-Gletschers

Während des Hochstadiums der Kleinen Eiszeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts vereinigten sich die Zungen von Ferpècle- und Mont-Miné-Gletscher nördlich des Mont Miné und flossen gemeinsam noch rund einen Kilometer talabwärts. Seither sind jedoch beide Gletscher stark zurückgegangen. Im Verbindungsbereich staute sich zeitweise ein Randsee auf, der im Sommer 1952 ausbrach und im Val d’Hérens ein Schadenhochwasser verursachte.

Entwicklung des Gletschers[1]
Jahr185019731999/20002011
Fläche (km²)11,29,89,38,49 (2023)[2]
Länge (km)9,36,66,66,3
Fläche in km²Jahr0246810121850197319992023Fläche in km²Flächenentwicklung des Ferpècle-Gletschers
Quellen:[1][2]

Weiteres

Oberhalb des Ferpècle-Gletschers am Hang der Dent Blanche führte der zur Römerzeit oft begangene Saumweg vom Val d’Hérens ins italienische Valpelline entlang. Reste dieser hochalpinen Route (im firnbedeckten Col de Valpelline 3562 m ü. M.), die von den Römern zur Heerstrasse ausgebaut wurde, sind streckenweise noch erhalten.

Commons: Ferpècle-Gletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ferpècle-Gletscher auf der Plattform ETHorama
  • Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich: Glacier de Ferpècle, Glacier de Mont Miné. In: Naturgefahren Gletscher. Archiv der ETH, 2018 (online, auch als PDF).
  • Kartenausschnitt bei map.geo.admin.ch

Einzelnachweise

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