Wikiwand AI

Franz Kurz (Historiker)

österreichischer Historiker und Theologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Franz Seraphicus Kurz (* 2. Juli 1771 in Kefermarkt, Oberösterreich; † 12. April 1843 im Stift Sankt Florian) war ein österreichischer römisch-katholischer Ordenspriester, Historiker und Musiker.

Leben

Kurz war Sohn eines Volksschullehrers. Er absolvierte das Gymnasium von Linz, wobei er besonders unter dem Einfluss von Franz Nißlmüller stand. Nachdem er die philosophischen Kurse bestanden hatte, entschied er sich 1789 in Sankt Florian in den Orden der Augustiner-Chorherren einzutreten. Er absolvierte 1789/1790 das Generalseminar in Wien, bevor er 1790 in Sankt Florian das Ordenskleid erhielt und in das Noviziat eintrat. In dieser Zeit wurde er durch den Novizenmeister Johann Michael Ziegler gefördert. Auf dessen Vermittlung erhielt er, zum weiteren Studium der Theologie und Geschichte an der Universität nach Wien zurückgekehrt, bei Johann Georg Albrechtsberger Unterricht in Generalbass und Kontrapunkt. Nachdem er als Kustos ab 1793 das Münzkabinett des Stifts Sankt Florian neu sortierte und ein Verzeichnis darüber angelegt hatte, wurde er erneut zu einem Studium in Wien empfohlen. 1795 studierte er dort Numismatik, bevor er im Juli 1795 die Ordensprofess ablegte und die Priesterweihe empfing.

Kurz wurde am 1. Jänner 1796 Kaplan an der Stiftspfarrei und 1810 Stiftspfarrer. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod aus. Von 1797 bis 1810 war er außerdem Chorleiter am Stift, er widmete sich weiter dem Münzkabinett und wurde 1799 außerdem Archivar des Stifts. Daneben war er auch in der Ausbildung des Stiftnachwuchses eingesetzt. Er machte sich um das örtliche Archiv und die Geschichtsschreibung Österreichs verdient. Das Österreichische Biographische Lexikon nennt ihn „Vater der österreichischen Geschichtsforschung“. Seine Werke basieren hauptsächlich auf Archivalien. Er suchte für seine Forschungen viele weitere Archive von Klöstern und Adelsfamilien auf. Er gehört zusammen mit Anton von Spaun zu den Initiatoren der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich.

Kurz wurde 1816 Mitglied der Mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde, 1821 der Historischen Gesellschaft in Frankfurt am Main, 1831 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie Ehrenmitglied der Königlich-böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag und 1836 des Historischen Vereines für Niedersachsen. 1827 erhielt er die vom Kaiser Franz verliehene Große Goldene Civil-Ehrenmedaille mit der Kette und zudem die Ernennung zum Konsistorialrat.

Die Franz-Kurz-Straße in Linz ist nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

  • Beiträge zur Geschichte des Landes Oesterreich ob der Enns, 4 Bände, Eurich, Leipzig und Hasslinger, Linz 1805–1809.
  • Österreich unter Kaiser Friedrich dem Vierten, 2 Bände, Doll, Wien 1812.
  • Oesterreich unter den Königen Ottokar und Albrecht I., Hasslinger, Linz 1816.
  • Oesterreich unter K. Friedrich dem Schönen, Hasslinger, Linz 1818.
  • Oesterreich unter H. Rudolph dem Vierten, Hasslinger, Linz 1821.
  • Oesterreichs Handel in älteren Zeiten, Hasslinger, Linz 1822.
  • Österreichs Militärverfassung in ältern Zeiten, Hasslinger, Linz 1825.
  • Oesterreich unter H. Albrecht dem Dritten, Hasslinger, Linz 1827.
  • Oesterreich unter Herzog Albrecht IV.: nebst einer Uebersicht des Zustandes Oesterreichs während des vierzehnten Jahrhunderts, 2 Bände, Fink, Linz 1830.
  • Österreich unter K. Albrecht dem Zweyten, 2 Bände, Kupfer und Singer, Wien 1835.

Literatur

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks