Sporosarcina limicola

Art der Gattung Filibacter From Wikipedia, the free encyclopedia

Sporosarcina limicola ist eine Art von Bakterien und die einzige Art der Gattung Sporosarcina. Sie wurde 1985 im Sediment eines Sees im englischen Lake District entdeckt und damals als Filibacter limicola bezeichnet. Im Jahr 2020 wurde sie aufgrund genetischer Untersuchungen zu der Gattung Sporosarcina gestellt.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Sporosarcina limicola
Systematik
Abteilung: Bacillota
Klasse: Bacilli
Ordnung: Caryophanales
Familie: Caryophanaceae
Gattung: Sporosarcina
Art: Sporosarcina limicola
Wissenschaftlicher Name
Sporosarcina limicola
(Maiden und Jones 1985) Gupta and Patel 2020
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Merkmale

Erscheinungsbild

Sporosarcina limicola bildet Filamente aus zylindrischen Zellen. Die einzelnen Zellen können leicht gekrümmt oder stäbchenförmig sein und sind 1,1 µm breit und zwischen 3 und 30 µm lang. Die Filamente sind nicht verzweigt und 8 bis 150 µm lang. Die Form der Kolonien von Filibacter limicola erinnert an Wirbel oder Spiralen.[1]

Obwohl die Gattung zu der Abteilung der Bacillota (früher als Firmicutes bezeichnet) zählt, fällt die Gram-Färbung negativ aus[2] (in der Regel sind die Arten der Firmicutes grampositiv). Die Arten können sich durch das sogenannte Gleiten bewegen (sie sind motil). Das Peptidoglycan der Zellwand enthält Lysin, eine Aminosäure. Lysin kommt in vielen grampositiven Bakterien im Peptidoglycan vor. Peptidoglycane sind Makromoleküle, die aus Aminosäuren und Zuckern zusammengesetzt sind und kommen in der Zellwand von Bakterien vor.

Wachstum und Stoffwechsel

Die Art ist obligat aerob, also auf Sauerstoff für die Atmung angewiesen. Der Katalase-Test und der Oxidase-Test verlaufen positiv.[2] Weiterhin ist Sporosarcina limicola heterotroph, es findet keine Photosynthese statt. Anders als bei vielen Bakterien üblich, kann die Art als Substrat keine Zucker zum Energiegewinn abbauen. Ebenso wenig kann es organische Säuren verwerten. Es kann Gelatine durch Hydrolyse verwerten, er kann jedoch nicht Casein und Stärke hydrolysieren.[1]

Das beste Wachstum findet bei einem pH-Wert von 7,4 statt, Wachstum unter pH 5,7 ist nicht möglich. Die optimale Wachstumstemperatur liegt bei 20 °C, langsames Wachstum findet noch bei Temperaturen von 4 °C statt, kein Wachstum bei Temperaturen über 26 °C.[2] Sporosarcina limicola lässt sich gut auf einem Nährmedium kultivieren, das Peptone enthält und benötigt für das Wachstum verschiedene Vitamine.[1]

Chemotaxonomische Merkmale

Der GC-Gehalt (der Anteil der Nukleinbasen Guanin und Cytosin) in der Bakterien-DNA liegt bei 44 Mol-Prozent.[1] Sporosarcina limicola weist einen hohen Anteil von verzweigten Fettsäureketten in der Membranlipiden auf. Dabei handelt es sich v. a. um die Fettsäuren mit den Abkürzungen anteiso-C15:0 (anteiso-Pentadecansäure) und anteiso-C17:0 (anteiso-Heptadecansäure),[2] die neben der Methylgruppe (–CH3), die die Verzweigung darstellt, noch die Besonderheit aufweisen, dass sie mit insgesamt 15 bzw. 17 C-Atomen zu den ungeradzahligen Fettsäuren gehören.

Systematik

Sporosarcina limicola zählt zu der Familie Caryophanaceae[3]. Früher wurde die Art unter den Namen Filibacter limicola geführt. Die Art Filibacter limicola stand zuvor in der Familie Planococcaceae, der Ordnung Bacillales, welche wiederum in der Abteilung Bacillota (früher als Firmicutes bezeichnet) geführt wird.[4] Die Caryophanales werden auch als Bacillales bezeichnet, es handelt sich um ein Synonym. Dasselbe gilt für die Familie der Planococcaceae, hier gilt das Synonym Caryophanaceae.[5]

Etymologie

Der Gattungsname Sporosarcina leitet sich vom griechischen Wort spora („Spore“) und dem lateinischen Wort sarcina („Paket“, „Bündel“) ab und bezieht sich darauf, dass diese Bakteriengattung Sporen bildet und auf die typische Anordnung der Zellen. Der Artname ist aus dem lateinischen Wort limus („Schlamm“) und dem lateinischen Wort incola („Bewohner“) zusammengesetzt. Mark Maiden und J. Gwynfryn Jones entdeckten diesen neuen Organismus zufällig während der Suche im Sediment des Blelham Tarn, einem See im englischen Lake District, woraus sich auch der Name herleitet.[6] Der Gattungsname Filibacter, wozu die Art früher gestellt wurde, leitet sich von dem griechischen Wort filum („Faden“) und dem griechischen Wort bactron („Stäbchen“) ab und bezieht sich auf das Erscheinungsbild dieser Bakterien.

Quellen

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