Friedrich Saurmann
deutscher Jurist und NS-Funktionär
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Friedrich August Saurmann[1] auch irrtümlich Fritz Sauermann[2] (* 18. März 1893 in Mainz; † 3. April 1973 in Birkenfeld) war ein deutscher NS-Funktionär zur Zeit des Nationalsozialismus.
Leben
Saurmann besuchte das Gymnasium und nahm danach am Ersten Weltkrieg teil und war von 1915 bis 1919 in russischer Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende begann Saurmann ein Studium der Volkswirtschaft und Kunstgeschichte, das er nicht beendete. Danach war er ab 1924 als Journalist in Mainz tätig. Saurmann, der mit Werner Best bekannt war, trat zum 1. August 1932 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.201.925)[3] und wurde einige Monate später zweiter Bürgermeister von Mainz. Saurmann wurde 1934 wegen „Judenfreundschaft“ und „Separatismus“ aus der NSDAP ausgeschlossen. Zwei Jahre später wurde Saurmann durch Adolf Hitler begnadigt und wieder in die Partei aufgenommen. Ab 1938 war Saurmann Beigeordneter in Völklingen.[2]
Während des Zweiten Weltkrieges war Saurmann vom 24. Oktober 1939 bis Februar 1942 Stadthauptmann von Lublin im deutsch besetzten Generalgouvernement. Saurmann wurde von einem jüdischen Holocaustüberlebenden in späteren Aussagen nicht belastet, er selbst betrieb aber die Absetzung des polnischen Bürgermeisters in Lublin. Saurmanns eigene Amtsenthebung hing mit einem gegen ihn gerichteten Korruptionsvorwurf zusammen. Auch nach der Amtsenthebung verblieb er aufgrund eines Verfahrens gegen ihn in Lublin. Der Ausgang des Verfahrens ist nicht bekannt. Nach der Abberufung des Lubliner Gouverneurs Ernst Zörner wurde Saurmann vom 18. April 1943 bis Juli 1944 wieder Stadthauptmann, nun in Biała Podlaska.[2][4]
Nach Kriegsende war Saurmann später unter anderem Geschäftsführer beim Arbeitgeberverband der Chemischen Industrie des Saarlandes.[1]
Werke
- Franz Gill, Fritz Saurmann, Denkschrift zur Frage der Errichtung eines Hallenschwimmbades in Mainz, Mainz : Stadt- und Landesverband für Leibesübungen. 1928 31 S. : Ill. & Beil.
Literatur
- Bogdan Musiał: Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04208-7 (2. unveränderte Auflage. ebd. 2004, ISBN 3-447-05063-2).
- Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Aktualisierte 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.
- Markus Roth: Herrenmenschen. Die deutschen Kreishauptleute im besetzten Polen – Karrierewege, Herrschaftspraxis und Nachgeschichte. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0477-2 (Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts 9), (Zugleich: Jena, Univ., Diss., 2007).