Franz Xaver von Krüll
deutscher Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Richter
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Franz Xaver Krüll, ab 1808 Ritter von Krüll (* 15. Februar 1769 in Kelheim; † 24. Januar 1847 in Landshut) war ein deutscher Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Richter.
Leben
Krüll war Sohn eines Buchhändlers. Er besuchte das Regensburger Gymnasium und das Ingolstädter Gymnasium, bevor er 1784 das Studium an der Universität Ingolstadt aufnahm. 1792 erhielt er den Grad eines Lizentiat der Rechte. Anschließend war er als Advokat tätig. Er entschied sich jedoch die akademische Laufbahn einzuschlagen und veröffentlichte 1797 seine erste Monographie. Er hielt Repetitorien an der Universität und wurde dort 1799 mit der Dissertation Ueber die Nothwendigkeit des Studiums des teutschen Privatrechts zum Doktor der Rechte promoviert.
Krüll wurde im November 1799 als außerordentlicher Professor für bayerisches und deutsches Privatrecht, Lehensrecht, Rechtsenzyklopädie und Methodik an die Universität Ingolstadt berufen. 1800 siedelte er mit der Universität nach Landshut. An der Universität Landshut erhielt er 1803 eine Stelle als ordentlicher Professor, außerdem wurde er zum Hofrat ernannt. Er war ab 1800 Mitglied des Spruchkollegiums der Hochschule, ab 1805 Studienephor und von 1807 bis 1809 sowie 1826 Rektor der Universität.
Krüll wurde, als 1826 die Universität nach München verlegt wurde, nicht Teil der neuen Universität, sondern als Appellationsgerichtsrat an das Appellationsgericht in Passau. Er wirkte dort bis zu seinem Ruhestand 1846.
Krüll wurde 1808 durch den bayerischen König Maximilian I. Joseph mit dem Ritterkreuz des Zivilverdienstordens der Bayerischen Krone ausgezeichnet, womit die Nobilitierung in den persönlichen Adelsstand verbunden war.
Der Lehrer und Sprachwissenschaftler Johann Baptist Weyh war sein Schwiegersohn.
Werke (Auswahl)
- Theoretisch-praktische Einleitung in die bayerische zivil Gerichtsordnung, J.W. Krüll, Ingolstadt 1797.
- Ueber die Nothwendigkeit des Studiums des teutschen Privatrechtes, J.W. Krüll, Ingolstadt 1799.
- Grundsätze des heutigen in Teutschland üblichen gemeinen Lehenrechts, Ph. Krüll, Ingolstadt 1801.
- Prüfung einzelner Theile des bürgerlichen Rechts, 4 Bände, Ph. Krüll, Landshut 1802–1804.
- Teutsches Privatrecht, Ph. Krüll, Landshut 1805 (2. Aufl. 1821).
- Handbuch des königlich-baierischen gemeinen bürgerlichen Rechts: mit besonderer Rücksicht auf das fränkische und preussische Landrecht, 3 Bände, Ph. Krüll, Landshut 1807–1808.
- Darstellung der Lehre von der Intestaterbfolge nach dem französischen Civilrechte, Ph. Krüll, Landshut 1811.
Literatur
- Krüll, Franz Xaver. In: Klement Alois Baader: Das gelehrte Baiern oder Lexikon aller Schriftsteller, welche Baiern im achtzehnten Jahrhundert erzeugte oder ernährte, Band 1, Seidel, Nürnberg 1804, Sp. 634 f. (online).
- Johann August Ritter von Eisenhart: Krüll, Franz Xaver von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 239 f.
- Winfried Müller: Krüll, Franz Xaver von. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 452 (Digitalisat).
Weblinks
- Werke von und über Franz Xaver von Krüll in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Gerd Treffer: Vom Professor zum Richter degradiert - Franz Xaver (von) Krüll. In: Historische Blätter Ingolstadt, Jahrgang 15, Ausgabe Nr. 163 vom 1. Januar 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Krüll, Franz Xaver von |
| ALTERNATIVNAMEN | Krüll, Franz Xaver Ritter von (vollständiger Name); Krüll, Franz Xaver (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Richter |
| GEBURTSDATUM | 15. Februar 1769 |
| GEBURTSORT | Kelheim |
| STERBEDATUM | 24. Januar 1847 |
| STERBEORT | Landshut |