Francesco Morandi
italienischer Architekt
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Francesco Marani, besser bekannt als Francesco Morandi (* um 1528 in Bologna; † um 1603 ebenda), war ein italienischer Architekt.
Leben
Er wurde 1528 als Sohn von Palamede Marani und der Schwester von Antonio Morandi, genannt „Il Terribilia“, geboren. Oft wird er mit dem Nachnamen und Spitznamen seines Onkels bezeichnet. Die Verwirrung über seine Verwandtschaft spiegelt sich bereits in den historischen Chroniken wider. Tatsächlich konnte seine tatsächliche familiäre Beziehung zu Antonio Morandi erst kürzlich durch die Entdeckung neuer Dokumente geklärt werden.[1][2]
Schon als Jugendlicher begann er, mit seinen Onkeln in deren gut gehendem Bauunternehmen zu arbeiten. Er war an den Bauarbeiten der Basilika San Domenico sowie der Kirchen San Procolo und San Giovanni in Monte beteiligt.
Im Jahr 1568 schuf er – möglicherweise mit Hilfe seines Onkels – den neuen Raum für die Inquisition in der Basilika San Domenico. Im selben Jahr arbeitete er in Cesena an der Innenrenovierung der Madonna del Monte, bei der er die Treppe und die Kuppel entwarf. Beide wurden in späterer Zeit mehrfach umgestaltet. 1575 entwarf er den Glockenturm der heute entweihten Kirche San Mattia.
Er war auch an zahlreichen privaten Bauprojekten beteiligt, wobei es jedoch schwierig ist, seine Arbeit von der der anderen Morandi zu unterscheiden, da sie alle demselben Unternehmen angehörten. Traditionell werden ihm der Entwurf des Palazzo Caprara (1561), der heutige Sitz der Präfektur, die Fassade des Palazzo Lambertini (1570), der Entwurf des Palazzo Fava (1584) sowie die Renovierung des Palazzo Legnani-Pizzardi (1587) zugeschrieben.
Im Jahr 1568 trat er die Nachfolge seines Onkels als Ingenieur der Werkstätte der Basilika San Petronio an. In dieser Funktion kümmerte er sich um die Fertigstellung der Fassade der Basilika, die als das wichtigste künstlerisch-politische Problem des Bologna des 16. Jahrhunderts galt. Nachdem der Versuch von Antonio Morandi, das ursprüngliche Projekt von Domenico da Varignana aus dem Jahr 1518 fertigzustellen, erfolglos geblieben war, wurden verschiedene berühmte italienische Architekten der damaligen Zeit hinzugezogen, um eine andere Lösung zu finden. So bat man Giulio Romano, Alberto Alberti, Domenico Tibaldi, Vignola und schließlich Andrea Palladio um Rat. Mit diesem arbeitete Francesco schließlich 1572 bei der Ausarbeitung eines neuen Entwurfs zusammen.
In den letzten Jahren seiner Tätigkeit arbeitete Francesco auch am Palazzo del Cardinal Legato (1583) und schlug vier Projekte für den Wiederaufbau der Brücke über den Idice (1581) vor.
Er starb 1603 in Bologna.