Frank Lupton
britischer Verwaltungsbeamter im ägyptischen Sudan
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Frank Miller Lupton Bey (geb. 1854 in Ilford, Essex, heute Redbridge, London; gest. am 8. Mai 1888 in Khartum) war ein britischer Verwaltungsbeamter im ägyptischen Sudan. Zu Beginn des Mahdi-Aufstands war er Gouverneur (mudir) der Provinz Bahr-al-Gazal.

Leben

Lupton wuchs in Ilford als Sohn eines lokalen Händlers auf. 1878 wurde er Offizier in der britischen Handelsmarine. Ein Jahr später hielt er sich in Khartum auf. Dort engagierte ihn Charles Gordon, der Generalgouverneur (hikimdar) der ägyptischen Provinz Sudan, als Verwaltungsbeamten. Gordon beauftragte ihn, Emin Bey als Gouverneur der Provinz Äquatoria abzulösen. Die Reise von Khartum nach Lado, der Provinzhauptstadt Äquatorias, dauerte wegen des Sudd fast zwei Jahre. Emin Bey verweigerte jedoch seine Ablösung. Stattdessen ernannte er Lupton im Dezember 1880 zu seinem Stellvertreter (mamur). Zugleich übertrug er ihm das Amt des Bezirksgouverneurs (nazir) von Latuka.
Ab Juli 1881 hielt Lupton sich wieder in Khartum auf. Dort ernannte ihn der neue Generalgouverneur Rauf Pascha zum Gouverneur der Provinz Bahr-al-Gazal. Lupton trat dieses Amt im Dezember 1881 als Nachfolger von Romolo Gessi an. In Bahr-al-Gazal war er bald mit Aufständen verschiedener Dinka-Stämme konfrontiert, die sich im Namen von Muhammad Ahmad, dem Anführer des Mahdi-Aufstandes, erhoben hatten. 1883 entsandte Muhammad Ahmad eine Armee unter Karam Allah, um Bahr-al-Gazal zu erobern. Ohne Verstärkung kapitulierte Lupton am 28. April 1884.
In der Gefangenschaft konvertierte er zum Islam, um sein Leben zu retten. Ihm wurde erlaubt, mit seiner Familie als Sklave in al-Ubayyid zu leben. Dort begegnete er den ebenfalls gefangenen Josef Ohrwalder und später Rudolf Slatin. Als Muhammad Ahmad nach Omdurman aufbrach, um die Belagerung von Khartum zu unterstützen, mussten alle europäischen Gefangenen ihn begleiten. In Omdurman angekommen wurde Lupton in Ketten gelegt. Im September 1885 erwirkte Rudolf Slatin bei Abdallahi ibn Muhammad, dem Nachfolger Muhammad Ahmads, Luptons Freilassung aus Ketten und Sklaverei. Lupton durfte sich fortan innerhalb Khartums frei bewegen, lebte aber mit seiner Familie in größter Armut. Durch Mangelernährung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. Am 8. Mai 1888 starb er ausgezehrt in Khartum an Meningitis.
Literatur
- E. Macro: Frank Miller Lupton. In: Sudan Notes & Records, Vol. XXVIII (28), 1947, S. 50–61. JSTOR:41716507
- Richard Hill: Lupton, Frank Miller. In: A Biographical Dictionary of the Anglo-Egyptian Sudan. Oxford: Clarendon Press, 1951, S. 218.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lupton, Frank |
| ALTERNATIVNAMEN | Lupton Bey; Lupton, Frank Miller |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Verwaltungsbeamter im ägyptischen Sudan |
| GEBURTSDATUM | 1854 |
| GEBURTSORT | Ilford, Essex, heute Redbridge, London |
| STERBEDATUM | 8. Mai 1888 |
| STERBEORT | Khartum |