Freimaurerloge

Vereinigungen von Freimaurern und deren Häuser From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine Freimaurerloge (kurz Loge, von englisch lodge ‚Hütte‘, ‚Loge‘; althochdeutsch loubjà ‚Laube‘) ist eine Vereinigung der Freimaurerei.

Initiation eines Suchenden
Stich, Ende 18. Jahrhundert
Tafelloge, Kupferstich von 1843

Die Räumlichkeiten dieser Vereinigungen werden oft gleich bezeichnet.

Typen

Johannislogen / "Blaue Logen"

Diese auch "blau" genannten Logen arbeiten in den drei Graden Lehrling, Geselle und Meister. Sie sind die häufigste Form der Freimaurerlogen. Die Bezeichnung "Johannisloge" stammt von ihrem Schutzpatron: Johannes dem Täufer.

Hochgradlogen / "Rote Logen"

Es existieren außerdem verschiedene Hochgradsysteme. Sie „bearbeiten“ zum Teil in eigenen Logen eine unterschiedliche Anzahl weiterer Grade. Hochgrade werden häufig auch "rote Logen" oder "Andreaslogen" genannt. Die gängigste Form ist der Schottische Ritus mit 33 Graden. Dessen Mitglieder müssen für eine Aufnahme in Deutschland den Meistergrad in einer Johannisloge erreicht haben. Hochgradsysteme wie z. B. die historische Strikte Observanz waren Gegenstand von Kritik von freimaurerischen Reformern.

Organisation

Innere Organisation

Alle Freimaurer verstehen sich, unabhängig von ihrem Grad oder ihren Aufgaben, als gleichberechtigte Brüder und treffen Entscheidungen ihrer Loge demokratisch. Besonders in kontinentaleuropäischen Logen gehört der Vortrag (so genannte Zeichnung oder Bauriss) über freimaurerische oder andere Themen zur rituellen Zusammenkunft (Tempelarbeit).[1]

Die Freimaurerlogen in Deutschland organisieren sich in der Regel wie bürgerliche Vereine, d. h. ihnen stehen ein Vorsitzender (Meister vom Stuhl) und dessen Stellvertreter (Erster und Zweiter Aufseher) vor. Wie bei eingetragenen Vereinen gesetzlich vorgegeben, werden darüber hinaus ein Schatzmeister und Schriftführer (Sekretär) gewählt. Gemeinsam bilden diese Beamten den Vorstand der Loge (Beamtenrat). Darüber hinaus werden weitere Mitglieder mit besonderen Aufgaben betraut: der Redner (eine Besonderheit kontinentaler Logen), die Schaffner (seltener auch Schaffer im norddeutschen Bereich, zuständig für das Haus und die Verpflegung), der Gabenpfleger, Musikmeister, Archivar, Zeremonienmeister, dazu kommen Ausschüsse (z. B. Aufnahmeausschuss, Ehrengericht).

Während der rituellen Arbeiten haben einige der Beamten besondere Aufgaben; so wird die Arbeit vom Meister vom Stuhl geleitet, während die Aufseher jeweils einem Teil der Brüder (eingeteilt in zwei Kolonnen) vorstehen.

Äußere Organisation

Die international verbreitete Freimaurerei hat kein zentrales Führungsgremium, sondern gliedert sich in einzelne, z. T. unabhängige Logen, die sich in Dachverbänden (Großlogen/Großorienten) zusammenschließen und damit gegenseitig anerkennen. Diese Dachverbände benötigen wiederum eine Anerkennung durch ältere Dachverbände, um als Großlogen der Freimaurerei auch in anderen Ländern anerkannt zu werden. So ist ein historisch gewachsenes System entstanden, bei dem die anerkannten Logen in chronologischer Folge nummeriert sind.[2] Die gegenseitige Anerkennung soll gewährleisten, dass ein Freimaurer überall auf der Welt eine Loge aus diesem Anerkennungssystem besuchen kann.[3]

Räumlichkeiten

Viele Logen verfügen über ein eigenes oder gemeinsames Logenhaus, andere mieten externe Räumlichkeiten an, traditionell etwa in Gasthäusern. Dort versammelt sich die sogenannte Bauhütte, um dort gemäß ihren Gebräuchen zu „arbeiten“. Der Versammlungsort für rituelle Arbeiten ist entsprechend seiner Aufgabe ein ruhiger geschützter Raum und mit Sinnbildern der Brüderlichkeit, des Lichts und der Wahrheit ausgestattet. Er wird auch Tempel oder Logenzimmer genannt.

Siehe auch

Literatur

  • Karl Heinz Francke, Ernst-Günther Geppert: Die Freimaurer-Logen Deutschlands und deren Grosslogen 1737–1985; Matrikel und Stammbuch. Edition Quatuor Coronati, Bayreuth 1988, ISBN 3-925749-05-5.

Einzelnachweise

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